Im malerischen Val d’Orcia, das 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, liegt der bezaubernde und durch seine heilsamen Thermalquellen bekannte Ort Bagno Vignoni. Den wussten bereits die Etrusker vor Christus zu schätzen. Sehr wohltuend soll das bikarbonat- und sulfathaltige Thermalwasser bei Haut-, Knochen- und Gelenkbeschwerden sein.
Unser Ausgangsort der Rundwanderung, Bagno Vignoni, liegt in der Provinz Siena und in der Gemeinde San Quirico d’Orcia und ist umgeben von einer eindrucksvollen toskanischen hügeligen Landschaft mit Zypressen und Olivenhainen. Der Fiume Orcia (70km lang) fließt südlich und östlich des Ortes mit viel mittelalterlichem Charme. Wir starten vom Parkplatz außerhalb von Bagno Vignoni. Den besten toskanischen Empfang bietet die Zypressenallee, auf der wir in den Ort wandern, durch die auch die bekannte Via Francigena führt.
Im Ort, in dem nur rund 30 Menschen wohnen, orientieren wir uns rechts in Richtung Albergo Le Therme und können uns einen ersten kurativen Eindruck am Wasserbecken holen, auf der Piazza delle Sorgenti. Das sehr mineralhaltige Wasser in diesem historischen Becken fließt mit im Schnitt 52°C zu. Das Baden darin ist verboten („divieto“ = Verbot)), um das historische Bauwerk zu schützen. Will man die Thermalquellen von Kopf bis zu den Zehen genießen, muss man ein offizielles Spa oder ein Thermenhotel aufsuchen.
An der Piazza steht die Chiesa San Giovanni Battista aus dem 13./14. Jahrhundert. Südlich des Dorfes, hinter den Kalksteinfelsen, ist ein weiteres antikes Bad mit milchig-bläulichem Wasser. Dort ist es mit wechselnden Einschränkungen erlaubt, ins Thermalwasser zu gehen. Wir wandern nun erstmal unsere Runde durch die herrliche Naturlandschaft mit ihrer Vegetation aus Wäldchen, Strauchvegetation, Oliven und an einem alten Steinbruch vorbei. Dann geht’s ansteigend aus dem Tal des Orcia hinauf, auch durch die landwirtschaftlich genutzten Flure mit ihren Bauernhöfen und Landgütern.
Wir kommen nach Vignoni Alto mit Resten des Bergfrieds einer Burg aus dem 11. Jahrhundert und mittelalterlicher Bebauung mit kleiner Kirche. Wir machen einen Abstecher dorthin und fallen aus der Zeit! Herrlich – und auch der Ausblick über die Landschaft ist überragend. Wäldchen, Wein und Flur begleiten uns zum Ausgangsort zurück und wir beschließen noch weiteres zu entdecken, wie den Mühlenpark oder das oben erwähnte antike Bad.
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