Florenz – das künstlerische, historische und bezaubernde Herz der Toskana – wird auf dieser Rundwanderung von ca. 125 km umgarnt. Schaut man von oben auf die Route, lässt sich beinahe die Kontur eines weichgezeichneten Ahornblattes ausmachen. Florenz ist die Hauptstadt der Region Toskana. Der „Ring der Renaissance“ - Anello del Rinascimento - lässt sich auf Schusters Rappen oder per pedes erkunden. Zum Hauptring wurden Varianten und Ergänzungen gefügt, sodass 250 km wanderbar sind.
Für den Anello del Rinascimento unseres ca. 125 km langen Tracks sollte man sich mindestens acht Tage Zeit nehmen. Die meisten Wanderbeschreibungen beginnen am Schloss von Calenzano. Da es eine Runde ist, kann man überall einsteigen. Es werden alle Gemeinden der Region Florenz erwandert – auf Wegen und Nebenstraßen mit Höhen und Tiefen, Bächen und Aussichten über die hügelige Landschaft, mit Blicken auf den Arno und Florenz sowie durch Pinienwälder und Olivenhaine. Eingesprenkelt sind etappenweise Bauernhäuser oder Villen.
Vorschlag: Im Süden beginnen und im Uhrzeigersinn wandern. Es gibt einen Parkplatz zwischen Galluzzo und der A1. Wenn man hier beginnt, kann der erste Wandertag nach rund 20 km in Lastra a Signa abgeschlossen werden. An der Strecke prägen Felder, Wiesen, Obst- und Olivenhaine die Kulturnatur. Sehenswert sind die Villa I Collazi und der Parco Museo di Poggio Valicaia auf den Hügeln von Scandicci. Der Park mit Skulpturen und Picknickplätzen ist besonders im Sommer ein beliebtes und inspirierendes Ausflugsziel im Schatten der Bäume.
Lastra a Signa und Signa sind vom Arno voneinander getrennt. Auf der möglichen zweiten, kürzeren Etappe nach Campi Bisenzio geht es durch die Florentiner Ebene. Der einstige Sumpf wurde von Menschenhand trockengelegt. In Campi Bisenzio sind die Kirche Santo Stefano und der Palazzo Comunale aus dem 19. Jahrhundert sehenswert.
Der Abschnitt von hier bis Calenzano ist weniger attraktiv zu wandern: Industriegebiete und Autobahn. Wenn man das mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt, wäre das zweite Etappenziel Calenzano. Das Castello di Calenzano auf einem Hügel bildet den Kern einer Befestigungsanlage, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Zum Ensemble gehören Kirchen und ein Museum. Die Aussicht ist fabelhaft. Neben den gebirgigen, kalkhaltigen Höhen liegen Wälder und Landwirtschaft mit Wein und Oliven, die sich harmonisch in die florentinische Umgebung einfügen.
Die nächste Etappe wird natur- und waldreich und führt über den höchsten Punkt der Runde bei 678 m. Bis zu 20 km sind es bis nach Vaglia oder Bivigliano als Etappenziel. Ausblicke ergeben sich auf Florenz und in die Berge des Apennins. Das Gebiet um Vaglia ist seit der Antike besiedelt. In Bivigliano gibt es einige Übernachtungsangebote, Gastronomie und Villen am Ortsrand.
Santa Brigida als nächstes Ziel liegt nördlich von Florenz und ist von Bivigliano rund 12 km entfernt. Es gibt dort einige hübsche Villen mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wald, Oliven, Geschichte – und nach rund 22 km ab Santa Brigida erreicht man Montefiesole, das von Hainen und Reben umgeben ist. Das ist Bilderbuch-Toskana, inklusive San Lorenzo und Villa di Tassinaia (Unterkunft möglich). Was für eine Aussicht!
Pontassieve liegt 5 km weiter südlich im Tal des Arno. Hier, östlich von Florenz, kann man eine bezaubernde historische Stadt entdecken. Etrusker und Römer waren vor uns hier. Mit Wald, Kulturlandschaft, Kirchen und Kapellen sowie Panorama führt diese Etappe nach rund 20 km nach San Donato in Collina, das von der A1 untertunnelt wird. Rund 100 km sind absolviert.
Am nächsten Tag stehen 18 km bis nach Impruneta, südlich von Florenz, an – oder aber man setzt die letzten 7 km bis zum Rundenschluss noch drauf. Dann hat man jedoch weniger Zeit, sich das schmucke Impruneta anzusehen. Die Stadt ist bekannt für die Tradition und Herstellung von Ziegeln und Terrakotten. Bedeutsam ist die Wallfahrtskirche Santa Maria aus dem Jahr 1060 mit Museum. Um die Runde zu schließen, wandert man erneut durch die Olivenhaine. Oliven sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Toskana, die speziell für ihre hochwertigen, nativen Öle bekannt ist.
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