Durch den Gespensterwald Nienhagen


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 27 Min.
Höhenmeter ca. ↑68m  ↓68m
Kein Wegzeichen hinterlegt

An der Ostseeküste zwischen Heiligendamm und Warnemünde liegt das Ostseebad Nienhagen. Eine märchenhafte Berühmtheit ist der Gespensterwald Nienhagen, den wir heute erkunden wollen. Der liegt auf einer Länge von rund 1.330m und Breite von 100m im Nienhäger Holz. Man hat hier das Rauschen der See und das Rascheln der Baumkronen, Steilküste und Naturschutzgebiet, Licht, Schatten, Buchen, Eichen und Phantasie.

Wir starten beim Parkplatz in Nienhagen, Ecke Strandstraße und Kliffstraße. Durch die gehen wir dann auch und kommen am östlichen Rand von Nienhagen in die Landschaft. Bei der Feuerwehr steht deren Steigerturm und mit Wiesen und einem Waldstreifen gelangen wir zur Schulstraße, in die wir links einbiegen und auf dem Weg An der Alten Schule zur Ostsee kommen. Dort wandern wir am Strand und der Steilküste entlang, kommen an einem Findling und an Wellenbrechern vorbei.

Am Nordrand von Nienhagen genießen wir die herrliche Aussicht, Cafés sind hier auch zu finden. Jetzt geht es am Gespensterwald Nienhagen entlang, die Ostsee zur Rechten. 1943 wurde dieser bezaubernde Wald zum Naturschutzgebiet erklärt. Was gleich auffällt ist, dass die Bäume lediglich in der Krone belaubt sind. Die silbrig glatten Stämme sind vom Wind wie blankgeputzt und das Gespenstische entsteht durch die Schatten, die sie werfen. Was ebenso gleich auffällt ist die Wuchsrichtung. Die Bäume neigen sich mit dem Wind gen Süden und werden deshalb auch Windflüchter genannt, auch die restliche Vegetation beugt sich dem Diktat, „wo der Wind das Gras mäht“, heißt es vor Ort.

Die Buchen, Hainbuchen, Eichen und Eschen haben in der salzhaltigen Luft und auf dem Untergrund der Steilküste nicht die besten Wuchsbedingungen. Sie sind zwischen 90 und 170 Jahre alt. Einige Tapfere klammern sich an der Kliffkante fest und teils ragen ihre Wurzeln über sie hinaus. Die Küste ist in Bewegung und zieht ins Landesinnere. Es ist ein Gebot im Wald: nichts entfernen und nichts zufügen! Dadurch dass immer wieder Bäume aufgeben, entstehen lichte Momente, wo neue Saat aufgehen kann. 

Nach etwa 4km oberhalb der bis zu 12m hohen Steilküste biegen wir nach links ein und wandern in einem Bogen zwischen Waldrand und Feldflur, tauchen in den Gespensterwald ein und kommen zum Ausgangsort zurück, wie aus einer anderen Welt.

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