Diese Weitwanderung - der erste große Fernwanderweg im Burgenland - verbindet auf 315km und 13 Etappen das römische Legionslager Petronell Carnuntum südlich der Donau mit dem südlich gelegenen St. Martin an der Raab und dessen römischen Hügelgräbern. Die Wanderung durch das Burgenland folgt der historischen Römischen Bernsteinstraße. Wir lernen einige Nationalparks und Naturparks kennen und sind im UNESCO-Welterbe Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See unterwegs.
Die Landschaften Pannoniens sind abwechslungsreich: Steppensee, Seewinkel mit Salzseen, Mittelburgenland, Naturpark Geschriebenstein Írottkö und Weinidylle mit ungarischen Grenzorten und auch über die Grenze: Ausweisdokument einstecken. Die Etappenvorschläge betragen bis um die 26km am Tag – am 1. Tag zum Beispiel von Carnuntum mit dem Heidentor nach Neusiedl am See. Dabei geht es durch die Feldflur. Wir treffen im Tal der Leitha auf Waldabschnitte, streifen Ortschaften wie Parndorf, Wiesen und Wein bei Neusiedl am See mit seinen Sehenswürdigkeiten.
Die 2. Etappe mit rund 27km führt nach Frauenkirchen – wo auch der Jakobsweg Burgenland verläuft. Wir genießen den Kalvarienberg mit Aussichten, die bekannten Weinlagen rund um Gols und in Halbturn das Schloss mit Schlosspark. Das Burgenland ist Österreichs führende Rotweinregion und unter anderem bekannt für den „Blaufränkischen“. Ziel ist die barocke Wallfahrtsbasilika in Frauenkirchen.
Wandertag 3 beinhaltet neben der besonderen Steppenlandschaft auch einen Ausblick auf den Steppensee. Der Neusiedler See ist wie der ungarische Plattensee einer der wenigen Steppenseen (Flachseen) Europas. Wir sind hier im Herzen der Bewahrungszone Neusiedler See-Seewinkel mit seinen Lacken, den Salzseen wie beispielsweise der Langen Lacke. Die nächste Bewahrungszone ist bei Illmitz, Ziel des 3. Tages.
Auf der 4. Etappe fahren wir über den Neusiedler See per Fähre nach Mörbisch am See. Wir erleben Schilf, Steppensee, fruchtbare Felder und Wiesen, Weinberge und im Ziel, nach rund 30km das schmucke Rust mit seiner bezaubernden Altstadt. Diese Nordschleife nach Rust ist lohnenswert, denn dabei treffen wir auch auf den Römersteinbruch und seine Naturbühnen bei St. Margarethen Berg.
Die 5. Etappe bringt uns nach Ungarn, von Rust über Mörbisch am See und die Grenze nach Sopron. Dabei wechselt das Landschaftsbild mit Feldflur, Wein und Stein durch einen Laubmischwald ins malerische Sopron. Das ist eine der ältesten Städte Ungarns mit zahlreichen Baudenkmälern und zauberhafter Altstadt. Rund 20km hatte dieser Wandertag.
Etappe 6 mit rund 21km entführt aus der Stadt durch das Waldgebiet des Ödenburger Gebirges, mit Auf und Ab sowie ein Stück entlang dem Grenzverlauf, alsdann über die Grenze und in die Weinanbaugebiete Neckenmarkts. Hier ist jetzt das Bergfest in etwa.
Tag 7 führt über rund 27km nach Lutzmannsburg mit Weinbau und Sonnentherme und hier ist man auf der Trasse der antiken Römischen Bernsteinstraße unterwegs. Unterwegs kommen wir durch diese Orte: Horitschon, Raiding, Großwarasdorf, Nebersdorf, Großmutschen und Strebersdorf – treffen auf Landwirtschaft und den Weinbau.
Tag 8 mit ca. 24km schickt uns nochmal über die Grenze nach Ungarn, durch typisch ungarische Dörfer und zum dortigen Ziel Kőszeg, mit seiner historischen Altstadt am Fuße des Naturparks Írottkő-Geschriebenstein. Hier fließt die Güns am Fuße des Günser Gebirges.
Die 9. Etappe von Kőszeg nach Rechnitz misst rund 23km und hält den größten Anstieg bereit, durch den Naturpark Írottkő-Geschriebenstein. Bei der Ruine Óház-tető steht ein Aussichtsturm. Den höchsten Punkt haben wir am 884m messenden Geschriebenstein, der auch einen Aussichtsturm bietet, auf der Grenze, deren Verlauf wir abwärts folgen, um dann nach Rechnitz abzubiegen.
Die 10. Etappe geleitet vom Mittelburgenland ins Südurgenland, misst gerundete 23km und wartet mit Weinidylle und sanft-hügeliger Landschaft auf. Feldwege und Obsthaine sind auch begleitend. Orte sind Dürnbach und Burg, es geht über den Eisenberg nach Eisenberg an der Pinka nach Deutsch Schützner-Bergen als Etappenziel, mit einigen Wein-Unterkünften.
Die Weinidylle setzt sich am 11. Tag fort. Ziel ist Heiligenbrunn, das nach 24km etwa erreicht wird. Der Naturpark in der Weinidylle umfasst rund 7.270ha, erstreckt sich von Eisenberg bis Heiligenbrunn. Die Landschaft integriert den Übergang des oststeirischen Hügellandes in die pannonische Tiefebene, mit Wald, Weingärten, Obstbau, Auwäldern und Feuchtwiesen. Das Kellerviertel Heiligenbrunn ist eine besondere Sehenswürdigkeit mit den historischen reetgedeckten Weinkellern.
12. Etappe: Führt nach Eltendorf innerhalb von rund 25km. Dazwischen liegt das touristisch herausragende Güssing an der Strem mit der Burg Güssing aus dem 12. Jahrhundert auf einem emporragenden Tuffkegel. Echt sehenswert! Und der Ausblick ist auch fantastisch. Am Burgfuße sind Fischteiche. Rossendorf, Mischwald, Hochkogel und Feldflur liegen auf dem Weg nach Eltendorf.
Die Schlussetappe (13) nach St. Martin an der Raab beansprucht rund 22km, mit hügeligen Obstbaugebieten im Naturpark Raab. Wir passieren Krobotek und Maria Bild mit Wallfahrtskirche, Weichselbaum und die Raab in ihrer Aue. Der Bernstein Trail endet östlich des Ortes St. Martin an der Raab bei den Römergräbern.
Bildnachweis: Von Derfumi [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons