Oberndorfer Höhe (Hilchenbach)

Auf den Rothaarvorhöhen am Nordostrand des Hilchenbacher Winkels befindet sich ein weitläufiges und beliebtes Wanderrevier. Nicht wenige Wanderwege nutzen den Rothaarkamm als eine an Aussichten reiche Route. Am Dreiherrenstein trafen früher die Landesgrenzen von Nassau, Westfalen und Kurköln zusammen. Heute berühren sich hier die Kreisgrenzen von Siegerland-Wittgenstein und der Region Olpe.

Der Dreiherrenstein liegt auf einem Nebengipfel direkt am Riemen (678m), dem höchsten Gipfel des historischen Siegerlands (also ohne Wittgenstein, da gehts nämlich noch höher hinauf). Zahlreiche Wanderwege führen hier oben entlang, darunter der Rothaarsteig und einige Hauptwanderwege des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) wie der Siegerland Höhenring.

Naturliebhaber sollten die beiden Bachtäler südlich des Dreiherrnsteins erkunden. Das Obere Zinser Bachtal und das Elberndorfer Bachtal sind seit 1990 bzw. 1996 Naturschutzgebiete mit einer ganz besonderen Flora und Fauna. In der halb offenen Landschaft dürfen die Bachläufe naturbelassen durch ihre Täler mäandern. Sie ziehen sich im weiteren Verlauf in östlicher Richtung hinüber ins Wittgensteiner Land, wo die Bäche schlussendlich der Eder zufließen.

Um auf dem schweren und nassen Boden die typische Vegetation zu fördern, musste das Elberndorfer Tal zunächst entfichtet werden. Für die Forstwirtschaft war das kein allzu großer Verlust, denn diese Böden sind für Fichten sowieso nicht sehr gut geeignet. Heute haben sich dort sehenswerte Bestände von Erlen, Eschen und Birken entwickelt, aber auch verschiedene Grünlandformen wie Feucht- oder Nassgrünland bildeten sich wieder. Wer ganz viel Glück hat, kann zwischen Wollgras und Orchideen vielleicht sogar einen Blick auf einen Schwarzstorch erhaschen.

Wer vom Riemen auf dem Bergkamm und dem Verlauf des Rothaarsteigs folgt, gelangt nach kurzer Strecke auf die Oberndorfer Höhe. Der Wanderparkplatz hier oben an der Grenze zwischen Siegerland und dem Kreis Olpe ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Rothaarkamm. Eine Informationstafel am Parkplatz hält eine Auswahl an Rundwanderwegen für jeden Geschmack und für jede Kondition bereit.

Von hier aus ist es nicht weit zur Ferndorfquelle, die auf rund 600m Höhe entspringt. Die Ferndorf durchläuft Hilchenbach und Kreuztal und mündet nach gut 24km bei Weidenau in die Sieg. Wer dem Ferndorfbach ins Tal folgt, kommt über Oberndorf und Helberhausen direkt nach Hilchenbach.

Helbershausen galt bis zur Eingemeindung nach Hilchenbach 1969 als Mittelpunkt des oberen Ferndorftals. Hier florierte im 17. Jahrhundert ein besonderes Handwerk: die Löffelschnitzerei. Daran erinnert heute noch die Löffelstraße. Aus Ahorn schnitzten damals die Viehhirten Löffel, die sich rasch zum echten Exportschlager entwickelten und bis nach Westindien gelangten. Doch als die Schnitzer mangels Ahorn auf Birkenholz umsteigen mussten, das längst nicht so haltbar war, ging es mit der Löffelschnitzerei schnell bergab. 1920 schließlich war ganz Schluss damit.

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