In der Comune Barberino Tavarnelle wandern wir die abwechslungsreiche Runde durch die toskanische Kulturlandschaft in der Metropolregion Florenz. Die Wanderung liegt etwas zwischen Florenz nördlich und Siena südlich und im Chianti-Gebiet.
Die Wanderung folgt dem Weg der Wehre. Briglie sind die Bezeichnung für die Wehre, die hier seit dem 11. Jahrhundert zur Wasserregulierung benutzt wurden. Wasser sammeln, wenn es schüttet, es speichern und abgeben, wenn es wegen Trockenheit benötigt wird, um Mühlen und Landwirte zu bedienen. Die Wehre sind sogar von Leonardo da Vinci studiert und in einem Codex seiner Wasserstudien beschrieben worden (1504-1508).
Los geht’s ab der Stelle, wo die Strada Spoiano auf die Via Cassia trifft, nahe dem Hotel Borgo di Cortefreda. Der Via Cassia folgen wir begleitend auf einem Weg neben der Straße nach Barberino Val d’Elsa. Das liegt rund 30km südlich von Florenz. Barberino war in der Geschichte bereits bedeutsam, da es an wichtigen Römerstraßen lag. Zwei Stadttore sind auch noch erhalten. Rechterhand ist die Chiesa di San Bartolomeo. Ihr neogotisches Erscheinungsbild geht auf Restaurierungen des 20. Jahrhunderts zurück.
Wir folgen dem GPS, biegen von der Hauptdurchfahrtsstraße nach rechts ein (Via Semifonte und Via delle Masse) und kommen ins Umland mit seiner Landwirtschaft entlang der Wandertour. Zypressen, Felder, Haine, Wein, Oliven und Walnüsse, leichte Bewaldung und Bachläufe werden wir treffen. Abwärts wandern wir durch dieses toskanisch-bäuerliche Bild und gelangen zum Torrente Agliena und Borro Agliena in Tallage. Rund 27 dieser Briglie sind dort wohl verortet. Im 19. Jahrhundert wurden die Wasserbauanlagen in der Region aufgegeben. Fragmente sind erhalten.
Wir wandern mit Bächleinbegleitung allmählich wieder aufwärts und kommen in Richtung Spoiano und mit der Strada Spoiano zum Ausgangsort zurück. Dabei schweift der Blick und wächst der Wein.
Bildnachweis: Von tampe [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons