Diese Wanderung auf dem Weinerlebnisweg durch Mörbisch, Oslip, Oggau und St. Margarethen - kurz: MOOST - mit 21 Stationen nimmt bis zu 9 Stunden Gehzeit in Anspruch und wer eher auf Genusstour statt fast Marathontraining unterwegs ist, plant sich westlich des Neusiedler Sees im Naturpark und UNESCO-Welterbe Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See eine oder mehrere Übernachtungen ein.
Es wird eine stimmungsvolle, abwechslungsreiche Natur- und Kulturwanderung ab Mörbisch. Orte des Wegs: St. Margarethen, Oslip, Oggau und St. Margarethen Berg. Dazwischen liegt die Ländlichkeit des Weinbaugebiets Neusiedlersee-Hügelland, Wiesen, Obstbau und man erhascht auch Blickfenster auf den Neusiedler See. Für das Hand in Hand von Natur und Kultur steht felsengleich die Naturbühne mit Opernfestspielen St. Margarethen am Römersteinbruch (Steinbruch Hummel), zwischen den Höhen Geißriegel und Kogel. Den kann man per Führung besichtigen (Öffnungszeiten/Eintritt). Ganz in der Nähe ist der Family-Park Neusiedler See.
Mörbisch am See, im größten Weinbaugebiet des Burgenlandes, ist Start und Ziel bei der Touristik in der Hauptstraße zwischen den beiden Kirchen, der neugotischen ev. Christuskirche und der kath. Kirche zur Kreuzerhöhung mit gotischem Turm und klassizistischem Saal. Des Weiteren ist in Mörbisch denkmalgeschützt das Kulturgut Hofgassen als UNESCO-Weltkulturerbe. Diese langgestreckten Bauernhofanlagen prägen das typisch pannonische Ortsbild. Die Streckhöfe folgen vom Aufbau einem Schema und zeigen das Leben um 1900.
Dank GPS folgen wir entspannt den Wegen durch Mörbisch, kommen am Friedhof vorbei, an Weinlagen und dann ins direkte Umland durch die Reben und aufwärts zum Martinsplatzl in den Weinbergen mit Seeblick. Ab und wieder auf kommen wir zwischen Wein und Wald am Goldberg rauf und mit Feld und Wiesen nach St. Margarethen im Burgenland hinab. Rund 12km sind gewandert. St. Margarethen Berg gehört zu dieser Marktgemeinde und die Sehenswürdigkeiten sind Römersteinbruch und das Bildhauerhaus mit Skulpturen beim Steinbruch. Wir sehen die Kirche St. Johannes mit spätmittelalterlichem Kern.
Auf dem Güterweg St. Margarethen – Hotter Haussatz durch die Weinlagen nach Oslip mit der Kirche Mariä Himmelfahrt. Etwas außerhalb der Ortsbebauung ist die Cselley-Mühle. Die einstige Mühle des Minoritenklosters Eisenstadt wurde zu einem Kulturort. Es folgen weitere Haken durch die Weinkulturgegend, mal aufwärts, mal abwärts. Wir sehen die fotogene Weinlaubenkugel, die zur Rast und zur Ausschau einlädt. Hier wird auch zum „Duft des Blaufränkischen“ berichtet. Oggau ist nach rund 22km erreicht. Der Ort zählt zu den ältesten Weinbaugemeinden Österreichs und entlang der Hauptstraße reiht sich die pannonische Bebauung hintereinander mit Höfen und Toren.
Nach Oggau wandern wir wieder durch die Weinlagen und kommen nach St. Margarethen Berg und zuvor mit möglichen Abstechern zu den Naturbühnen beim Römersteinbruch St. Margarethen. Den kann man mit einer Führung besichtigen und muss sich eben vorher über die Zeiten informieren. Ein beeindruckendes Areal! Es wird noch immer Kalksandstein gebrochen.
Weiter führt die Wanderung durchs Örtchen St. Margarethen Berg, durch die Weinlagen aufwärts bis auf rund 207m und schließlich hinab in Richtung Neusiedler See. Hier lernen wir noch die Seeufervegetation gegenüber den Weinlagen kennen und kommen nach Mörbisch am See zurück.
Bildnachweis: Von Jakub Hałun [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
Wenn das die erste Wanderrunde im Burgenland und westlich des Neusiedler Sees sein sollte, ergeben sich keine Fragen mehr, warum die Rede vom Weinherz...