Die Toskana hat viele wunderschöne Städte und eine absolut bezaubernde Landschaft. Mit Chianti und Oliven, Zypressen und gotischer Architektur, lockt sie Maler und Wanderer. Siena ist darin ein Besuchsmagnet. Dessen mittelalterliches Zentrum ist UNESCO-Weltkulturerbe.
Eine Sehenswürdigkeit dockt an die nächste an und wir tauchen am Nordwestrand der Altstadt ein, ab dem Parkplatz zwischen Piazza della Libertà, mit der Bastion Fortezza Medicea aus dem 16. Jahrhundert, und dem Stadion Artemio Franchi. Wir schlendern durch die Allee, an der Parkanlage La Lizza vorbei, und kommen zur Piazza Antonio Gramsci, wo einige Busse verkehren. Wir nehmen eine schmale und kurze Gasse und biegen nahe der kleinen Chiesa di Sant’Andrea nach rechts in die Via dei Montanini.
Zielrichtung ist die Cattedrale Metropolitana di Santa Maria Assunta, vorbei am Campo. Wir gehen durch das gepflasterte Sträßchen mit seinen Boutiquen, alles eng an eng bebaut. Etwas lichter wird es vor dem Palazzo Tolomei. Das beeindruckende Gebäude wurde vor 1205 erbaut und ist das älteste Privathaus in Siena. Es ist ein Bankensitz. Gegenüber ist die Chiesa di San Cristoforo mit romanischen Ursprüngen.
Wir gehen etwas später nicht zum Il Campo hinab, sondern halten uns rechts, schlendern dem GPS folgend durch weitere enge Gassen mit beeindruckenden Gebäuden. Siena hat übrigens etruskische Wurzeln, dann eine römische Kolonie namens Sena Julia, erlebte ihre Blütezeit im Mittelalter als Handelsmetropole und geriet dann unter florentinische Herrschaft. Und wir sind zum Domplatz geraten und staunen über die Architektur und den Marmor der Kathedrale, bzw. des Doms zu Siena. Er gilt als eines der besten Beispiele gotischer Architektur in Italien. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau begonnen. Wenn Mauern wie aus Zucker und Lakritz aussehen können, ist es weißer Marmor mit dunkelgrünem Serpentinit. Damit wurde das Ziegelmauerwerk verkleidet. Wundervoll!
Am Domplatz sind die Touristen-Info, zwei weitere Kirchen in direkter Umgebung und das Museum mit Fresken und Kunst der Renaissance beispielsweise. Wir wandern weiter zum Bildungskomplex mit Universitätsbibliotheken von Siena, Naturkundemuseum und einem Museum der Medizinhistorie und ringsum erstreckt sich die Parkanlage Orti dei Tolomei, durch die wir in einem Bogen wandern. Wir kommen am Brunnen Fontanina della Contrada Capitana dell'Onda bei der Kirche Oratorio di San Giuseppe und folgen der Via Giovanni Duprè.
Ziel ist die Piazza del Campo – auch Il Campo. Auf dem Hauptplatz findet jährlich das traditionelle Pferderennen Palio statt. Hier ist der große Palazzo Pubblico mit dem Museo Civico. 1297 begann der Bau. Der mit Blitzableiter 102m hohe Torre del Mangia wurde 1348 fertiggestellt. Hunderte von Stufen führen hinauf und dann belohnt die fabelhafte Aussicht über Siena und in die Hügellandschaft der Toskana.
Auf dem Stadtspaziergang kommen wir an weiteren Kirchen und Museen vorbei und zur Piazza San Francesco mit der Basilica di San Francesco nebst Museum. Der heilige Franz von Assisi hielt sich wohl 1212 in Siena auf. Ihm zu Ehren wurde eine erste Kirche erbaut. Die heutige entstand ab 1336. Einst war sie außerhalb der Stadtmauern, die sich jedoch immer weiter ausweiteten, so dass sie jetzt innerhalb ist. Wir durchschreiten die Stadtmauern und betreten sie auch wieder. Des Wegs zurück treffen wir auf den Platz mit dem historischen Brunnen Fonte Nuova, erneut auf den Park La Lizza und gelangen zum Ausgangsort.
Zum Palio: Jährlich am 2. Juli und 16. August findet auf dem Piazza del Campo das Pferderennen Palio di Siena statt, bei dem die Reiter ihre ungesattelten Rosse dreimal um den Platz jagen müssen und sich dabei gegenseitig behindern dürfen. Es gewinnt das Pferd, das nach der 3. Runde als erstes die Ziellinie überquert – auch ohne Reiter drauf.
Bildnachweis: Von Raimond Spekking [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons