Gschwendtobelbrücke und Drahtsteg Lingenau (Bregenzerwald)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑382m  ↓382m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Unser Startort ist Egg in Vorarlberg. Mit seinen rund 3.500 Einwohnern, auf 560m gelegen, ist Egg der größte Ort im Bregenzerwald. Drei Brückenbauwerke an der Bregenzer Ach und der Subersach sowie ein Quelltuffgebiet werden uns beeindrucken.

Die Lingenauer Hochbrücke aus Stahlbeton spannt sich 370m lang als Bogenbrücke über die Bregenzer Ach und führt die L205, in 90m Höhe, von der westlich gelegenen L200 sowie Müselbach nach Lingenau und in der Verlängerung nach Hittisau. Nach vier Jahren Bauzeit wurde sie 1969 eingeweiht und war damals die siebtgrößte Brücke dieser Art auf der Welt. Man ahnt es bereits. Bisweilen müssen Menschen vor sich selbst geschützt werden, weshalb man 2011 beidseitig Gitter anbrachte, um Todessehnsüchtige vom Sprung abzuhalten.

Wir genießen den festen Boden unter den Füßen, starten in Egg beim Parkplatz am Schmitterbach, an der Straße Gerbe und biegen bald in den Weg Alte Wälderbahntrasse ein. Die schlängelt sich mit der L200 und der Bregenzer Ach zum Egger Viadukt. Die Bregenzer Ach macht rund 67km, bevor sie in den Bodensee mündet.

Jetzt kommen wir zu einer Meisterleistung von Ingenieur und Zimmermann, der 1834 gebauten Gschwendtobelbrücke, geplant durch Alois Negrelli. Die Brücke für Wanderer über der Subersach ist eine Holzbrücke mit erstaunlichem Gefach-Innenleben. Negrelli, Ingenieur im Verkehrsbau, war auch bei der Planung des Sues-Kanals mit von der Partie.

Unser Weg macht eine Schleife zur Alten Straße Bahnhof hinauf. Die Lingenauer Hochbrücke ist nördlich. Wir gehen östlich, weiter bergauf, erst mit Wald dann durch offene Landschaft, nebst Höfen entlang der Straßen Kleimath und Kurze, in Richtung Lingenau, aber nur bis St. Anna, wo der Blick auf eine Kapelle fällt.

Die Kapelle Heilige Anna auf dem Felde (1722) steht ebenda, erstrahlt symmetrisch, hell verputzt als barocker Bau in der Form eines Tetrakonchos, man könnte auch Vierapsidenkapelle sagen. Vier halbrunde Apsiden sind zu einer Form zusammengefügt, auch aus dem hiesigen Kalktuff.

Wir halten uns gen Süden und wandern talwärts, kommen über Wiesen, durch Wald auf und ab zu einem, sagen wir es ruhig: Geheimtipp, dem Quelltuffgebiet Lingenau mit dem Quelltuff Naturlehrpfad. Es ist ein bisschen eine Anderswelt und lädt zum Entdecken ein, die ausgespülten Felsen, die Farben und Formen, die Vegetation, Wege und Bohlen. Bei diesem Quelltuffvorkommen (Naturdenkmal) handelt es sich um eine der interessantesten Kalksinterbildungen der Alpen. Auf einer Breite von rund 30m fließen und tropfen einige Quellbäche in die Subersach.

Nächstes Highlight ist der Drahtsteg über die Subersach – Indiana Jones lässt grüßen. So viel Abwechslung auf relativ kurzer Distanz begeistert uns, die wir nur noch knapp 2km mit einmal auf und ab durch überwiegend offene Landschaft zu wandern haben.

Bildnachweis: Von böhringer friedrich [CC BY-SA 2.5] via Wikimedia Commons

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