Pistoia ist eine Stadt und bildet eine Provinz in der Toskana und wird auch gerne als „Miniatur-Florenz“ bezeichnet. Vorteil: Es ist nicht so überlaufen und doch hinreißend. Pistoia war 2017 die Kulturhauptstadt Italiens und ist eine absolute Perle. Hier treffen sich Geschichte, Kultur- und Architekturschätze in einer der malerischen Umgebung der Toskana. Die historische Innenstadt ist von zahlreichen Kirchenbauten geprägt und beherbergt mindestes 12 Museen und Sammlungen.
Wir starten vom Parkplatz außerhalb der historischen Festungsmauern und beim Park Piazza della Resistenza, der ist der Fortezza Santa Barbara vorgelagert. Fortezza Santa Barbara wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im Laufe der Zeit ausgebaut und modernisiert. Wir schlendern durch den Park in die Runde gegen den Uhrzeigersinn.
Wir kommen an der früheren Kirche Santa Maria Nuova aus dem 13. Jahrhundert, die schon 100 Jahre keine mehr ist. Die nächste Kirche ist San Giovanni Decollato geweiht. Wir nähern uns dem zentralen Platz, Piazza del Duomo, den wir jetzt erstmal östlich streifen, mit dem Museo Diocesano. Auffallend ist das Museo dello Spedale del Ceppo zur Geschichte des Gesundheitswesens. Das einstige Krankenhaus aus dem 13. Jahrhundert wurde zu einem Museum. Wundervoll gearbeitet mit historischen Bezügen zeigt sich der Wandfries. Im Inneren kann man sich anhand der Instrumente von einst ein wenig einfühlen und froh sein.
Weiter geht’s an einer einstigen Kirche und an einem Palazzo vorbei und wir kommen zur Ecke, an der wir einen Abstecher zur Piazzetta di San’Andrea bei der Pieve di San’Andrea (12. Jh.) machen. Sie ist bekannt für die besondere romanische Fassade mit dem Mosaik aus zwei Marmorarten und im Stil der Protorenaissance. Drinnen ist eine Kanzel (1301) mit fast herausgearbeiteten Figuren. Ein Meisterwerk von Giovanni Pisano. Wir treffen auf zwei weitere Kirchenbauten, bevor wir uns auf dem Domplatz umschauen.
Hier ist natürlich die Cattedrale di San Zeno - der Dom von Pistoia - Hauptdarstellerin und wir sehen auch hier eine zweifarbige Marmorarbeit in den Bögen. Die Bischofskirche ist romanischen Ursprungs, wurde vielfach umgearbeitet. Der Turm misst beachtliche 67m. Ein beeindruckendes Bauwerk insgesamt. Daneben ist das Museo dell’Antico Palazzo dei Vescovi mit Stadtgeschichte von der Antike an sowie auch Kunst.
Alsdann stehen wir vor einer weiteren atemberaubenden Fassade in fantastischer Marmorarbeit über die gesamte Fassade mit Säulen und Rundbögen. Sie gehört zur Chiesa San Giovanni Fuoricivitas aus dem 12. Jh. Nächstes Highlight von Kultur und Religion ist die Chiesa del Tau (1340) mit Fresken aus dem 14./15. Jh. Benachbart ist die Piazza Garibaldi und gegenüber der Chiesa San Domenico. Wir biegen nach der Kirche zu unserer rechten Seite nach rechts in die Via delle Logge, dann nach links in die Via della Stufa. Kurz drauf sind wir am Ausgangsort.
Bildnachweis: Von Holger Uwe Schmitt [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons