In der südlichen Toskana in der Provinz Grosseto liegt das antike Schmuckstück Sorano mit malerischer, in Terrassen angelegter Altstadt im Osten der Hochmaremma. Sorano mit etruskischem Ursprung erhebt sich am Hang eines Tuffsteinhügels über dem Fluss Lente und zählt zu den „Città del Tufo“, den Tuffsteinstädten der Region, gemeinsam mit Pitigliano und Sovana, beide südwestlich von hier. Eine Besonderheit im Gebiet sind die Höhlen und die tief in den Tuffstein gegrabenen Wege, die Vie Cave.
Die Zeitreise beginnt nordwestlich des Ortes beim Parkplatz in einer engen Kurve der SP22. Und schon nach einigen Schritten sind wir in der Vegetation und der Geschichte der Etrusker bei der Chiesetta di San Rocco (vermutlich 13. Jh.) und der Felssiedlung San Rocco. Die in den Tuffstein gehauenen Räume wurden teils als Grabstätten durch die Etrusker genutzt und einige aus dem Mittelalter stammende Höhlen wurden bewohnt. In der Nähe, etwas abseits unseres Weges, sind weitere Stätten wie die Nekropole di San Rocco verortet, wo man einen Abstecher hinmachen kann. Ein interessanter Flecken mit Blick auf Sorano.
Wir wandern zum nächsten interessanten Ort der Geschichte abwärts und treffen auf den Abschnitt der Via Cava San Rocco an der Lente. Manche dieser Vie Cave sind in Schluchten mit bis zu über 20m hohen Felswänden. Die einzigartigen Hohlwege verbanden Siedlungen mit Nekropolen. Der Forschungsstand zu verschiedenen Nutzungen der Wege lässt noch Spielraum für Erklärungen.
Wir wandern in einem Bogen ansteigend durch die bezaubernde Landschaft nach Sorano und kommen dabei erneut über die Lente. Dann stehen wir vor dem Masso Leopoldino mit Uhrenturm. Eine Wand aus Stein. Masso Leopoldino und Fortezza Orsini sind beides mittelalterliche Befestigungsanlagen. Nach einem Felssturz erhielt der Masso Leopoldino im 19. Jahrhundert den Glockenturm und sein heutiges Aussehen. Von der Terrasse hat man einen herrlichen Blick über Teile des „Freilichtmuseums“ Sorano und in die üppige Vegetation ringsherum.
Dann stehen wir an der Kirche San Niccolò aus dem 13. Jahrhundert. Gegenüber ist eine Kapelle. Jetzt sollte man noch einen Abstecher hinter die Kirche unternehmen, zur Fortezza Orsini am höchsten Punkt des Dorfes, nebst einem archäologischen Museum. Im Kern geht die Festung auf das 12. Jahrhundert und die Familie Aldobrandeschi zurück, kam im 13. Jh. an die Familie Orsini und wurde im 16. Jh. im Stil der Renaissance-Militärarchitektur verändert. Faszinierend!
Wir kommen zum Rathaus an der Piazza del Municipio und auf dem Weg dahin findet sich eine Erfrischung. Entweder für jetzt oder später, denn den Abschnitt bis hierher werden wir auf der Rücktour nochmal genießen. Denn der Anteil des Rundwegs (ca. 4km) öffnet sich gleich erst. Entlang der 4km mit Auf und Ab wandern wir durch die abwechslungsreiche Landschaft mit Macchia und Landbau, Wiesen und Waldrand.
Bildnachweis: Von Virtual-Pano [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
Bei dieser Rundwanderung werden historische Hohlwege erkundet, die Vie Cave in der Toskana. Diese tiefen Gräben diverser Längen und Breiten sind...