Albanien hat sich in den vergangenen Jahren von einem eher unterschätzten Reiseziel zu einer festen Option für den Sommerurlaub entwickelt. Das liegt nicht nur an der Küste, sondern vor allem an der Mischung aus Stränden, Bergen, historischen Städten und vergleichsweise kurzen Distanzen im Land. Dazu kommt, dass Albanien auf dem deutschen Markt deutlich sichtbarer geworden ist: 2025 war das Land „Country of Honor“ auf der ITB Berlin, also auf einer der wichtigsten Tourismusmessen Europas.
Auch die Anreise ist einfacher, als viele noch vermuten. Auf den Airline-Seiten finden sich Direktverbindungen nach Tirana unter anderem ab Berlin mit Wizz Air sowie ab Düsseldorf mit Ryanair; außerdem werden auf Wizz-Air-Seiten auch Verbindungen ab weiteren deutschen Abflughäfen wie Memmingen ausgewiesen. Damit ist Albanien von Deutschland aus heute wesentlich unkomplizierter erreichbar als noch vor wenigen Jahren.
Dass das Land in Deutschland an Aufmerksamkeit gewinnt, zeigt sich auch bei den Besucherzahlen. Nach Angaben der albanischen Nachrichtenagentur ATA kamen 2024 mehr als 400.000 Reisende aus Deutschland nach Albanien, für 2025 wurde sogar das Ziel formuliert, diese Marke auf über eine halbe Million zu steigern. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Albanien längst nicht mehr nur ein Nischenthema für Balkankenner ist, sondern sich in Richtung eines breiteren Sommerziels entwickelt.
Der Reiz des Landes liegt vor allem darin, dass sich ein Urlaub dort sehr unterschiedlich gestalten lässt. Wer ans Meer will, landet schnell an der albanischen Riviera. Wer sich eher für Kultur interessiert, findet mit Berat und Gjirokastra zwei UNESCO-Welterbestätten, die zu den wichtigsten historischen Städten des Landes zählen. Die UNESCO beschreibt beide Orte als herausragende Beispiele osmanisch geprägter Stadtarchitektur. Genau diese Vielfalt macht Albanien als Reiseziel so stark: Man muss sich nicht zwischen Badeurlaub, Rundreise und Kulturtrip entscheiden, weil sich alles miteinander verbinden lässt.
Gerade darin unterscheidet sich Albanien von vielen klassischen Sommerzielen. Es ist kein Land, das sich nur über ein einzelnes Strandgebiet erklärt. Tirana kann ein guter Einstieg sein, aber meist beginnt die eigentliche Reise erst danach. Südlich der Hauptstadt warten Städte wie Berat und Gjirokastra, weiter westlich und südlich öffnet sich die Küste, und im Norden liegen mit Shkodër und den Albanischen Alpen noch einmal ganz andere Landschaften. Die offizielle Tourismuskommunikation des Landes arbeitet deshalb auffallend oft mit Reiserouten statt mit einzelnen Orten, also mit der Idee, Albanien als Land in Bewegung zu erleben.
Genau deshalb ist Albanien ein Reiseziel, das sich besonders gut mit dem Auto erschließt. Nicht weil die Entfernungen riesig wären, sondern weil die interessantesten Orte eher wie eine Kette aufeinander folgen. Wer nur ankommt und an einem einzigen Ort bleibt, sieht oft nur einen Teil des Landes. Wer dagegen mobil ist, kann Küste, historische Städte und Bergregionen viel leichter miteinander verbinden. Das gilt besonders für die Riviera, wo die Strecke selbst Teil des Erlebnisses ist. Der albanische Tourismusauftritt beschreibt die Küstenroute rund um den Llogara-Pass ausdrücklich als Panoramastrecke mit Blick auf das Ionische Meer.
Für die praktische Reiseplanung lohnt sich dabei ein einfacher Unterschied. Wer nach der Landung sofort weiterfahren möchte, ist in der Regel am besten mit einem Mietwagen direkt am Flughafen Tirana bedient. Das spart einen zusätzlichen Transfer, und am Ende der Reise lässt sich das Auto meist auch wieder dort zurückgeben. Wer dagegen zunächst ein paar Tage in Tirana bleiben will, braucht in der Hauptstadt oft nicht sofort ein Auto. In diesem Fall ist es meist sinnvoller, erst später in der Stadt zu mieten und dann weiter in Richtung Küste oder Berge aufzubrechen. Von Tirana aus lassen sich Durrës, Vlorë, Saranda oder auch Shkodër gut als nächste Stationen ansteuern. Diese Art des Reisens passt zu Albanien besser als ein starrer Aufenthalt an nur einem Ort.
Hinzu kommt, dass Albanien noch immer ein gewisses Gefühl von Entdeckung vermittelt, obwohl es längst kein Geheimtipp mehr ist. Das Land ist touristisch sichtbar gewachsen, wirkt aber vielerorts noch nicht so durchinszeniert wie manche etablierte Mittelmeerziele. Gerade das dürfte für viele Reisende aus Deutschland ein Teil der Attraktivität sein: Man erreicht das Land inzwischen relativ einfach, bekommt aber vor Ort noch das Gefühl, etwas Neues zu sehen und nicht nur eine bekannte Urlaubsroutine zu wiederholen. Die steigende Präsenz auf dem deutschen Markt und die wachsenden Besucherzahlen sprechen dafür, dass sich dieses Bild weiter verfestigt.
Wo man den Mietwagen übernimmt, sollte vom Reiseplan abhängen. Wer direkt nach der Ankunft losfahren möchte, fährt meist am besten damit, das Auto gleich am Flughafen Tirana zu übernehmen und es am Ende auch dort wieder zurückzugeben. Wer dagegen zuerst ein paar Tage in Tirana bleiben will, kann den Mietwagen auch später im Stadtzentrum übernehmen und von dort aus weiterreisen, etwa Richtung Durrës, Vlorë, Saranda oder Shkodër.