Heute erkunden wir auf einer Runde mit Anstieg zur Fortezza di Mont’Alfonso die Kleinstadt Castelnuovo di Garfagnana (Provinz Lucca) im Norden der Toskana. Hier fließt die Turrite Secca in den Serchio, eingebettet zwischen den Apuanischen Alpen und dem Apennin, in der Gebirgslandschaft Garfagnana. Ein bisschen wandern wir auch im ausgedehnten Parco Regionale delle Alpi Apuane.
Die Geschichte von Castelnuovo di Garfagnana reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück, als sich der Ort zu einer befestigten Siedlung mit Mauern und Burgen entwickelte. Das Städtchen erreichte im Mittelalter als Handels- und Verkehrsknotenpunkt in Norditalien Bedeutung. Noch heute umschließt die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert den historischen Kern mit verwinkelten Gassen und Kunsthandwerksläden, während sich moderne Wohnhäuser, Büros, Bars, Restaurants und der Bahnhof außerhalb der Mauern befinden.
Wir starten die interessante Erkundungsrunde auf der Piazza del Duomo, im Dreieck der Flüsse Turrite Secca und Serchio, dem mit 106 km drittlängsten Fluss der Toskana. Die Geschichte des Doms von Castelnuovo di Garfagnana geht auf das 8. Jh. zurück. Der zu sehende Duomo dei Santi Pietro e Paolo wurde 1504 neu gebaut.
Am Rathaus vorbei geht’s zur Festung Rocca Ariostesca, die sich als trapezförmige Burg zeigt und zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Sie ist Ludovico Ariosto gewidmet. Er war ein norditalienischer Dichter der Renaissance und wohnte von 1522 bis 1525 als Gouverneur dort. Dahinter, auf der Piazza Umberto, öffnet sich die Runde, wir halten uns rechts und mäandern mit der Via dell’Ariosto durch den Wald. Da es in der Garfagnana genug regnet, ist der üppig grün, mit Kastanien, Eichen und Pinien beispielsweise.
Wir erreichen die Fortezza di Mont’Alfonso mit ihren Verteidigungstürmen. Sie wurde ab 1579 durch Alfonso II. d’Este errichtet, auf den Resten einer Vorgängerin am Monte Alfonso (453m). In die Wehrmauer sind sieben Bastionen integriert. In der Festung waren einst viele Wohnhäuser, von denen Reste erhalten sind. Ein Haus wurde im Jugendstil umgebaut, als Sommerresidenz der Familie Bechelli. Die Festung gehört seit 1980 der Provinz Lucca und beherbergt unter anderem Verwaltung und eine Destination des Regionalparks sowie Ausstellungsmöglichkeiten. Der Rundumblick vom Toskanisch-Emilianischen Apennin über die Gruppe der Panie bis zu den Apuanischen Alpen ist fantastisch.
Der Weg des Ariosto – hier ein Zitat aus Orlando Furioso: „O Männersinn, unstet und leicht beweglich! Wie sehr ist unsere Laune wechselvoll!“ – bringt uns gut gelaunt abwärts durch den Wald und zweimal über die Turrite Secca in die Altstadt zurück.
Bildnachweis: Von Ingo Mehling [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons