Nepal, das Land am Fuße der höchsten Berge der Welt, zählt zu den spektakulärsten Trekkingzielen weltweit. Es lockt mit einer einzigartigen Mischung aus atemberaubenden Landschaften und einer tief verwurzelten Bergkultur. Hier wanderst du durch subtropische Wälder und blühende Rhododendronhänge, passierst traditionelle Bergdörfer und findest dich Tage später in einer kargen Hochgebirgswelt aus Felsen, Schnee und Eis wieder.
Zu den bekanntesten Trekkingregionen zählen die Annapurna-Region, das Everest-Gebiet und das Langtang-Tal. Jede dieser Regionen zeigt dir ein anderes Gesicht des Himalayas. So führt dich der Annapurna-Circuit durch tiefe Flusstäler und über Hochebenen, die dich zum Thorong La Pass auf 5.416 Metern bringen. Dramatische Berglandschaften mit eisbedeckten Gipfeln findest du im Everest-Gebiet, wo du die traditionelle Sherpa-Kultur hautnah erleben kannst. Das Langtang-Tal besticht mit dichten Bambuswäldern und für die Region typischen Alm- und Yakweiden, über denen vergletscherte Siebentausender wie der Langtang Lirung thronen.
Eine sorgfältige Vorbereitung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Trekkingtour durch Nepal. Die meisten mehrtägigen Wanderungen bewegen sich zwischen 2.500 und 5.500 Metern Höhe und verlangen von den Teilnehmern neben einer guten Kondition auch mentale Stärke. Zudem muss sich der Körper an die dünne Luft in großer Höhe anpassen können. Für das Wandern in Nepal bieten spezialisierte Veranstalter geführte Touren an, die bis ins kleinste Detail organisiert sind.
Neben einem Visum benötigst du für die meisten Trekkinggebiete spezielle Genehmigungen, sogenannte „Permits“, die von deiner Route abhängig sind:
Wenn du deine Tour über eine Agentur buchst, kümmert diese sich um alle erforderlichen Permits.
Eine große Herausforderung beim Trekking in Nepal ist die Höhe, denn ab etwa 2.500 Metern kann die akute Bergkrankheit, auch Höhenkrankheit genannt, auftreten. Die Symptome reichen von Übelkeit oder Kopfschmerzen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Lungenödemen.
Entscheidend ist, sich Zeit zu lassen, langsam aufzusteigen und regelmäßige Pausen einzulegen. Außerdem solltest du viel trinken und auf mögliche Warnsignale deines Körpers hören. Auf der Webseite der Nepal Friends findest du weitere Informationen zur Höhenkrankheit.
Auf den Hauptrouten ist die Infrastruktur gut ausgebaut, und du findest zahlreiche einfache Gasthäuser, sogenannte Lodges oder Teahouses, in denen du essen und übernachten kannst. Zwar handelt es sich meistens um Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsbädern, aber immerhin musst du dann kein schweres Zelt mitschleppen.
Normalerweise dauern die Wanderungen etwa vier bis acht Stunden, sodass du früh am Tag starten solltest, wenn die Luft noch klar ist und die Berggipfel im perfekten Licht stehen. In den Pausen hast du Zeit, die herrliche Landschaft aufzunehmen und die Aussicht zu genießen. Wahrscheinlich begegnen dir unterwegs Yak-Karawanen, die Waren in die Bergdörfer transportieren, und Einheimische, die ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Abends triffst du in den Lodges Wanderer aus aller Welt, mit denen du dich austauschen kannst.
Wanderungen in Nepal unternimmt man idealerweise in den Monaten Oktober bis November oder März bis Mai, wenn das Wetter stabil ist. Weniger günstig sind die Monate Juni bis September, in denen der Monsun für starke Regenfälle sorgt und zu rutschigen Wegen führt. Im Dezember bis Februar hast du zwar eine klare Sicht, aber es ist für viele Routen schlichtweg zu kalt, und in den höheren Lagen können Pässe verschneit und unpassierbar sein.
In Nepal erwartet dich ein Trekkingerlebnis, das du so nirgendwo sonst auf der Welt findest. Die Kombination aus atemberaubenden Berglandschaften, einer einzigartigen Kultur und herzlicher Gastfreundschaft macht jede Tour unvergesslich. Du wanderst durch Gegenden voller Gebetsfahnen, überquerst Hängebrücken über tosenden Gletscherflüssen und siehst die höchsten Gipfel der Erde vor dir aufragen. Ganz gleich, ob du am eisigen Thorong La Pass unterwegs bist, zum ersten Mal den Mount Everest erblickst, oder ein abgelegenes Kloster besuchst – Nepal hinterlässt Spuren, die dich noch lange begleiten werden.
Bildnachweis: Von Sebastian Pena Lambarri [Lizenz] via Unsplash