Als ein besonders waldreiches und kontemplatives Ziel in der Toskana empfiehlt sich Vallombrosa in der Gemeinde Reggello. Vallombrosa verbindet Wald, Dorf und Klosterleben miteinander und liegt rund 30km südöstlich von Florenz. Unsere Wanderrunde findet im Riserva naturale Vallombrosa statt. Das Naturschutzgebiet umfasst rund 1.280ha und ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in der Toskana.
Mehrheitlich besteht Vallombrosa aus einem bedeutenden experimentellen Arboretum (über 1.000 botanische Einheiten) und dem Kloster – Abbazia di Vallombrosa. Nahe dem Parken starten wir. Das Kloster aus Stein, das einem Holzbau von 1038 wich, wurde 1058 geweiht und zeigt sich im Stil der Romanik und des Barock. Die Vallombrosaner sind ein Zweigorden der Benediktiner. Wegen regen Zulaufs wurde die Klosteranlage zwischen 1224 und 1230 vergrößert. In der Folgezeit entstanden weitere Umgestaltungen. In der Abtei ist ein Museum für sakrale Kunst. Es finden sich einige Sehenswürdigkeiten, die man zu den verschiedenen Öffnungszeiten besichtigen kann.
Es geht auch per Stufen auf den Weg zu den Kapellen, über einen munteren Bach zum Il Paradisino. Die Einsiedelei bestand im 11. Jahrhundert aus einzelnen Zellen. 1845 wurde das gebaut, was wir jetzt sehen. Es war Hotel und ist ein Lernort der Forstwissenschaften für Studierende an der Uni Florenz. Wir wandern ansteigend im Uhrzeigersinn weiter in Richtung Monte Secchieta (1.450m). Wir wandern da nicht ganz rauf, sondern bleiben unterhalb der 1.400m und genießen die Natur.
Der Wald von Vallombrosa war bereits für die Mönche im 11. Jahrhundert von großer Bedeutung. Sie pflegten und bewirtschafteten ihn, nutzten die Ressourcen der Tannen und Buchen. Die langen Tannenstämme fanden beispielsweise Verwendung beim Bau von Herrenhäusern in Florenz. Noch immer ist dieser Wald sehr bedeutsam. Hier stehen die zwei höchsten Bäume Italiens. Der höchste ist eine mittlerweile wohl über 63m messende Douglasie von rund 108 Jahren. Wir treffen also Weißtannen, Buchen, Lärchen, Douglasien, Kiefern, Kastanien, Eichen, Ahorn und Hainbuchen – je nach Höhenlage.
Wenn wir abwärts wieder zurückgelangt sind, schauen wir uns weiter um. Es gibt noch einige Kapellen zu sehen, das Arboretum und den Giganten Italiens. Der ist nördlich von hier.
Bildnachweis: Von Anna.Massini [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons