Unsere heutige Wanderung startet in Puntone di Scarlino (Provinz Grosseto) an der Tyrrhenischen Küste im Golf von Follonica. Der Ort mit kleiner Marina liegt nördlich des bekannten Punta Ala. Nördlich von Puntone di Scarlino ist Folloncia. Unsere Naturtour wird weniger vom touristischen Treiben irritiert, sondern wir folgen auf und ab den Pfaden durch die urwüchsige Landschaft der Maremma im Süden der Toskana mit Pinien, Kiefern, Steineichen, Wacholder, Macchia und Meeresblicken.
Los geht’s vom Parcheggio Cormorano beim großzügigen Hafen. Die ersten 1,4km geht’s um rund 90m hinauf, bevor sich die Runde öffnet und wir uns halbwegs geradeaus gen Süden orientieren. Die Wanderrunde führt ins Gebiet: Area naturale protetta di interesse locale Costiere di Scarlino. In diesem bewaldeten Gebiet sind auch einige Gewässer vermerkt, die mal Wasser führen und mal nicht. Das als ANPIL geschützte Gebiet umfasst rund 9.000ha und bezaubert durch seine felsigen Buchten, die von der mediterranen Macchia umgeben sind, und durch die wunderbaren Aussichten auf das Meer. Hier ist die Förderung von Biodiversität im Blickpunkt. Das Areal bildet auch eine Art Trittstein zwischen den sumpfigeren Biotopen der Maremma nördlich (Padule di Scarlina) und südlich (Riserva naturale Diaccia Botrona) bei Castiglione della Pescaia.
Wir wandern durch die üppige Vegetation, teils grasbewachsen und steppenartig entlang des Wegs, und genießen die Maremma und ihre hügelige Landschaft. Pinien, Stieleichen, Sträucher, knorrige Gewächse und Ausblicke auf das Meer begleiten uns. Wir streifen am Rand des Schutzgebiets auch Felder und Haine. Nach gut 10,4km sind wir oberhalb des Punta le Canne an der Küste und wandern oberhalb des Strandes mit dem klangvollen Namen Cala Violina. Einer Violine ähnlich soll das Geräusch sein, beim Laufen über den feinen Quarzsand. Um das zu verifizieren, müssen wir einen kleinen Abstecher hinab unternehmen. Die Badebucht ist beliebt wegen des sanften Einstiegs ins türkise Meeresfrisch.
Es folgen: Punta Martina und Punta Francese. Zwischen beiden ist das Monumento a Garibaldi. Das Denkmal erinnert an die Flucht des Militärführers Giuseppe Garibaldi nach dem Fall der Republik Rom 1849, wobei ihm 4 mutige Scarlinese halfen und ihn vor den Verfolgern versteckten und nach Ligurien eskortierten.
Weiter des Wegs streifen wir bei Terra Rossa (rote Erde) einen Teil des UNESCO-Global-Geoparks des Parco Nazionale delle Colline Metallifere mit den Themen Geologie und Bergbau. Dann geht’s noch einmal aufwärts zum Poggio di San Supero und zum Rundenschluss abwärts.
Bildnachweis: Von Super nabla [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
Punta Ala ragt auf einer Landzunge ins Tyrrhenische Meer, rund 30km entfernt von der Insel Elba. Der heute vom eher exklusiven Tourismus belebte Ort...