Wir haben uns heute eine abwechslungsreiche Stadtumrundung vorgenommen. Enkhuizen in Noord-Holland ragt wie eine Halbinsel in die Wasserlandschaft des IJsselmeers. Wir haben hier in der prächtigen Hafenstadt aus dem 17. Jahrhundert nahezu alles, von salzig bis süß, von nass bis trocken, von alt bis modern.
Enkhuizen war eine sehr bedeutende Handelsstadt. Die „Heringsstadt“ verdankt ihren Reichtum dem Fischen und Verkaufen von Heringen. Die Geschichte von Enkhuizen geht bis in die Bronzezeit zurück. Die Blüte kam im Mittelalter. Als 1603 die Niederländische Ostindien-Kompanie gegründet wurde, war Enkhuizen dabei. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts kam allmählich der Niedergang als wichtiger Handelsplatz, denn Amsterdam und auch England liefen den „Heringen“ den Rang ab. Heute blühen Tourismus und der Anbau sowie die Zucht von Gemüse und Zierblumen mit Saatenhandel.
Wir starten die Erkundungsrunde ab dem Parkplatz Ossenmarkt am Buyshaven. Vor dem Buyshaven ist der Krabbershaven und gen Nordosten der Buitenhaven mit Touristeninfo. Wir kommen zum Buitenhaven. Links ist der Snouck van Loosenpark, durch den wir zurückkommen werden. Jetzt schauen wir uns den Hafen, oder besser gesagt: die Häfen an, als da wären der Oosterhaven und Oude Haven.
Wir wandern entlang dem Buitenhaven zum Landje van Top. Beim kleinen Park, wo sich die Hafenbecken treffen, findet sich das Enkhuizen Almanak Museum mit historischen Dokumenten, und das Stadttor Drommedaris mit Glockenspiel. Es wurde 1540 als Teil der Stadtbefestigung errichtet und beschützte den Hafen. Auch ein Gefängnis war drin. Wir gehen über die Drommedarisbrug, links der Oude Haven und etwas später rechts das Flessenscheepjes Museum. Wir nehmen das Brückchen über den Oosterhaven und wandern auf dem Wierdijk mit Seemauer.
Wir nähern uns dem größeren Yachthafen und dem Zuiderzeemuseum-binnen – es gibt auch noch ein Zuiderzeemuseum-buiten. Das Binnen beherbergt eine Schatzkammer mit Ausstellungen, Bildern, Schiffen und Kulturgütern. Das Buiten ist als Freilichtmuseum konzipiert mit historischen Häusern, Werkstätten und einem ganzen Museumsdorf. Dahin kommen wir. Es ist rechts von uns und unbedingt sehenswert mit seinen rund 140 Gebäuden, mittels derer man in die Zeit um 1900 versetzt wird.
Durch einen Park gelangen wir an einen Sandstrandabschnitt und um den Themen-Märchenpark Sprookjeswonderland herum. Anschließend wandern wir auf dem wasserumwehrten Festungsring „De Vest“ mit den historischen Toren und Bastionen. Sehr schön ist auch das Westerpoort/Koepoort aus dem Jahr 1649. Der Durchgang hat einen Knick, damit niemand mit einer Kanone erfolgreich durchschießen konnte.
Wir nähern uns den inneren Kanälen von Enkhuizen und dem Snouck van Loosenpark. Der ist besonders: ruhiges und beschauliches Wohnen im gepflegten Park. Kaum zu glauben, dass es sich hier um eines der ersten sozialen Wohnungsbauprojekte der Niederlande handelte. Eine Gartenstadt mit 50 Arbeiterhäusern und einem Verwalterhaus, die 1897 dort gebaut worden sind. Die Arbeiterhäuser sind nach wie vor sozial vermietet. Die Verwalter-Villa wurde zu einem Bed-and-Breakfast-Hotel.
Was wir noch nicht gesehen haben, uns aber vornehmen können, befindet sich im Inneren der Festung: Rathaus von 1688 und die Kirchen aus dem 15. Jahrhundert. Das sind jetzt nur drei Gebäude der Hunderte auf der Denkmalliste.
Bildnachweis: Von W. Bulach [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons