Vom Tyrrhenischen Meer aus betrachtet, fällt der 657m hohe Monte Cofano an der nordwestlichen Küste Siziliens ins Auge. Er gehört zu den Monti di Trapani und zum Freien Gemeindekonsortium Trapani und um ihn herum wurde das ca. 537ha große Riserva Monte Cofano abgesteckt. Es umfasst unberührte Meeresbuchten, steile Klippen, Grotten, Küstenwachtürme und Verteidigungstürme sowie mehr als 300 Pflanzenarten und rund 50 Greifvogelarten. Es wird interessant!
Wir umrunden den Berg. Anstieg gibt es dennoch, nämlich vom Start an der Bucht von Cornino auf etwas über der Meereshöhe bis auf rund 260m im Naturschutzgebiet – innerhalb der ersten 3km. Cornino schmiegt sich an eine kleine Bucht mit Sandstrand, an dem wir auch starten. Am Ortsrand entlang wandern wir die Via della Grotta und machen einen Abstecher zur Grotta Mangiapane. Die ist wirklich außergewöhnlich und nach der Familie benannt, die darin ab etwa 1819 mehrere Wohnstätten und Ställe und einen Backofen baute. Sie lebten und arbeiteten dort rund 150 Jahre lang. Im Grunde ist es ein kleines Dorf. Die Höhle misst: 70m in der Höhe, 13m in der Breite und 50m in der Tiefe. Es wurde zu einem Freilichtmuseum und ist sehr sehenswert. Die Höhle war bereits in der Altsteinzeit bewohnt.
Nach diesem spannenden Auftakt geht’s in die Runde zurück und ins Naturreservat hinauf. In der Nähe ist ein Steinbruch aktiv. Hier wird Perlato di Sicilia abgebaut. Das ist ein berühmter, warmer cremefarbener bis beiger Kalkstein (oft als Marmor gehandelt) mit perlmuttartigen Calciteinschlüssen und Fossilien.
Immer weiter aufwärts wandernd erreichen wir einen Abstecher zum Gorgo Cofano. Das ist eine Mulde, die sich zeitweilig mit Regenwasser füllt. Nach rund 3km sind wir am höchsten Punkt der Rundwanderung und genießen eine weitere fabelhafte Aussicht über das Naturreservat und das Meer. Die folgenden ca. 1,2km wandern wir vom Monte Cofano hinab und blicken auf einen historischen Turm der Tonnara del Cofano. Das bezeichnet eine traditionelle Anlage für den Fang von Thunfischen durch ein Netzlabyrinth, das im Meer fest positioniert ist und auf dem Wissen vieler Generationen um die Fischströme basiert.
Wir streifen den Punta della Croce und entlang der Küstenlinie den Punta del Saraceno mit einer historischen Kalkherstellungsgrube. Nächstes historisches Augenmerk fällt auf die Cappella del Crocefisso, die um 1700 entstand. In der Nähe ist die Grotta del Crocefisso und im weiteren Wanderverlauf erreichen wir den Turm, Torre San Giovanni. Der Wachturm aus dem Jahr 1595 wurde erbaut, um Sizilien vor osmanischen und barbaresken Piraten und Kosaren zu schützen. Von hier aus sind es noch rund 2km bis zum Ausgangsort, die wir friedlich, mit Natur und Kultur angereichert, verbringen.
Bildnachweis: Von tato grasso [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons