Der Lago di Montepulciano bildet den Kern eines bedeutsamen Naturreservats. Das Riserva naturale gilt als eines der wichtigsten Feuchtgebiete in Mittelitalien. Wir werden es auf der Rundwanderung gegen den Uhrzeigersinn näher erkunden. Westlich ist Montepulciano und es kommt die A1 vorbei. Östlich ist die Grenze zu Umbrien.
Wir starten am Besucherzentrum. Wir erfahren, dass der Lago di Montepulciano ein Überbleibsel eines viel größeren Sumpfgebietes ist, das zur Zeit der Medici noch einen großen Teil des Chianatals ausgemacht hat. Das Riserva verortet sich im Süden der Val di Chiana. Es umfasst den See, und einen Teil des Canale Maestro della Chiana sowie angrenzende landwirtschaftlich genutzte Flächen. Eine wesentliche Bedeutung kommt dem Süßwassersee auch deshalb zu, weil er einer der wenigen „Tank- und Raststellen“ für Zugvögel zwischen Afrika und Europa darstellt.
Wir wandern entlang dem Sentiero della Bonifica. Von dort führt ein kleiner Abstecher zu einer Beobachtungsstation. Im Süden der Runde kommen wir über den Fosso delle Ripa. Dieser Kanal verbindet den Lago di Montepulciano mit dem Lago di Chiusi, der ebenfalls ein Überbleibsel des Sumpfgebiets ist. Auch dieser See mit seiner Umgebung ist eine bedeutsame Schutzzone.
Nun wandern wir gen Norden und ein kleines Stück bereits durch Umbrien, genießen die Blicke in die Landschaft. Die Vegetation des Naturreservats wird vor allem von Röhricht und Schilf bestimmt. Daneben kommen Arten vor, die in anderen italienischen Feuchtgebieten selten geworden sind, die Seerose beispielsweise, das seltene Sumpfknabenkraut und der Farn Natternzunge.
Im Gebiet brüten unter anderem die Rohrdommel, eine in Europa sehr seltene Reiherart, die einen sehr tiefen tutenden Laut von sich gibt und durch ihr Gefieder im Schilf kaum zu erkennen ist. Außerdem leben dort Moorente, Tauchente, Ohrentaucher, Eisvogel, Teichhuhn und etliche andere Kollegen. Mit dem See zur linken Seite schlagen wir einen Haken durch die Landwirtschaft und kommen schließlich zum Besucherzentrum zurück.
Bildnachweis: Von Davide Mauro [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons