Wenn wir „Plas“ auf Niederländisch in einer Ortsbezeichnung lesen, handelt es sich um einen nassen Platz, einen See, Weiher, Teich. So ist es auch beim Ouderkerkerplas. Der ist ein Baggersee in der Gemeinde Ouder-Amstel, südöstlich von Ouderkerk aan de Amstel. Amsterdam ist nördlich, Amstelveen westlich. Unsere Wanderung umfasst Ouderkerk und seinen Plas.
Los geht’s in Ouderkerk aan de Amstel. Die Amstel fließt westlich unseres Startparkplatzes. Der ist nahe dem historischen jüdischen Friedhof Beth Haim mit seinen tausenden Gräbern sephardischer Juden. Wir wandern im Uhrzeigersinn und wandern durch die Kerkstraat, biegen nach rechts in die Dorpstraat ein. Aus der wird die Koningin Julianalaan. Rechts davon fließt ein Kanal und hinter dem ist der Beth Haim.
In der Straße ist links die kaum aus der wohnlichen Häuserzeile hervorstechende „Elim“-Kerk und rechts fließt der 3km lange Bullewijk zur Amstel. Wir sehen am anderen Flussufer einige Hausboote. Nach rund 1,7km gehen wir die Runde um den Ouderkerkerplas an. In den 1960er Jahren wurde an diesem Ort Sand abgebaggert, der für den Bau der A9 gebraucht wurde. Der See ist bis zu 45m tief und ist Teil der Naherholung im Groengebied Amstelland. Ebenso dient er als Hochwasserspeicher. Im Winter ist das Sporteln auf und im Wasser zum Schutz der Wintervögel untersagt. Sehr schön ist auch der Wanderabschnitt, wo wir über die Planken „übers Wasser gehen“. Am Südufer des Baggersees ist ein Vogelausguck. „De Amstelvogel“ ist allerdings kein Gefiederter, sondern das Windkraftrad wird so genannt.
Wir treffen wieder auf die Stelle am Bullewijk, wo wir die Seeumrundung begonnen hatten, wandern zum Kreisel am Jan Benninghweg und nehmen jetzt die Brücke über den Bullewijk. Jetzt geht’s entlang der Rondehoep Oost in die Ortsmitte zurück. Vor der nächsten Brücke ist linkerhand die Kirche Sint Urbanus aus dem Jahr 1867 im neogotischen Stil. Wir passieren die Kerkbrug und nähern uns dem Beth Haim. Links ist die protestantische Amstelkerk (1775) in sparsamer Formensprache des Neoklassizismus.
In der gleichen Straße sind ein Bäcker und das Museum Amstelland (Öffnungszeiten). Am Beth Haim sehen wir ein Gedenken an Elieser. Er war als Sklave hergekommen und von ihm fand sich auch ein Grab auf dem Beth Haim der portugiesisch-jüdischen Gemeinde. 1614 wurde der Friedhof von dieser Gemeinde angelegt. Kurz drauf sind wir am Ausgangsort.
Bildnachweis: Von Janericloebe [Public domain] via Wikimedia Commons
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