Traditionelles Schneeschuhwandern in Österreich

Wer dem Winter beim Wandern die Stirn bieten will, sollte die richtige Kleidung tragen und die passende Ausrüstung mitbringen. Schneeschuhwandern hat eine lange Tradition, und Österreich bietet ausgezeichnete Bedingungen dazu. Das Wegenetz ist schier unerschöpflich und führt über sanfte Hügel, entlang verschneiter Ortschaften und über anmutige Berghänge.

Ein idealer Standort für abwechslungsreiche Schneeferien in Österreich sind idyllisch gelegene Ferienhäuser, am besten inmitten der weitreichenden Wanderwegenetze der Region. Das verschafft unkomplizierten Zugang zu den Pisten, Loipen, Wanderwegen und den landschaftlichen Highlights der näheren Umgebung.

Damit die Wanderungen durch die österreichischen Feriengebiete mit Schneeschuhen sicher sind und Spaß machen, muss die Ausrüstung stimmen. Allerdings haben sich die Ansprüche der Outdoorfans an die Technologie des erforderlichen Equipments verändert. Das gilt nicht nur für die richtige Kleidung im Winter, die mindestens wärmen und schützen soll. Auch die Art des Schneeschuhs hat Einfluss auf den Komfort und auf die Sicherheit beim Wandern.

Die Ausrüstung beim Schneeschuhwandern

Bereits seit einigen tausend Jahren benutzen Menschen schneeschuhähnliche Vorrichtungen, um sich sicher durch den Schnee fortbewegen zu können. Damals banden sich die Menschen ein großes eiförmiges Brett unter die mit Fell bandagierten Füße. Inzwischen ist die Entwicklung erheblich vorangeschritten. Einsteiger müssen sich darüber im Klaren sein, dass die richtige Kleidung und Ausrüstung beim Schneeschuhwandern in der winterlichen Bergwelt überlebenswichtig ist. Tipps zur erforderlichen Notausrüstung auf Bergtouren gibt der Österreichische Bergrettungsdienst.

Was heute an Schneeschuhen angeboten wird, hat mit früheren Konstruktionen kaum etwas gemeinsam. Schneeschuhwanderer erwarten von ihrer Ausrüstung generell eine hohe Qualität. Gerade im Winter ist es wichtig, adäquat ausgestattet zu sein. Der klassische Schneeschuh besteht aus:

  • Alurahmen (klassisch) oder Holzrahmen (original)
  • Bespannung
  • Bindung mit Riemen

Tipps für die Auswahl von Schneeschuhen und Zubehör

Da die Schneeschuhhersteller ihre Schneeschuhe für verschiedene Zwecke produzieren, müssen Käufer wissen, wofür sie die Schneeschuhe einsetzen möchten. Es gibt unterschiedliche Ausführungen, je nachdem ob der Schneeschuh zum Wandern, zum Bergsteigen oder für Fitness- und Sportübungen im Schnee dienen soll. Die Größe eines Schneeschuhs hängt unmittelbar mit dem Körpergewicht und der korrespondierenden Ausrüstung zusammen. Eine fachlich versierte Beratung ist deshalb unbedingt nötig.

Zum Schneeschuhwandern brauchen Wanderer feste, wasserdichte Schuhe mit einer möglichst steifen Profilsohle. Darüber werden die Schneeschuhe gezogen. Besondere Schuhe müssen auf keinen Fall angeschafft werden. Gamaschen aus Kunststoff, die mindestens bis zu den Knien reichen, sorgen dafür, dass kein Schnee in den Schuh eindringen kann. Generell sollten die Wanderer funktionelle und wasserdichte Winterkleidung tragen.

Je nach geplanter Tour sind Steigeisen, Wanderstöcke, Skibrillen, Sturmhauben und Kapuzen unbedingt erforderlich. Für Touren, die in höhere Lagen gehen, dürfen Lawinenschaufel und Lawinensonde nicht fehlen.

Die Techniken beim Schneeschuhwandern

Snowshoeing, wie es aus Englisch heißt, lässt sich leicht erlernen. Allerdings ist es körperlich anstrengend. Gerade wenn die Wetterverhältnisse instabil sind und unterschiedliche Geländeformationen überwunden werden wollen, müssen die Wanderer gut trainiert sein. Deshalb ist es wichtig, vor jeder Tour den Wetterbericht abzurufen.

Die Schneeschuhe verhindern das Einsinken in tiefen Schnee. Das Wandern als solches unterscheidet sich im Vergleich zum Langlaufen vor allem durch den Umstand, dass es keine Gleitphase gibt. Der Wanderer muss einen Fuß vor den anderen setzen und mit Bedacht die Schrittlänge wählen.

Hänge, die mehr als 30° geneigt sind, stellen für das Schneeschuhwandern eine große Schwierigkeit dar. Deshalb sollte bei der Tourenplanung genau überprüft werden, wie die Höhenverhältnisse sind. Das Überqueren eines Hangs mit einer Neigung von etwa 20° ist ebenfalls sehr beschwerlich und erfordert viel Erfahrung. Es ist als Anfänger einfacher, über sanft geneigte Flächen oder über den Grat zu wandern. Vorsicht ist bei frisch gefallenem Schnee geboten. Hier sinken Wanderer tief ein. Bevor der nächste Schritt folgt, ist es ratsam, abzuwarten, bis sich der Schnee unter dem Schuh gesetzt hat. Flächen mit Press-Schnee, Bruchharsch und Sulz sind unkritisch und können ohne Bedenken überquert werden.

Es gibt fünf verschiedene Schritttechniken:

  • der Diagonalschritt
  • der 1:2-Schritt
  • der Running- und Racing-Schritt
  • das Sliden
  • der Duck-Step

Beim Diagonalschritt laufen Wanderer mit schwingenden Armen und setzen Schritt für Schritt einen Fuß vor den anderen, während die Arme gegenläufig schwingen. Mit dem 1:2-Schritt können sich Wanderer über steile Passagen hinweghelfen. Dabei steigt man diagonal zur Steigung nach oben und belastet das hangseitige Bein, während das andere Bein nachgezogen wird. Der Running-Racing-Schritt ist für den sportlichen Einsatz gedacht. Dabei springen die Wanderer von Schritt zu Schritt. Sliden bedeutet, dass der Fuß nur knapp über die Oberfläche des Schnees gehoben wird, bevor der Fuß erneut aufsetzt. Besonders häufig gehen Schneeschuhwanderer im Duck-Step. Der Gang erinnert ein wenig an das Entenwatscheln. Die Fußhaltung ist V förmig in Hüftbreite und der Wanderer läuft leicht O-Beinig bergauf oder bergab.

Praxistipp: Schneeschuhwandern ist natürlich nicht nur in Österreich ein großer Spaß. Es empfiehlt sich, vor der Urlaubsreise eine Testwanderung in heimischen Gefilden zu unternehmen. Regionen im Rothaargebirge oder in anderen Winterwandergebieten in Nordrhein-Westfalen sind gut geeignet, um ein Gefühl für die Technik zu bekommen.