Das Burgenland, das sich schlank in Nord-Süd-Richtung erstreckt, nennt sich mit rund 300 Sonnentagen die „Sonnenseite Österreichs“. Bis 1920 gehörte es noch zu Ungarn und wurde per Vertrag von Trianon nach dem Ersten Weltkrieg an Österreich abgetreten. Eine Runde Sonnenseite wandern wir ab Eisenstadt, der Hauptstadt des Burgenlands. Hinauf geht’s durch den Laubmischwald zur Aussichtswarte am Buchkogel (443m). Ausgangspunkt ist in Eisenstadt das bezaubernde Schloss Esterházy.
Landschaftlich treffen wir auf Wald, Wein und Obst wie Marillen, Pfirsiche oder Mandeln, die sanft hügelige Landschaft am südlichen Fuße des Leithagebirges bis zu einer sacht zur Wulkaebene abfallenden Terrasse. Der Fluss Wulka fließt ein gutes Stück südlich von Eisenstadt. Beim Schloss Esterházy starten wir auf etwas unter 200m. Schloss Esterházy mit Schlosskapelle und großem sehenswerten Schlosspark geht auf eine gotische Burg des 13. Jahrhunderts zurück. Im 17. Jahrhundert kam diese in den Besitz der Familie Esterházy und wurde zum barocken Residenzschloss ausstaffiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es zu diesem heute noch beeindruckenden klassizistischen Gewand. Eigentlich war das Schloss noch größer geplant, aber die Zeit hatte andere Prioritäten und das Geld wurde knapp. Das Schloss und der 50ha große Schlosspark mit Orangerie und Leopoldinentempel sind auf jeden Fall eine Besichtigung wert.
Die Runde mit dem Uhrzeigersinn führt uns durch die Glorietteallee. Rechterhand ist der ausgedehnte Schlosspark und linkerhand sind einige Museen wie das Landesmuseum in der Museumsgasse. Wir wandern ansteigend, kommen am Joseph-Haydn-Konservatorium vorbei, in die Landschaft zur Gloriette (heute: Gaststätte Die Alm) mit klassizistischem Säulenportikus des fürstlichen Jagdschlosses Esterházy sowie Aussichten.
Dann wandern wir auf den Glorietteberg (357m) mit der Raiffeisen-Jubiläumswarte auf der Parapluiewiese. Der Komponist Haydn (1732-1809) war Hofkapellmeister in Eisenstadt. Der Wartturm aus Lärchenholz aus dem Jahr 2012 ersetzt den ursprünglichen von 1957 und ist mit Infotafeln und Balkonen in verschiedenen Himmelsrichtungen ausgestattet. Von der überdachten Aussichtsplattform auf 12m hat man einen herrlichen Blick auf den Neusiedler See, die Wulkaebene und bis Ungarn.
Auf der Parapluiewiese erfährt man auch etwas über die Geschichte dieses Ausflugsziels und anhand weiterer Tafeln noch mehr über die Bäume und Pflanzen im Leithagebirge. Von hier startet auch ein Fitparcours. Wir wandern weiter ansteigend einen Waldbogen zur Kürschnergrube, einem Steinbruchareal. Rund 5km sind es bis hierher gewesen und wir sind recht weit aufgestiegen. In der Höhenlage wandern wir zum Buchkogel (443m) weiter, der nach etwas über 7km erreicht ist. Bereits 1958 stand hier eine Warte. Die jetzige Buchkogelwarte wurde 1993 eingeweiht. Die Aussichten von der Plattform auf ca. 12m sind herrlich: Neusiedler See, Schneeberg, Kleine Karpaten in der Slowakei, Marchfeld und Ungarische Tiefebene.
Dann nehmen wir den Kilometer hierher wieder retour in die Runde und wandern abwärts gen Süden. Dabei kommen wir über das Gscheidkreuz, streifen das ORF-Landesstudio Burgenland und in Eisenstadt die Martinkaserne, die bereits im 18. Jh. eine Kadettenschule war. Wir schlendern ins schmucke Zentrum, das noch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat: Dom St. Martin mit Wurzeln im 13. Jh., Franziskanerkirche und Kloster St. Michael (ab 1625), Haydnmuseum – das leibliche Wohl dürfte auch gut bedient werden!
Bildnachweis: Von C.Stadler/Bwag [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons