Messinghausen

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Bis 1974 war Messinghausen eine eigenständige Gemeinde, die 1975 im Rahmen der kommunalen Gebietsreform zu Brilon eingemeindet wurde. Der Ort, der seinen dörflichen Charakter behalten hat, liegt im Tal der Hoppecke, rund 7km östlich der Briloner Kernstadt. Der Fluss hat sich zwischen die Mittelgebirgsgipfel gegraben und fließt zwischen steil aufragenden Berghängen hindurch. Im Norden erhebt sich der Sticklenberg (507m), im Süden der Hansenberg (560m).

Vom Gipfel des Sticklenbergs überschaut ein 7m hohes weißes Kreuz das Tal. Es ist das Konstantinkreuz, benannt nach dem römischen Kaiser Konstantin. Er machte im Jahr 313 das Christentum zur offiziellen Staatsreligion, und daran erinnert auch die Inschrift. Im Jahr 1913, 1.600 Jahre nach dem denkwürdigen Ereignis, stellten die Messinghäuser das Kreuz auf, angeregt durch den damaligen Vikar. Seitdem ist das Kreuz das Wahrzeichen des Dorfes, das jährlich am ersten Oktober Ziel einer feierlichen Prozession ist. Und außerdem ist die Aussicht vom Gipfel des Sticklenbergs grandios. Der Naturpark Diemelsee und die Berge des Sauerlands liegen im Blickfeld, deutlich zu erkennen sind im Südwesten die Bruchhauser Steine.

Überhaupt gibt es in und um Messinghausen vieles zu sehen, was religiösen Hintergrund hat. Zum Beispiel die Lourdes-Grotte, gestiftet im Jahr 1933 von einer Familie aus dem Ort zu Ehren der Mutter Gottes. Oder das Feldkreuz am Wanderweg Richtung Rösenbeck, das an einen Unglücksfall Anfang des 20. Jahrhunderts erinnert, bei dem ein Bauer während der Ernte zu Tode kam. Oder auch der über 300 Jahre alte Bildstock am Plattenberg-Weg westlich des Ortes. Der Bildstock mit einer Pietà aus dem Jahr 1681 ist unter einer schönen alten Linde zu finden.

Wenn schon von sakraler Kunst die Rede ist, dann muss auch die St. Vitus Kirche erwähnt werden. Bzw. beide St. Vitus Kirchen, in gewisser Weise, die alte und die neue. Von der alten ist nur noch der Kirchturm erhalten, ein Bauwerk mit quadratischem Grundriss und gotischen Fensterbögen. Von einer kleinen Anhöhe aus überschaut er den Ort, und die erhaltenen Mauerreste des Kirchenschiffs lassen dessen Ausrichtung und Lage erahnen. Als Ersatz für dieses nicht mehr vorhandene Kirchenschiff bauten die Messinghäuser in den 1960er Jahren die moderne Zeltdachkirche. Sie hat ein beeindruckendes viertüriges Bronzeguss-Portal, das ebenso wie der Altar vom Sauerländer Künstler Theo Sprenger gestaltet wurde.

Sprenger schuf auch die Geschichtssäule, die man an der Stelle findet, wo früher das Spritzenhaus der Feuerwehr stand. Es erinnert seit 2001 an die Gründung des Ortes im Jahr 1101. Er verwendete dazu Anröchter grünen Sandstein, ein Material, das auch gern für Sakralbauten und religiöse Kunst verwendet wurde. Die Bildstöcke des Altenbürener Kreuzwegs oder die evangelische Johanneskirche in Iserlohn-Hennen sind Beispiele dafür, aber auch der Altar in der hiesigen neuen St. Vitus Kirche. An der Steinsäule angebracht sind Bronzetafeln, die aus der Geschichte des Ortes erzählen.

Zwar ist das Sauerland das Land der tausend Berge, doch ebenso wie für Wanderer kann es auch für Taucher interessant sein. In der Tauchszene weithin ein Begriff ist der Blaue See, auch der See im Berg genannt. Auf der Burg (507m) südwestlich des Ortes war bis 1984 ein Diabas-Steinbruch in Betrieb. Nachdem er stillgelegt worden war, hatte sich der See gebildet. Rund 40m tief kann man darin bei bester Sicht tauchen, Taucher aus ganz Deutschland schätzen ihn vor allem wegen seines klaren Wassers.

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