Herborn Hohe Schule

Beitrag erstellt 28.02.2009 - 13:35 von tomtom

Die Hohe Schule in Herborn Academia NassauensisÜber den Kornmarkt gelangt man zum Hauptgebäude der Hohen Schule^in Herborn. Die Academia Nassauensis wurde 1584 gegründet.

Das Universitätsprivileg erhielt sie als calvinistische Einrichtung nie. Bis zur Schließung 1817 wurden an Deutschlands kleinster Hochschule aber immerhin 6.000 Absolventen in vier Fachrichtungen ausgebildet.
 
Jan Amos Comenius-Gedenktafel an der Hohen Schule HerbornDer bedeutendste Student war von 1611-13 Johann Amos Comenius, einer der Väter der modernen Pädagogik. Die Hochschule ging in dem „Theologischen Seminar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau“ auf. Die Gebäude der Hohen Schule Herborn werden heute gastronomisch genutzt.

Blick auf das Herborner SchlossÜber den Schulhof führt eine enge Gasse über den Burgberg zum Herborner Schloss. Es geht zurück auf eine Turmhügelburg des 12. Jahrhunderts, die Zentrum der Herborner Mark war. Die Herborner Mark war von den Landgrafen von Hessen an die Grafen von Nassau 1305 verlehnt worden.
 
Diese bevorzugten jedoch ihre eigene Burg im nur 7km entfernten Dillenburg, so dass die zum Schloss ausgebaute Burg seit 1806 nicht mehr bewohnt wurde. Erst der Einzug des Theologischen Seminars aus der geschlossenen Hohen Schule und umfangreiche Restaurationsarbeiten in den Jahren 1929-31 haben das Schloss vor dem Verfall bewahrt.

Evangelische Stadtkirche in Herborn im WesterwaldFast auf gleicher Höhe wie das Schloss liegt die Herborner Stadtkirche. Im Inneren zeichnet sich die Kirche durch ein aufwändiges Netzgewölbe (um 1490) im Chor und schöne Renaissance-Emporen im Hauptschiff aus.
 
Herborner Hexenturm an der alten StadtmauerWestlich der Kirche steht als auffälliger Rest der Stadtbefestigung der „Bürgerturm“. Hier landeten straffällige Bürger, während – ganz nach alter Ständeordnung – Schwerverbrecher im Hexenturm und aufmüpfige Studenten der Hohen Schule im Karzerturm büßen mussten.
 
Vom Bürgerturm aus kommt man zum Paulshof. Während der Blütezeit der Hohen Schule wurde hier die Corvinsche Druckerei betrieben, damals ein führendes europäisches Verlagshaus. Die Sackgasse unterhalb des Corvinschen Hauses führte im Mittelalter zur „Steinernen Pforte“, dem vermutlich ältesten gemauerten Stadttor Herborns.

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