Im Norden von Nordholland, westlich der ehemaligen Insel Wieringen, erstreckt sich das rund 6-7km² große Amstelmeer als See. Mit dem Bau des Amsteldiepdijk (bis 1924) auf der Nordseite und des Wieringermeerpolders (bis 1930) auf der Südostseite entstand das Amstelmeer. Es wurde zu einem beliebten Revier für Windsurfen, Kitesurfen und Wingfoilen. Wir werden nicht mit einem aufblasbaren Flügel übers Wasser „schweben“, sondern einmal gemütlich drumherum wandern.
Bevor der Damm errichtet wurde, war der ursprüngliche Flusskanal Amsteldiep im Übergang zwischen dem Wattenmeer und der Zuiderzee. Das Amstelmeer war ein Meeresarm des Wattenmeers. Durch seine Abgeschlossenheit wurde aus dem Salzgewässer mehr und mehr ein Süßwassersee, mit Salzwasseraufstieg und etwas Brackwasseranteil. Grund für den Bau war unter anderem der Versuch, die Zuiderzee zu bändigen und sich vor Sturmfluten zu schützen. Wir starten am Westerlandweg beim beliebten Lutjestrand mit Sandstrand zum Baden und den Sportmöglichkeiten.
Wir wandern einmal gegen den Uhrzeigersinn herum und kommen über den Deich, über den auch der Rijkstraatweg (N99) führt. Schauen wir über die rechte Schulter, blicken wir über die Schutzzone Waddenzee. Nächster Spot ist die Vogelbeobachtung Balgzand vor der Balgzandbrug, die den Balgzandkanaal überbrückt. Durch diesen Kanal besteht eine Verbindung mit dem Wattenmeer. Über die Brücke gelangen wir nach Van Ewijcksluis in der Gemeinde Hollands Kroon. Das Dorf wurde nach einem Gouverneur benannt, der mit der Einpolderung des Anna Paulownapolders zu tun hatte. Der Ort Anna Paulowna ist südwestlich von uns.
In Van Ewijcksluis gibt es einen eigenen kleinen Hafen, zu dem wir einen kleinen Abstecher machen können, bevor wir dem GPS folgend zwischen Dorf und Deich weiterwandern und der Route folgen. Hier verlaufen der Amsteldijk und der Amstelmeerweg. Wir kommen nach De Haukes mit dem Jachthafen Den Helder – de Sloep. Der Ort gehört zur ehemaligen Gemeinde Wieringen. Vor dem Deichbau im System der Zuiderzeewerke war Wieringen eine Insel. Hier wurde einiges an Erde geschoben, auch um Land zu gewinnen. Die Runde schließt sich mit frischer Brise um die Nase.
Bildnachweis: Von Bjoertvedt [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons