Betziesdorf

Direkt hinter Bürgeln liegt der Kirchhainer Stadtteil Betziesdorf, ein altes Örtchen, das durch den Nebelsberg (264m) vom Tal der Ohm getrennt ist. Besiedelt ist die Gegend um Betziesdorf schon mindestens seit dem frühen Mittelalter: In der Nähe von Betziesdorf wurden Keramikstücke aus der Zeit der Karolinger um 700 gefunden. Ein weiterer Zeuge der langen Besiedlung ist die abgegangene Hunburg direkt an der Ohm, von der heute allerdings bis auf einen kleinen Erdhügel nichts mehr zu sehen ist.

In Betziesdorf fällt neben einigen schönen, teilweise mit Kratzputz verzierten Fachwerkhäusern vor allem die evangelische Pfarrkirche auf. Die spätbarocke Kirche wurde 1789 an Stelle einer Vorgängerkirche erbaut. Von dieser früheren Kirche stammen noch der Taufstein aus dem Jahre 1459 und das Kruzifix am Altar, das ebenfalls dem 15. Jahrhundert zugerechnet werden kann. Der Kirchhof ist von einer Mauer umgeben, die ebenfalls im 15. Jahrhundert entstanden ist und zu einer Wehranlage ausgebaut wurde.

Außerhalb des Orts direkt an der Ohm liegt die Hainmühle, die erstmals 1582 urkundlich erwähnt wurde. 1892 wurde in unmittelbarer Nähe der Hainmühle eine Sandsteinbrücke erbaut, auf der man die Ohm überqueren kann.

Östlich von Betziesdorf, getrennt durch den 5km langen Teufelsgraben, einem Zufluss der Ohm, liegt Sindersfeld. Mächtig erhebt sich die 1913 im Jugendstil erbaute katholische Pfarrkirche St. Matthäus. Der längliche Saalbau des Kirchenschiffs hat geschwungene, schildartige Abschlüsse, einen runden Chor und eine Eingangsfassade mit großem Rosettenfenster. Der viereckige Turm wird von einem auffälligen vielstufigen, achteckigen Zwiebeldach gekrönt.

Wendet man sich von Sidnersfeld aus wieder südlich zur Ohm, kommt man nach Anzefahr. Auch hier gibt es eine schmucke Kirche zu sehen, die katholische Pfarrkirche St. Michael. Der schlichte Saalbau mit einem spätgotischen Chor wurde 1711 erbaut. Der Taufstein in Kelchform stammt wohl noch aus dem 16. Jahrhundert, die Orgel wurde 1742 gebaut.