Wandern auf Menorca: Die 5 schönsten Touren


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Menorca ist die zweitgrößte Insel der Balearen und hebt sich deutlich von ihren bekannteren Nachbarn Mallorca und Ibiza ab. Mit rund 95.000 Einwohnern geht es hier wesentlich ruhiger zu. Seit 1993 steht die Insel als UNESCO-Biosphärenreservat unter besonderem Schutz. Über 40 % der Landfläche sowie ein noch größerer Teil der umliegenden Meeresgebiete stehen dadurch unter Naturschutz. Somit ist es ein ideales Ziel für Wanderbegeisterte. 

Die landschaftliche Vielfalt ist beeindruckend: Während der Norden der Insel durch eine raue, felsige und windgeprägte Küstenlandschaft besticht, zeigt sich der Süden deutlich sanfter – mit zahlreichen Buchten, hellen Sandstränden und einer typisch mediterranen, niedrig wachsenden Vegetation. Insgesamt verfügt Menorca über etwa 130 Strände, von denen einige nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind. 

Die besten Zeiten zum Wandern sind die Monate April bis Juni sowie September bis Oktober. Dank der überwiegend flachen Topografie eignet sich die Insel sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Wanderer, da selbst die höchste Erhebung, der Monte Toro, mit lediglich 358 Metern vergleichsweise niedrig bleibt. Wichtig bei allen Touren ist es, ausreichend Wasser mitzunehmen, da es besonders in den Sommermonaten sehr heiß werden kann und entlang vieler Wege keine Versorgungsmöglichkeiten vorhanden sind. 

1. Camí de Cavalls 

Der Camí de Cavalls ist ein historischer Rundwanderweg, der einmal komplett um die Insel führt und dabei die gesamte Küstenlinie erschließt. Er gehört zu den beliebtesten Routen für alle, die einen Wanderurlaub auf Menorca planen. Mit einer Gesamtlänge von etwa 185 Kilometern ist er in 20 abwechslungsreiche Etappen unterteilt, die sich über alle Himmelsrichtungen der Insel erstrecken. 

Ursprünglich diente der Weg militärischen Zwecken als Kontroll- und Patrouillenroute entlang der Küste. Heute ist er ein Paradies für Wanderer. Die einzelnen Etappen variieren in Länge und Schwierigkeit, sodass sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene passende Abschnitte finden. Wer möchte, kann auch mehrere Etappen an einem Tag kombinieren. 

Entlang des Weges erlebt man die gesamte landschaftliche Bandbreite Menorcas: schroffe Steilküsten, duftende Pinienwälder, offene Buschlandschaften sowie idyllische Sandstrände und versteckte Felsbuchten. Da der Camí de Cavalls in der Regel für motorisierte Fahrzeuge gesperrt ist, bietet er eine ruhige und ungestörte Atmosphäre zum Wandern. 

2. Es Grau bis zum Cap de Favàritx 

Diese Wanderung zum Cap de Favàritx führt durch den Nordosten Menorcas und verbindet zwei völlig unterschiedliche Landschaftsräume. Ausgangspunkt ist der Küstenort Es Grau im Naturpark s’Albufera des Grau. Von dort geht es bis zum Leuchtturm Far de Favàritx. 

Der Naturpark ist geprägt von Lagunen, Salzsümpfen, Dünen und Feuchtwiesen und gilt als eines der wichtigsten Vogelbeobachtungsgebiete der Insel. Je weiter man sich dem Leuchtturm nähert, desto karger wird die Umgebung. Die Landschaft verändert sich hin zu schwarzem und grauem Schiefergestein mit kaum Vegetation – ein faszinierender Kontrast. 

3. Monte Toro 

Der Monte Toro liegt im Zentrum der Insel und ist mit 358 Metern die höchste Erhebung Menorcas. Verschiedene Wanderwege führen von Orten wie Es Mercadal oder umliegenden Dörfern auf den Gipfel. 

Die Wege durchqueren das typische menorquinische Hinterland mit offenen Weiden, landwirtschaftlich genutzten Flächen, niedriger mediterraner Vegetation und den charakteristischen Trockensteinmauern. In seltenen Fällen kann man bei klarer Sicht von oben sogar bis nach Mallorca blicken. 

Auf dem Gipfel erwartet einen ein beeindruckender Rundumblick über nahezu die gesamte Insel. Zudem befindet sich dort die Wallfahrtskirche Santuario de la Virgen, deren heutiger Bau größtenteils aus dem 17. Jahrhundert stammt und barocke Einflüsse zeigt. 

4. Schlucht Barranc de Binigaus 

Die Schlucht Barranc de Binigaus zählt zu den bekanntesten und zugleich grünsten Schluchten der Insel und liegt im Süden Menorcas. Sie verbindet das Inselinnere mit der Südküste und bietet eine besonders abwechslungsreiche Wanderung. 

Die klassische Route beginnt in Es Migjorn Gran und führt durch die Schlucht bis zur Platja de Binigaus. Unterwegs passiert man die Cova de Coloms, eine der größten frei zugänglichen Höhlen der Insel. 

Die Schlucht ist geprägt von dichter Vegetation mit Feigen- und Johannisbrotbäumen, Oleander sowie zahlreichen mediterranen Sträuchern. Gleichzeitig sorgen die schattigen und windgeschützten Abschnitte für angenehme Wanderbedingungen. Am Ende der Tour wartet ein naturbelassener Sandstrand, der nur fußläufig erreichbar ist – perfekt für eine entspannte Badepause.

5. Cala Morell bis nach Punta Nati 

Diese anspruchsvollere Wanderung, die von Cala Morell bis nach Punta Nati führt, verläuft im Nordwesten Menorcas und gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten des Camí de Cavalls. Sie durchquert eine besonders karge und windgeprägte Landschaft, die oft als „trockenes Menorca“ bezeichnet wird. 

Der Weg ist geprägt von freiliegenden Kalksteinplatten, auf denen sich kaum Erde und somit nur wenig Vegetation halten kann. Typisch für die Landschaft sind außerdem traditionelle Trockensteinmauern und einfache Steinhütten. 

Große Teile der Route verlaufen entlang schroffer Steilküsten, die beeindruckende Ausblicke auf das offene Meer ermöglichen. Aufgrund fehlender Schattenplätze, Wasserquellen und Einkehrmöglichkeiten gilt diese Tour als anspruchsvoll und erfordert gute Vorbereitung. 

Bildnachweis: Von Frenciscobcn [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons


Dieser Artikel ist im Ressort Wanderziele erschienen.
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