Auf gemischten Untergründen von Asphalt bis Pfad führt der geschichtsträchtige Judensteig im Naturpark Landseer Berge in der Mitte des sich lang ausstreckenden Burgenlands. Es wird einen steilen Abschnitt hinauf zum Pauliberg geben, der Klosterberg bei Landsee wird gestreift, auf dem Weg zur Burgruine Landsee mit herrlicher Aussicht. Mischwald und Kultur sind die Wegbegleiter. In Kobersdorf besuchen wir dann noch das Renaissanceschloss, das im Rahmen von Führungen besichtig werden kann.
In der Schlossgasse ist die ehemalige Synagoge im Stil des Historismus von Kobersdorf. Da sind wir schon in der Geschichte. Durch Krieg und kaiserliche Landverweisung wurden die Juden nach Osten vertrieben und fanden unter den Grafen Esterhazy Zuflucht hier. Die Juden zogen als Kaufleute durchs Land. So entstanden einige Wege, die historisch als Judensteige bezeichnet wurden und als Waldpfade gebührenfrei waren, denn Juden durften vermehrt ordentlich zur Kasse gebeten werden. Der Kobersdorfer Judensteig verband die Juden von Kobersdorf mit der Burg Landsee und mit der Kundschaft in den Gebieten Kirchschlag, Wiesmath, Lichtenegg und Edlitz sowie Wiener Neustadt. Die Bauernhöfe, wo sie Übernachten konnten erhielten den Beinamen Judenbauer.
In Kobersdorf starten wir nahe der katholischen Kirche hl. Nikolaus (1728). Gen Süden verlassen wir den Ort und kommen in die Natur. Nach etwas über 1km öffnet sich die Runde. Wir wandern gegen den Uhrzeiger und noch kaum bergauf. Wir folgen dem Güterweg zur Waldmühle, an einigen Materln entlang, und dem errichteten Naturpark Badesee Kobersdorf. Der Mühlbach fließt linkerhand. Anschließend kommen wir über den Mühlbach bei der Einöde Waldsauerbrunn. Die Route schlägt einen Bogen und nun wird es steiler für die nächsten gut 2km.
Auf den 761m hohen Pauliberg ist ein Basaltwerk aktiv. Wir wandern weiter auf der waldreichen Höhe, sehen die Handler-Wogohof-Kapelle, vor der wir nach links einbiegen, den Klosterberg streifen und den Ortsausgang von Landsee und wandern zur Burgruine Landsee. Die Burg wurde erstmals 1158 erwähnt. Im mittleren Burgenland ist sie eine der größten Burgruinen Mitteleuropas und hat viel erlebt. Von April bis Oktober ist der Wohn- und Wehrturm mit der Aussichtsplattform zugänglich. Der Blick streift von der pannonischen Tiefebene bis in die Bucklige Welt.
Nun geht es über den Judensteig nach Kobersdorf retour und schauen uns dort noch eine gute Weile um. Dort fließt der Schwarzenbach, es gibt eine Heilquelle (Säuerling) im Elisabethpark und eine Schlossbrauerei.
Bildnachweis: Von C.Stadler/Bwag [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons