Eifel

„Die Eifel hat ihresgleichen nicht in der Welt“ schrieb Leopold von Buch im Jahr 1820. Der Geologe war weitgereist, musste es also wissen. Die Eifel ist ein Mittelgebirge, doch dieser Begriff wird ihrer landschaftlichen und kulturellen Vielfalt kaum gerecht. Denn auch darin liegt ihre Einzigartigkeit: Spektakuläre Vulkanlandschaften, romantische Burgen, Bauten der alten Römer, ausgedehnte Moorflächen - man kann kaum in einem Satz zusammenfassen, was die Eifel ihren Besuchern bietet. Dennoch ist die Eifel längst nicht so überlaufen wie andere, touristisch stark vermarktete Wanderreviere. Es ist ein weites, häufig stilles Land, in dem man auf Entdeckungstour gehen kann.

Aachen, Köln, Koblenz und Trier sind die vier großen Städte, die das Wandergebiet Eifel abstecken. Die Grenzen im Süden und Osten folgen dem Verlauf zweier großer Flüsse: Im Süden ist es die vielfach gewundene Mosel zwischen steil abfallenden, rebenbewachsenen Hängen. Im Osten Vater Rhein, der gemächlich vom Deutschen Eck in Koblenz nach Köln fließt. Im Westen folgen wir für die Abgrenzung der Grenze zu Luxemburg und Belgien. Die Nordgrenze des Wandergebiets Eifel verläuft in etwa parallel zur Autobahn A 4.

Woher der Name Eifel stammt, ist nicht endgültig geklärt. Vielleicht ist der Ursprung der Begriff Anfali, grob übersetzbar mit "nicht ganz so ebene Fläche". Vielleicht aber auch das Wort Akuella, das so viel wie "Land mit Spitzen" bedeutet. Beides beschreibt die Eifel recht zutreffend, denn Berge gibt es. Der höchste ist die Hohe Acht (747m), der einzige Eifel-Berg, der es über 700 Höhenmeter schafft. Auch die Täler sind nicht so tief eingeschnitten wie in manch anderem Mittelgebirge, so dass man die Eifel überwiegend eher als sanft wellig beschreiben kann.

Für viele Besucher ist der Vulkanismus ein zentraler Aspekt der Eifel. Die Vulkaneifel liegt passenderweise im Zentrum der Eifel und bietet viele Anlaufstellen für Freizeit-Vulkanier wie den Vulkangarten Steffeln, das Basaltlabyrinth am Arensberg (590m), die Vulcano-Infoplattform auf der Steineberger Ley (557m), den Vulkanerlebnispark Mosenberg, das Vulkanpark-Erlebniszentrum Terra Vulcania in Mayen und den Lava-Dome in Mendig. Top-Sehenswürdigkeiten der Vulkaneifel sind allerdings die Abtei Maria Laach, der Nürburgring, der Geysir Andernach, Kloster Himmerod, Schloss Bürresheim und der Laacher See (331ha) - der größte See in Rheinland-Pfalz.

Um die Vulkaneifel herum gruppieren sich weitere Gebiete. Die nordöstlich Ecke bildet die Rhein-Eifel mit dem Höhenzug der Ville, dem Erft- und dem Swisttal, den Rheinterrassen und dem Vorgebirge. Mehr Landwirtschaft als Wald, dafür aber ungezählte Wasserburgen warten dort auf den Besucher. 47 Seen und ebensoviele Aussichtspunkte sowie 27 Gärten und Parkanlagen an den Schlössern und Burgen verzeichnet der Naturpark des Jahres 2009 insgesamt. Und natürlich ist das kulturhistorische Angebot in Köln und Bonn auf jeden Fall sehenswert.

Die Ahr-Eifel erstreckt sich entlang des Ahr, einem 85km langen Fluss, der bei Blankenheim entspringt und an der Goldenen Meile in den Rhein mündet. Das Weinbaugebiet Ahr ist das größte geschlossene Rotweinanbaugebiet Deutschlands. Der Rotweinwanderweg führt wie der Ahrsteig mitten hindurch. Wichtige Sehenswürdigkeiten in der Ahr-Eifel sind Burg Blankenheim, das Eifelmuseum, die Wolfsschlucht, Lydiaturm und Krausbergturm, der Grüne Pütz und der Archäologische Landschaftspark Nettersheim, das zerklüftete Ahrtal, der Regierungsbunker, das Kurhaus in Bad Neuenahr und die schmucken Ortskerne von Bad Münstereifel und Ahrweiler.

Mindestens genauso beliebt sind die Moselweine, womit wir auch schon beim nächsten Wandergebiet wären. Die Mosel-Eifel erstreckt sich von Trier bis Koblenz und gilt als älteste und steilste Weinregion Europas. Burg Eltz, Burg Pyrmont, die Reichsburg in Cochem, Burg Arras, das Tal der Wasserfälle, die Klöster Springiersbach und Ebernach sowie Landschaften wie die Calmont-Region und der Meulenwald machen die Mosel-Eifel zu einem Magneten für Ausflugsgäste aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien.

Die Südeifel ist ein spannendes Stück Eifel. Vom Schwarzen Mann (698m) in der Schneifel bis zur Teufelsschlucht bei Ernzen, von der Schönecker Schweiz bis zur Grünen Hölle, vom Tal der tausend Schmetterlinge zu den Irreler Wasserfällen, von Schloss Malberg zur Burg Neuerburg, von der ehemaligen Reichtsabtei Prüm bis zur Liebfrauenkirche in Bitburg: die Südeifel präsentiert sich als bunte Mischung aus Kultur und Natur im Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Belgien.

Im Nordwesten schließlich finden wir die Nordeifel mit dem Hohen Venn, dem Rurtal und der Städteregion Aachen. Die großen Mengen an Niederschlägen haben auf dem schildartig gewölbten Hochplateau ein Hochmoor entstehen lassen. Wasser ist auch das bestimmende Element im Rurtal: der Flusslauf und mehrere Talsperren versorgen weite Landstriche mit Trinkwasser. Daneben zeichnet sich die Rureifel durch ausgedehnte Waldflächen aus. Die Städteregion Aachen schließlich punktet vor allem mit kulturellen Highlights, der Dom zu Aachen mit der Pfalzkapelle allen voran.

Wer in der Eifel ans Wandern denkt, kommt am Eifelsteig nicht vorbei. „Wo Fels und Wasser dich begleiten“ lautet der Slogan des 313km langen Weges, der im westlichen Teil der Eifel von Aachen bis nach Trier führt. In der Vulkaneifel laden die Vulkaneifel-Pfade zu Tagestouren ein. Im Süden der Eifel verläuft rechts und links der Mosel der Moselsteig, in der Ahr-Eifel der Ahrsteig und der Rotweinwanderweg und am linken Ufer des Rheins der Rheinburgenweg.

Das Wandergebiet Eifel umfasst ganz oder teilweise ein ganzes Dutzend Landkreise aus zwei Bundesländern. Zu Nordrhein-Westfalen gehören die Kreise Euskirchen (EU), Düren (DN), Rhein-Sieg-Kreis (SU), Rhein-Erft-Kreis (BM), die Städteregion Aachen (AC) und die linksrheinischen Stadtteile von Köln (K) und Bonn (BN). Zu Rheinland-Pfalz gehören die Kreise Ahrweiler (AW), Bitburg-Prüm (BIT), Vulkaneifel (DAU), Cochem-Zell (COC), Bernkastel-Wittlich (WIL), Mayen-Koblenz (MYK) und Trier-Saarburg (TR).

In einigen Teilen der Eifel ist der Weg zur nächsten Autobahn recht weit. Am Nordrand verläuft die A 4 in Ost-West-Richtung, am östlichen Rand die A 61 in Nord-Süd-Richtung. In die Eifel selbst hinein führt nur die A 1, die südlich von Bad Münstereifel endet und dann ab der Vulkaneifel weiter südwärts zur Mosel nach Schweich führt.

IVW
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