Kirchhain

Nordöstlich der Einmündung der Wohra in die Ohm liegt die Kleinstadt Kirchhain. Im Mittelalter führten die Langen Hessen – eine Handelsstraße, die Frankfurt mit Eisenach verband – und die Straße von Köln nach Leipzig durch Kirchhain. Die gute Verkehrsanbindung führte allerdings auch dazu, dass öfters Truppen einmarschierten. So quartierten sich im Dreißigjährigen Krieg gut 12.000 Soldaten in Kirchhain ein – und das bei damals nur tausend Einwohnern.

Überstanden hat alle diese Wirren das Fachwerkrathaus, das bereits um 1450 erbaut wurde und heute das Wahrzeichen von Kirchhain ist. Direkt benachbart steht das Haus zum Blauen Löwen, das 1612 erbaut wurde. 35 Jahre später wurde hier der Literat Eberhard Werner Happel geboren, der u.a. wichtige zeitgeschichtliche Beiträge zum Studentenleben nach dem Dreißigjährigen Krieg verfasste.

Kirchhain bekam seinen Namen wegen seiner hoch über seine Dächer aufragenden Stadtkirche. Die heutige Kirche St. Michael stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahre 1555, nach Beschädigung durch ein großes Feuer, ersetzte eine Balkendecke das alte Deckengewölbe. Der Chor wurde erst viel später, nämlich in den 1930er Jahren, im Zuge einer Renovierung angebaut.

Teile der alten Stadtbefestigung von Kirchhain sind noch Hexenturm sowie am Annapark zu sehen. Der Annapark wurde 1828 als Friedhof in Betrieb genommen und bis 1899 genutzt. 1913 stiftete ein Unternehmer Geld, um aus dem alten Friedhof einen Erholungspark zu machen. Die Stadtväter nahmen das Geld dankbar an und widmeten den Park der in Kirchhain geborenen Ehefrau des Brauereibesitzers, einer Anna Bopp. So wurde aus dem Friedhof der Annapark, eine Oase der Ruhe im alten Stadtkern von Kirchhain mit Ruhebänken, Kinderspielgeräten, Boulebahnen und den Ehrenmalen für die Kriegsgefallenen.

Auch 2007 spendeten Kirchhainer Bürger noch einmal Geld – rausgekommen ist dabei der Skulpturenpfad Kirchhain, der von der Fußgängerzone über den Annapark über gut 2km bis zum Erlensee führt. Der Skulpturenpfad verbindet derzeit zehn Werke, die zumeist von regionalen Künstlern stammen. Aber auch der international renommierte Designer Luigi Colani steuerte eine Plastik – den Tropen La Goutte – bei.

Schon immer gab es, begünstigt durch die Lage an den alten Handelsrouten, große Märkte in Kirchhain. Bis heute hat sich diese Tradition gehalten. Mehrere zehntausend Menschen besuchen jährlich Ostermarkt und Martinsmarkt. Besonders beliebt ist der Neujahrsmarkt am letzten Werktag vor Silvester und der Kirchhainer Kunstmarkt am ersten Adventswochenende, der im Bürgerhaus veranstaltet wird, während draußen die Glühweinbuden des Weihnachtsmarkts weltliche Abwechslung versprechen.

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