Schlafsäcke für Mehrtagestouren: 6 Tipps für den nächsten Schlafsack-Kauf

Wer mehrere Tage am Stück unterwegs ist, packt anders als jemand, der nur für eine Tagestour unterwegs ist. Das betrifft ebenfalls den Schlafsack. Hier kommen sechs Tipps für einen optimalen Schlafsack für Mehrtagestouren.

Eine Mehrtagestour bietet beim Wandern die Möglichkeit, unterschiedliche Landschaftsabschnitte zu sehen. Sie sind eine besondere Herausforderung für den Körper und die Planung. Zugleich bieten Mehrtagestouren dem Wanderer die optimale Entspannung. Mit jedem Meter bleibt der Alltag weiter zurück und die verschiedenen Landschaftsabschnitte vertreiben Gedanken an Sorgen rasch.

Damit der Wanderer an jedem Tag fit genug für die täglichen Touren ist, braucht er seinen Schlaf. Eine Mehrtagestour ist in einigen Gegenden problemlos von Hütte zu Hütte möglich. In anderen Gegenden werden Übernachtungen in einer Hütte mit Übernachtungen in einem Zelt kombiniert. Einige Touren erfolgen ausschließlich mit Übernachtungen in einem Zelt. Ein wichtiges Gepäckstück ist in jedem Fall der Schlafsack. Denn er entscheidet bei diesen Touren über die Qualität des Schlafs unterwegs.

Tipp 1: Gewicht – So gering wie möglich

Um Rückenleiden vorzubeugen, ist nicht nur ein hochwertiger Rucksack mit einem korrekt eingestellten Brust- und Hüftgurt wichtig. Auch das Gewicht des Gepäcks sollte insgesamt gering sein. Wer von einer Hütte aus zu mehreren einzelnen Tagestouren aufbricht, muss sich über das Gewicht einzelner Gepäckstücke weniger Gedanken machen. Schließlich bleibt vieles der Ausrüstung in der Hütte zurück. Bei mehrtägigen Wandertouren verändert sich das. Das Gewicht des Schlafsacks ist hier wichtig. Die Wärmeleistung des Schlafsacks bedingt das Gewicht stark. Sie sollte so gering wie möglich und so hoch wie nötig sein.

Für eine Tour mit nächtlichen Minusgraden braucht es einen wärmeren Schlafsack als bei einer sommerlichen Tour ohne Minusgrade. Das beeinflusst natürlich das Gewicht des Schlafsacks. Hochwertige Schlafsäcke sind nach Temperaturbereichen nach der EU-Norm EN 13537 gekennzeichnet. Die Temperaturbereiche sind: 

  • T Comf: Komfortbereich – hiermit halten es auch schnell frierende Menschen gut über Nacht aus
  • T lim: Grenztemperatur – in diesem Schlafsack kann sich ein leichtes Frösteln zeigen in kalten Nächten zeigen
  • T ext: Extremtemperatur – nur im Sommer geeignet oder für Menschen ohne besonderes Kälteempfinden

Es ist sinnvoll, das eigene Kälteempfinden zu testen und sich rechtzeitig über die wahrscheinlichen Temperaturen auf der ausgesuchten Wanderroute zu informieren.

Die Wärme im Schlafsack lässt sich durch ein zusätzliches Schlafsackinlett verbessern. Klassisch sind diese aus Baumwolle und Seide und fallen gewichtstechnisch nicht besonders auf. Sie lassen sich im Schlafsack verstauen und stören so nicht weiter. Unterwegs sorgt ein solches Inlett für Flexibilität und besonderen Komfort.

Extra-Tipp: Preisvergleiche helfen, den hochwertigen Schlafsack ohne Aufwand zum günstigsten Preis zu erhalten.

Tipp 2: Material – natürlich schläft es sich besser

Beim Wandern hilft nicht nur bei den Wanderschuhen die Qualität. Auch beim Schlafsack macht sich eine Investition in Qualität bei der Nutzung bemerkbar. Insgesamt sollte ein Schlafsack Feuchtigkeit innen aufnehmen und von außen abweisen. Im Innenbereich sollte es mindestens ein Baumwollmischgewebe sein. Polyester oder ähnliche Kunstfasern sind wenig hautsympathisch und fördern Schwitzen. Empfindliche Haut kann mit Ausschlag auf den direkten Kontakt mit Kunstfasern reagieren. Das oben genannte zusätzliche Schlafsackinlett aus Seide ist für empfindliche Menschen ideal.

Beim Füllmaterial nicht das Gewicht außer Acht lassen. Hier punkten Schlafsäcke mit Daunen. Allerdings bringen Daunen auch einen größeren Pflegeaufwand mit sich. Ideal sind Mischungen aus 90 Prozent Daune zu 10 Prozent Feder beziehungsweise 80 zu 20 Prozent. Das erste Mischverhältnis ergibt einen sehr leichten und schön warmen Schlafsack. Der Nachteil hier ist die schnelle Klumpenbildung, die eine zusätzliche Unterlage sinnvoll macht. Das zweite Mischverhältnis wiegt etwas schwerer, ist aber auch weniger empfindlich.

In feuchten Gegenden oder zu nassen Jahreszeiten ist der tendenziell etwas schwerere Kunstfaserschlafsack besser geeignet. Die Qualität der Füllung entscheidet über den Komfort und die Lebensdauer. 

Tipp 3: Schnell trocknend – trocken schläft es sich besser

Bei einer Mehrtagestour muss der Schlafsack schnell trocknen, denn sonst sieht man möglicherweise einer Nacht in einem klammen Schlafsack entgegen. Das fördert weder die Gesundheit noch das Wohlbefinden und die Laune. Bei mehrtägigen Touren wird der Schlafsack relativ schnell nach dem Aufstehen zusammengerollt und weitertransportiert. In dieser kurzen Zeit muss er vom nächtlichen Schweiß auslüften und trocknen. Natürliche Materialien und eine gute Füllung sind eine gute Grundlage für das schnelle Trocknen des Schlafsacks.

Tipp 4: Größe – Nicht mehr nutzen als man braucht

Schlafsäcke gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen. Die Größe orientiert sich an der Person, die im Schlafsack schläft. Tut sie das nicht, ist die Wärmeleistung beeinträchtigt und die Person trägt unnötiges Gewicht mit sich. Wer 1,80 Meter groß ist, braucht keinen Schlafsack mit 1,90 Meter Länge. Es gibt keine ganz passende Größe? Dann den größeren Schlafsack kaufen und in den Fußraum beim Schlafen Wäsche legen. Hierdurch muss der Körper den Fußraum weniger aufheizen. Denn ein leerer Luftraum ist für den Körper in der Nacht eine Herausforderung.

Tipp 5: Matte als zusätzlicher Untergrund – Extra Komfort

Wer im Zelt schläft, sollte eine zusätzliche Matte einpacken. Denn beim Schlafen breitet sich die Kälte meist vom Boden aus. Hochwertige selbstaufblasbare Isomatten lassen sich im Anschluss klein zusammenrollen und nehmen wenig Platz weg. Sie machen aber beim Schlafen einen großen Unterschied. Besonders leichte Modelle sind geriffelte Schaumstoffmatten in unterschiedlichen Dicken. Diese lassen sich individuell zuschneiden, sind aber im Transport etwas umfangreicher. Mit einem Zurrriemen lassen sich die Matten außen am Rucksack befestigen und nehmen innen keinen Platz weg.

Extra-Tipp: Eine solche Matte ist bei der Lagerung einer Person in einem Fall von Erster Hilfe sinnvoll. Die Person kann sicher und warm auf ihr gelagert werden, bis weitere Hilfe eintrifft. 

Tipp 6: Form des Schlafsacks – Mumienschlafsack für Mehrtagestouren ideal

Schlafsäcke gibt es in drei Formen: 

  • ei-förmiger Schlafsack
  • Deckenschlafsack
  • Mumienschlafsack

Sowohl der ei-förmige als auch der Deckenschlafsack haben ein recht großes Packmaß. Aus dem Grund sind beide Formen für eine mehrtägige Wanderung nicht ideal. Der Mumienschlafsack ist perfekt an den menschlichen Körper angepasst. Dadurch ist der Wärmeverlust bei dieser Schlafsackform am geringsten. Durch den Schnitt braucht der Schlafsack weniger Material, was sich günstig auf das Gewicht und das Packmaß auswirkt.

Bildnachweis: Von Felix M. Dorn [Lizenz] via unsplash.com

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