Dillhöhenweg (links der Dill)
Die Dill ist der zweitlängste Zufluss der Lahn und bildet die geographische Ost-Grenze des Westerwalds. Von der Dillquelle über Haiger, Dillenburg und Herborn bis zur Mündung in die Lahn legt der Fluss 55km zurück. Der Dillhöhenweg begleitet den Wasserlauf beidseitig. Links der Dill – also die dem Westerwald abgewandte Seite – ist der Dillhöhenweg mit dem Buchstaben „D“ in schwarz auf weißem Grund über die Strecke von 68km ausgeschildert. Wir befinden uns hier im engeren Wortsinne nicht mehr im Westerwald, sondern im Lahn-Dill-Bergland.
Beginn der Wanderung ist die Dillquelle auf der Haincher Höhe, etwa 2km nordöstlich von Offdilln. Hier sollte man eine kurze Besichtigung der 1776 von Johann Heinrich Hoffmann im Barockstil erbauten Kapelle einplanen. Von Offdilln führt der Westerwaldweg talabwärts über Fellerdilln und Rodenbach bis nach Haiger. Kurz vorher läuft der Roßbach zu und stärkt die Dill, die in Haiger schon als keiner Fluss erscheint. In Haiger kann man bei einem Rundgang über den Marktplatz die bereits 1048 erbaute Stadtkirche besichtigen. Der Altarraum wurde von 1485-1490 von flämischen Malern mit drei prächtigen Freskenzyklen ausgestaltet.
Nach Haiger geht es durch das Dilltal weiter an Sechshelden vorbei in die Oranierstadt Dillenburg, dem Geburtsort von Wilhelm von Oranien, dem Befreier Hollands. Eine prächtige Fachwerkaltstadt, die unterirdischen Verteidigungsanlagen (Kasematten) und der zur Erinnerung an Wilhelm von Oranien 1872-75 erbaute Wilhelmsturm sind einige der eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten, die man in Dillenburg erkunden sollte. Auch die Wilhelmstraße mit dem Hessischen Landgestüt ist mit ihrer repräsentativen Straßenfront einen Abstecher wert.
Von Dillenburg führt der Weg an die Mündung der Schelde in die Dill bei Niederscheld und schließlich nach Herborn, dem „nassausischen Rothenburg“. Eine der schönsten Fachwerkaltstädte im Westerwald und die historische Hohe Schule möchten gewürdigt werden. Der Wanderer kann in Herborn eine gepflegte Rast einlegen, denn der belebte Ortskern verfügt über zahlreiche schmucke Cafés und Restaurant.
Ab Herborn bietet die weitere Wegführung dem Wanderer nun wieder die Möglichkeit, viel Natur und Ruhe zu genießen. Der Weg richtet sich in östlicher Richtung hinein in ein lang gezogenes Waldgebiet, bis er Bellersdorf erreicht. Hier knickt der Dillhöhenweg wieder in südliche Richtung ab und man erreicht die kleinen Ortschaften Oberlemp und Bechlingen. Hier ist neben dem Quellgebiet der ruhigste Abschnitt des Dilltals, das sich schon bald wieder bei Aßlar deutlich stärker besiedelt zeigt.
Am Zielpunkt in Wetzlar mündet die Dill dann in die Lahn und man erreicht ein großes Wanderwegekreuz, das zahlreiche Anschlussmöglichkeiten bietet. Aber bevor man weiter wandert, sollte man in Wetzlar auf jeden Fall den Dom und die historische Altstadt besichtigen. Wetzlar war lange Jahre Sitz des Reichskammergerichts – dem höchsten Gericht des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation.
Streckenverlauf:
Dillquelle – Haiger – Dillenburg – Herborn – Bellersdorf – Aßlar – Wetzlar
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Kommentare
michaelhenkel
Mo, 08/23/2010 - 10:06
Permanenter Link
Dillhöhenweg
Wir haben im August 2010 den Dillhöhenweg (links der Dill), an der Dillquelle beginnend, per MTB in Angriff genommen. Schon nach wenigen Kilometern wurden die Wegmarkierungen (schwarzes D auf weißem Grund) lückenhaft, im Gebiet Offdilln/Hauberg wurde der Weg schlicht weg unzumutbar, er "verlief" durch eine Unterholz-/Ginsterwildnis, in der selbst ein Wanderer mit Machete Probleme gehabt hätte weiter zu kommen. Vom weiteren Wegverlauf und Markierungen keine Spur! Nach gefühlsmäßiger Umfahrung sind wir wieder auf vereinzelte Markierungen gestoßen, die sogar einmal in die falsche (!) Richtung gezeigt haben. Die Tour wurde zur Nervenprobe, unzählige Weggabelungen, Kreuzungen, etc. ohne jede Markierung! Ständiges Rätselraten über weiteren Streckenverlauf, Vorfahren nach einem "D" suchen, Zurückfahren, Verfahren.... Nach 3 Stunden schließlich auf den Rothaarsteig, dessen Markierung perfekt ist, umgestiegen um wenigstens flüssig nach Dillenburg zu kommen. Von hier letztendlich auf dem R8 frustiert und sehr entäuscht über den "Dillhöhenweg" nach Wetzlar gefahren.
Der Dillhöhenweg ist, zumindest im oberen Teil Dillquelle/Haiger/Dillenburg, als markierter Wanderweg nicht existent!