Dieser Rundgang auf den historischen Mauern von Lucca hat seinen ganz besonderen Reiz! Die vollständig erhaltene Mura di Lucca umrundet die Altstadt mit ihren roten Dächern und bietet allerorten herrliche Blicke in die Stadtgeschichte und die Umgebung im Tal des Serchio. Der Spazierweg über die Stadtmauer ist breit und fast vollständig von Bäumen gesäumt. Elf Bollwerke liegen entlang des Rundgangs. Einst gab es sechs Stadttore, heute sind es mehr Zugänge.
Ursprünglich geht die Stadtmauer von Lucca auf die römische Befestigung und das Mittelalter zurück. In ihrer heutigen Ausprägung entstand sie in der Renaissance, im 16. und 17. Jahrhundert. Sie musste niemals einem Angriff standhalten, schützte jedoch die Bewohner im Jahr 1812 vor Hochwasser. Die Mura di Lucca ist bis zu 12m hoch und im Fundament bis zu 30m stark.
Diese Rundwanderung beginnen wir im Westen, wandern dann mit den Himmelsrichtungen im Uhrzeigersinn ein Oval. Hier atmet man Geschichte, denn Lucca war einst eine der einflussreichsten Städte Europas. Start ist am Baluardo San Donato mit Blick auf die Casermetta San Donato in der Nähe. Schaut man in die Altstadt, könnte man über 25 Kirchen und Kapellen zählen.
Wir wandern zum Baluardo Santa Croce, begrünt und mit Unterwelt. Dieses Tunnelsystem diente militärischen Zwecken – es war beispielsweise Waffen- und Munitionslager. Lucca bietet auch spezielle Führungen durch das System an. Das nächste Bollwerk ist San Frediano. Danach machen wir einen Abstecher in die Altstadt zur Basilica di San Frediano. Die romanische Kirche wurde der Überlieferung nach bereits im 6. Jahrhundert gegründet. Erste Dokumentationen nennen das Jahr 685. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde sie umgebaut und erfuhr weitere Veränderungen, etwa eine Erhöhung im 13. Jahrhundert. Auf dieser fand das beeindruckende Mosaik mit der Himmelfahrt Christi seinen Platz – einfach großartig, welch meisterliche Arbeit, und wunderbar, dass sie erhalten ist. Auch das Innere der Kirche bietet einige sehenswerte Besonderheiten!
Will man die Piazza dell’Amfiteatro besuchen, muss man einen kleinen Abstecher machen, die Piazza San Frediano passieren, sich rechts halten (Via Fillungo), dann wieder links und darf den kleinen Durchgang zur Linken nicht verpassen. Unser GPS führt nach links in die Via Fillungo, und wir kommen am Museo della Tortura vorbei. Auch ohne Italienischkenntnisse ahnt man es schon: ein Foltermuseum. Vor der Porta dei Borghi biegen wir links ab, gehen zur Porta Santa Maria und gelangen dort wieder auf die Stadtmauer. Nächste Bastion ist San Martino, gefolgt von San Pietro, im Osten liegt das Baluardo San Salvatore.
Es folgt das Baluardo della Libertà. Rechts hinter der Mauer befindet sich ein botanischer Garten. Dann erreichen wir die Bastion San Regolo. Bei San Colombano lädt eine Cafeteria zur Pause ein. Weiter geht’s zu Santa Maria, wo ein großer Platz angelegt ist. San Paolino ist die nächste Bastion und ehrt durch eine Skulptur den in Lucca geborenen Komponisten Alfredo Catalani. Auch Giacomo Puccini stammt aus Lucca, ihm ist in der Altstadt ein Museum gewidmet. Kurz darauf schließt sich die Runde über den „Mauerpark“ von Lucca. Es war die Herzogin von Parma, Maria Luisa von Bourbon, die zwischen 1823 und 1832 eine großflächige Bepflanzung mit verschiedensten Baumarten in Auftrag gab – ihr gebührt Dank!
Bildnachweis: Von Zairon [CC BY 4.0] via Wikimedia Commons