Arezzo bildet eine Provinz und ist eine Stadt. Mit rund 96.500 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt in der Toskana und liegt südöstlich von Florenz. Oft wird sie als Juwel der mittelalterlichen Architektur betrachtet. Die Etrusker bilden ihren Ursprung.
Wir lassen uns heute auf dem Stadtbummel einfangen. In Betrachtung der Piazzi, Palazzi, Sakralbauten, der Festung Medicea, der Beschäftigung mit Renaissance-Humanismus und interessanter Museen, wie dem für Archäologie auf Resten eines römischen Amphitheaters, sind auch zu finden. All das wird wundervoll von der toskanischen Landschaft mit ihren malerischen Hügeln eingerahmt.
Vom Bahnhof aus folgen wir der Via Guido Monaco, die zum Platz führt, der dem Musiktheoretiker Guido von Arezzo (auch Guido Monaco, um 992 geboren) gewidmet ist. Der Benediktinermönch war Lehrer in Arezzo. Er schuf die Grundlage der Notenschrift auf vier Linien im Terzabstand und sorgte so dafür, dass Musik besser „lesbar“ wurde.
Dann treffen wir auf die Via Cavour und haben rechts die Piazza San Francesco und dort die Kirche San Francesco aus dem 14. Jahrhundert im einfachen Stil einer Bettelordensarchitektur. Hier blieben Teile unvollendet, weil das Geld ausgegangen war. Im Inneren ist ein bedeutsamer 10-teiliger Freskenzyklus (Mitte 15. Jh.) von Piero della Francesca zu bewundern. Unsere Route führt uns in die Gegenrichtung durch die schmale Gasse, an der sich historische Bauten drängen, zur Badia delle Sante Flora e Lucilia an der Piazza Badia. Die Chiesa di Badia wurde im 14. Jahrhundert als Benediktinerklosterkirche gotisch errichtet, ab 1556 im Stil der Spätrenaissance umgebaut.
In einem Bogen, mit einigen historischen Palazzi am Weg, gelangen wir zur Bischofskirche, der Kathedrale von Arezzo. Der Bau der gotischen, dreischiffigen Basilika dauerte von 1278 bis 1511. Der Campanile kam einige hundert Jahre später dazu und die Fassade ist noch jünger (1900-1914). Um die Kathedrale herum wandern wir noch innerhalb der Stadtmauern, sehen eines der historischen Tore und gelangen zu Panoramaaussichten. Wir sind im Parco della Fortezza Medicea „Il Prato“ – mit einem Gedenken an Francesco Petrarca (1304 in Arezzo – 1374 in Arquà). Der Schriftsteller war Mitbegründer des Renaissance-Humanismus. Antike Gelehrsamkeit sollte wieder hergestellt werden. Bildung und das Individuum rückten wieder mehr in den Mittelpunkt.
Wir kommen zur Fortezza Medicea. Zwischen 1538 und 1560 wurde die Medici-Festung einst imposant als fünfzackige Wehranlage erhöht errichtet. 1880 wurde sie von den Franzosen teilweise gesprengt. Wo Mauern fehlen, gewinnt das Panorama! In der Nähe sind auch noch Fundorte aus der Zeit der Etrusker.
Die schräg abfallende Piazza Grande mit der Pieve di Santa Maria und dem Palazzo delle Fraternita dei Laici (Stadt-Museum) ist das nächste Ziel. Er ist einer der Plätze, an denen seit 1968 regelmäßig (1 × 2 Tage im Monat) die Antiquitätenmesse mit rund 500 Ausstellern stattfindet und zahlreiche Interessenten durch die Gassen bummeln. Die Pieve di Santa Maria (ab 12. Jh.) mit ihren Galeriegängen und dem „Turm der 100 Löcher“, wie der Campanile (um 1330) aufgrund seiner vielen Doppelfenster (Biforen) genannt wird, ist sehr sehenswert. Entlang der Straße Corso Italia würden wir zum Ausgangsort zurückgeleitet. Doch wozu die Eile? Es gibt noch etliches zu entdecken und zu schmecken.
Bildnachweis: Von Gzen92 [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons