Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, wird so manche Wanderung zur echten Schwitzpartie. Staubige Wanderstiefel, warme Füße und der dringende Wunsch nach einer Abkühlung begleiten Outdoor-Fans auf Schritt und Tritt. Was gibt es an heißen Tagen also Besseres, als die Wanderschuhe am Ufer zu parken und nach den gelaufenen Kilometern direkt ins kühle Nass zu hüpfen? Die Kombination aus Wanderung und Badespaß gehört im Sommer zu den beliebtesten Outdoor-Aktivitäten.
Welche Badeseen sich dafür besonders lohnen, zeigt eine Datenauswertung des Portals Ferienwohnungen.de. Im Juni wurden dafür die Google-Bewertungen der größten deutschen Seen analysiert, an denen das Baden erlaubt ist.
Das Ergebnis überrascht: Nicht die bekannten Schwergewichte führen das Feld an, sondern zwei ruhigere Gewässer aus Mecklenburg-Vorpommern sind Deutschlands schönste Badeseen. Der Große Pälitzsee in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Schmale Luzin in der Feldberger Seenlandschaft sicherten sich mit jeweils 4,9 von 5 Sternen die Spitzenplätze. Dahinter folgen mit 4,8 Sternen die bayerischen Postkarten-Klassiker wie der Eibsee, der Königssee und der Walchensee. Während die alpinen Gewässer mit gigantischen Bewertungszahlen glänzen, punkten die Nordost-Geheimtipps mit bester Wasserqualität und spürbar günstigeren Übernachtungspreisen in den umliegenden Ferienunterkünften.
Der Eibsee belegt im Ranking mit 4,8 Sternen den dritten Platz und ist mit über 8.400 Erfahrungsberichten der unangefochtene Publikumsliebling. Direkt unter den gewaltigen Felswänden der Zugspitze gelegen, blitzt das Wasser hier so leuchtend türkisgrün zwischen den Bäumen hervor, dass man glatt vergisst, in Bayern und nicht in weit entfernten Gefilden zu sein. Gleich acht kleine Inseln tupfen grüne Kleckse in den See und machen die Szenerie komplett. Auf den knapp siebeneinhalb Kilometern der Uferrunde kommen Genusswanderer und Familien voll auf ihre Kosten, denn die Route bleibt entspannt flach und lässt sich mühelos gehen.
In gut zwei Stunden spaziert man größtenteils im schattigen Bergwald an der Uferlinie entlang. Hinter fast jeder Wegbiegung wartet ein neues Fotomotiv, wenn sich die steilen Graufelsen des Wettersteingebirges auf der glatten Wasseroberfläche spiegeln. Ist die Runde geschafft, wartet das Beste zum Schluss: Die flachen Kiesbuchten und der Strandbereich am Südufer laden direkt zum Schwimmen ein. Ein Sprung ins glasklare Bergwasser macht müde Beine im Handumdrehen wieder munter, bevor man den Tag auf den warmen Kieselsteinen ausklingen lässt. Wer dem Trubel an sonnigen Tagen entgehen möchte, bricht am besten früh morgens oder unter der Woche auf.
Wer der sommerlichen Hitze in einer ruhigeren Umgebung entfliehen möchte, findet am Schmalen Luzin in Mecklenburg-Vorpommern ein echtes Paradies. Der schmale, von dichten Buchenwäldern gesäumte Klarwassersee belegt im Auswertungs-Ranking den zweiten Platz und gilt als eines der saubersten Gewässer Norddeutschlands. Für Wanderer bietet die hügelige Wald- und Seenlandschaft hervorragende Wege, die stetig am schattigen Steilufer entlangführen und immer wieder den Blick auf das tiefe, kühle Wasser freigeben.
Eine entspannte Rundtour lässt sich wunderbar mit einer historischen Handseilfähre kombinieren, die Wanderer und Badegäste auf die andere Uferseite setzt. Das kühle Wasser im tiefen Becken des Sees verschafft nach dem Fußmarsch durch den Schatten der alten Buchen eine unvergleichliche Erfrischung. Zudem punktet die Region rund um die Feldberger Seenlandschaft mit spürbar entspannteren Unterkunftspreisen für eine Auszeit am Ufer, was die Strecke zu einem perfekten Geheimtipp für Naturgenießer macht.
Mit 4,8 Sternen aus über 3.700 Bewertungen schafft es auch der Walchensee südlich von München problemlos unter die Top 5 der beliebtesten Abkühlungsorte. Als einer der größten und tiefsten Gebirgsseen Deutschlands besticht das Gewässer durch sein intensiv blaues Wasser und die alpine Höhenlage, die selbst an Hundstagen für angenehm frische Wassertemperaturen sorgt. Rund um den See ziehen sich wunderschöne Uferpfade und einfache Hangwege, die fantastische Ausblicke auf die bayerischen Voralpen bieten.
Besonders reizvoll ist eine Wanderung entlang des naturbelassenen Ostufers. Hier schlängelt sich der Weg vorbei an schattigen Waldabschnitten und versteckten Naturkiesstränden. Unterwegs laden unzählige kleine Buchten dazu ein, die Rucksäcke abzulegen und direkt ins erfrischende Quellwasser zu gleiten. Dank der hervorragenden Wasserqualität und der imposanten Bergkulisse gehört eine Tour am Walchensee zu den schönsten Sommererlebnissen, die man im Süden finden kann.
Damit die Tour vom ersten Schritt bis zum Sprung ins Wasser reibungslos läuft, lohnt sich ein kurzer Blick in den Rucksack. Wer auf leichte, schnelltrocknende Funktionskleidung setzt, wandert entspannter, und wer die Badesachen direkt drunterzieht, spart am Strand wertvolle Zeit. Ein kompaktes Mikrofaserhandtuch wiegt kaum etwas und nimmt im Gepäck erfreulich wenig Platz ein.
Ebenso wichtig: Die Natur am Wegesrand sollte intakt bleiben. Viele Schilfzonen und Uferabschnitte sind geschützte Rückzugsgebiete für Wasservögel und empfindliche Pflanzen – ins Wasser geht es also bitte nur an den offiziell markierten Badestellen und Naturfreibädern. Wer dann noch ausreichend Wasser im Gepäck hat oder die Pause im schattigen Biergarten einplant, ist bestens gerüstet. Ein kurzer Check des GPS-Tracks auf dem Handy zeigt zielgenau den Weg zur nächsten Bucht und garantiert einen rundum gelungenen Tag an den schönsten Ufern des Landes.