Leicht südöstlich von Florenz wandern wir eine schöne Runde hinauf zur Abtei San Cassiano a Montescalari, auf dem rund 698m hohen Montescalari-Hügel, der Chianti und Valdarno trennt, entlang der alten Via Cassia Adrianea. San Cassiano a Montescalari ist eine historische Abtei in der Toskana westlich im Gebiet der Gemeinde Figline e Incisa Valdarno (an der A1) in der Provinz Florenz. Westlich der Abtei ist die Stadt San Casciano in Val di Pesa (an der RA3).
Wir starten im kleinen Weiler Cintoia der Gemeinde Greve in Chianti, den wir von Strada di Chianti aus via der SP66 erreicht haben. Die ersten ca. 1,1km führen in den Rundweg, den wir im Uhrzeigersinn wandern werden, von etwa 320m Höhenlage bis zur Abtei und danach noch bis auf runde 725m. Wir wandern durch die abgelegen wirkende Landschaft. Seit dem 13. Jahrhundert ist diese Gemeinde eine der Hauptregionen des Chiantis. Das ist ein intensiv rubinroter Rotwein mit einem hohen Anteil der Rebsorte Sangiovese, der sehr aromatisch schmeckt, mit Beeren- oder Kirschnote beispielsweise.
Waldreich geht’s aufwärts am Monte Moggio, an der kleinen Cappella dei Boschi vorbei, von deren Alter es keine Dokumente gibt, und nach etwa 5,7km sind wir bei der Abtei San Cassiano a Montescalari und stehen vor dem Mauerwerk des Komplexes mit Rundbögen, verschlossenen Toren und dem Charme eines Lost Places. Man kann nur von außen schauen. Einst wurde dieser Ort als Pilgerherberge gegründet (um 1040). Daraus wurde eine Benediktinerabtei und sie erlebte im 13. Jahrhundert eine Art Blütezeit mit der Kirchweihe. Es folgten Umbauten, Vertreibung und Kriegsschäden. Das Ensemble ist in Privatbesitz.
Nun wandern wir alsbald hinab durch den Wald und treffen auf Castello di Cintoia. Vermutlich bereits im 11. Jahrhundert war hier eine florentinische Burg. Von der ist nichts mehr zu sehen, doch von der dörflichen Gemeinschaft, die sich im Schutze der Burg oder des Schlosses entwickelt hat. Stattet man dieser geschlossen wirkenden Siedlung einen Besuch ab, sieht man noch einige historische Spuren aus den Jahrhunderten und man hat zudem einen schönen Blick ins Tal. Die Runde schließt sich so entspannt beschaulich, wie sie begonnen hat.
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