Der Naturpark Karwendel ist fast so groß wie das gesamte Karwendelmassiv. Mit seinen rund 727km² ist es das größte Schutzgebiet Tirols und der größte Naturpark von Österreich. Einmal fast quer durch, also mehr so diagonal in der nördlichen Hälfte, von Hinterriß am Rißbach bis nach Stans im Inntal wandern wir die nächsten 4 Tage. Diese Tour gilt als Klassiker unter den Alpinwanderungen und wurde schon im 19. Jahrhundert unternommen.
Sie ist zu bewältigen und bietet mit Hüttenzauber folgende Übernachtungspunkte: Falkenhütte, Engalm oder Binsalm und die Lamsenjochhütte. Wer noch einen Tag dranhängen will und Erfahrungen mit Klettersteigen hat, plus die Ausrüstung, kann hier einen Besuch von Lamsemspitze und Lamsentunnel mit einplanen.
In Hinterriß bringt man sich schon in Stimmung mit einem Besuch des Infozentrums Alpenpark Karwendel. Gegenüber dem Naturparkhaus mit Labyrinth der Artenvielfalt steht die kleine Kirche Mariä Heimsuchung. Etwa 4m wandern wir mit dem Rißbach, bevor es dann in den Mischwald mit dem Johannesbach geht. In einigen Mäandern kommen wir zur sehr schmuck gelegenen Ladizalm und am Etappenziel erwartet uns die Falkenhütte auf 1.846m, nah am Ladizköpfl. Unterwegs haben wir natürlich einige tolle Ausblicke ins Karwendelgebirge genossen!
Am zweiten Tag wird es weniger Kilometer geben und das Gelände zeigt das Gesicht der Höhenlage der Lalider Nordwände auf dem Weg zum Hohljoch auf 1.794m. Der Teufelskopf (1.978m) ist nördlich und südlich sind die 2.000er. Alsdann wandern wir ins Enger Tal, wo man auch den Großen Ahornboden findet. Das Almdorf Eng ist nur im Sommer belebt, und zwar überwiegend von Gästen. Hier wohnt niemand fix. Wer hier nichts gefunden hat oder es weniger touristisch wünscht, übernachtet auf der Binsalm auf 1.500m. Hat den Vorteil, dass man am nächsten Morgen nicht von ganz unten aus dem Tal hinauf muss.
Tag 3 führt uns zum höchsten Wanderpunkt der Karwendeltour, nämlich über das östliche Lamsenjoch zur Lamsenjochhütte (1.953m). Wie einleitend erwähnt, bietet sich hier ein Klettersteig-Tag als Extra an. Die Lamsenjochhütte ist ein beliebter Stützpunkt für weitere Touren.
Am 4. Tag werden wir bis nach Stans wandern, ins Tal hinab. Im Stallental wurde 1898 der letzte Bär in Nordtirol erlegt. Das Gedenken daran ist nicht genau an unserem Weg, der uns über den Stanserbach bringt.
Nördlich ist die Wallfahrtsstätte St. Georgenberg. Die barocke Wallfahrtskirche, nur über die Hohe Brücke ohne Klettern zu erreichen, geht auf ein Kloster von 950 zurück und zeigt sich noch als Abtei. Ein ganz besonderer Ort, die als ältester Wallfahrtsstätte Österreichs gilt. Die Hohen Brücke, die 40m hoch die Schlucht des Georgenbachs überspannt und aufgrund der Pilgerströme bereits im Mittelalter errichtet wurde, ist auch etwas sehr Besonderes.
Schließlich endet die Tour in Stans im Unterinntal. Durch die Gemeinde verläuft ein Stück Jakobsweg. Der Ort hat seine traditionelle Bekanntheit durch die 1901 erschlossene Wolfsklamm, von der aus man das Wallfahrtskloster aufsuchte. Die Alte Pfarrkirche in Stans stammt aus der Gotik. Südlich fließt der Inn, begleitet von der Inntalautobahn und der Unterinntalbahn.
Bildnachweis: Von Luidger [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons
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