Der Weg der „minus 1000“ wurde nach den Höhlen der Carcaraia im Gebirgsgestein der Apuanischen Alpen benannt. Diese Höhlen sind mindestens 1.000m tief. Der Weg durch das Karstgebiet mit einer Höhendifferenz von rund 730m ist sehr anspruchsvoll und wird nur trittsicheren und erfahrenen Bergtourengehern empfohlen. Als CAI-1000 wurde 2017 die Route markiert, die zu einer Handvoll Höhleneingängen leitet. An der Runde, die zwischen den Gipfeln Pisanino (1.947m), Cavallo (1.669m), Tambura (1.890m) und Roccandagia (1.712m) liegt, finden sich auch einige Infotafeln. Genügend Proviant mitnehmen!
Die Einstiegsstrecke in die Runde ist über Gorfigliano und von Vagli Sopra aus, nah am Lago die Vagli, zu erreichen. Hinter dem Tunnel kann man parken und startet im Wald auf rund 1.008m. Die ersten etwa 1,4km werden wir am Ende auch wieder durch den Wald der Toskana retour wandern. Wenn sich die Runde öffnet, halten wir uns links und wandern mit dem Uhrzeigersinn. Wir passieren auch einige Bächlein auf dem Sentiero 1000. Der Weg ist mit dem Symbol einer Fledermaus versehen, was natürlich nicht verwundert – die nachtaktiven Tiere hängen gerne in den Höhlen und tiefen Felsspalten ab. Die Höhlen und Schächte reichen vertikal 1.000m und mehr in die Tiefe.
Der interessante Pfad ist teilweise ausgesetzt, und es geht mit Achtsamkeit über Wurzel, Stock und Stein. Die erste Höhle am Weg – Abisso Gigi Squisio – hat rund 1.125m Tiefe. Abisso heißt übersetzt „Abgrund“. Die zweite heißt Abisso Can’Abiss, die dritte liegt etwas abseits und hat den Namen Abisso Abardrix. Nach rund 2,7km lassen wir die Waldgrenze hinter uns und wandern weiter ansteigend durch die wilde Karstlandschaft. Abisso P. Roversi ist die nächste Höhle am Weg, der uns zum Passo della Focolaccia auf rund 1.642m führt. Nahe dem Pass befindet sich ein Biwak. Wir queren nun das Steinbruchareal mit seinen Stufen, Steinen, Blöcken und Aussichten – surreal!
Das Gebirge der Apuanischen Alpen, aus dessen Marmor etliche Kunstwerke entstanden sind, hat sicher noch nicht alle Geheimnisse gelüftet – schon gar nicht die unterirdischen, mit dem Karst- und Höhlensystem von etwa 150km Länge. Der Wald nimmt uns abwärts wieder auf, und wir kommen an der Abisso Mani Pulite vorbei – mani pulite bedeutet „saubere Hände“. Die Runde schließt sich. Was für eine Reise durch die Geologie!
Bildnachweis: Von Matteo Giordano [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons
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