Was ist Bushcrafting?


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Leben in der Natur, fernab jeder Zivilisation – klingt das für Dich befreiend und nach einem Abenteuer? Dann ist der neue Trend Bushcrafting genau das Richtige. Wir erklären Dir, was es damit auf sich hat, wie Bushcrafting funktioniert und was Du insbesondere in Deutschland dabei beachten solltest.

Definition von Bushcrafting

Der Begriff Bushcraft oder Bushcrafting stammt aus dem englischsprachigen Raum. „Bush“ steht für „Wald“ oder „Wildnis“ und „Craft“ lässt sich mit „Handwerk“ übersetzen. Wer etwas „craftet“, stellt selbst etwas her.

Bushcrafting beschäftigt sich mit dem Ansatz, eine Verbindung zum Leben seiner Vorfahren herzustellen. Was zunächst esoterisch klingt, ist jedoch gar nicht so. Es bedeutet lediglich, dass Du eine Zeit lang so lebst wie die ersten Menschen. Du verzichtest bei Bushcraft auf Internet, Elektrizität und fließendes Wasser. Somit lebst Du nur von und mit dem, was Du draußen in der Natur findest.

Dabei handelt es sich bei Bushcraft nicht um eine starre Definition. Jeder darf sich selbst aussuchen, was es für ihn bedeutet. Die Hauptsache ist, dass Du in der freien Natur unterwegs bist und zumindest für den Moment das alltägliche, hektische Leben hinter Dir lässt.

Die Ziele von Bushcrafting

Neben dem Zurückfinden zu den Ursprüngen ist das offensichtlichste Ziel von Bushcraft, dass Du nur von dem überlebst, was Du in der Natur findest. Das schließt die Nahrung mit ein, aber auch Deine Unterkunft. So können Menschen Ihrem Alltag entfliehen, der meist stark von Technik und Stress geprägt ist. Du kannst Bushcraft somit auch als eine Art Detox betrachten.

Was brauche ich für Bushcrafting?

Für Bushcraft solltest Du Dich gut vorbereiten. Lege Dir wetterfeste Kleidung zu. Sie sollte im Winter wärmen und im Sommer leicht sein. Daher sind Loden für kalte Temperaturen und Leinen bei Hitze zu empfehlen. Zudem solltest Du ein gutes Messer sowie ein Erste-Hilfe-Set mitnehmen. In einem speziellen Trekking-Rucksack verstaut, ist Deine Ausrüstung sicher. Vergiss auch nicht das richtige Schuhwerk zum Wandern.

Bushcrafting in Deutschland – was musst Du beachten?

Bushcraft selbst hat keine starren Regeln oder Gesetze. Länder wie Deutschland aber schon. Daher ist es nicht ganz so problemlos möglich, Bushcraft in Deutschland zu betreiben. Du solltest daher vor Deinem Outdoor-Abenteuer genau wissen, was Du beachten musst.

Es beginnt mit der Art der Unterkunft. Für gewöhnlich baust Du Dir bei Bushcraft selbst eine Unterkunft mit Ästen, Stöcken und allem, was Du in der Natur findest. Auch Zelte sind erlaubt. Allerdings darfst Du in Deutschland weder eine Unterkunft auf einem Grundstück bauen, das Dir nicht gehört, noch ist Wildcampen erlaubt. Was Du jedoch darfst, ist, mit einem Schlafsack im Freien schlafen. Selbst eine Hängematte – die wesentlich leichter zu transportieren ist als ein Schlafsack – stellt eine Grauzone dar.

Die nächste Schwierigkeit liegt in der Nahrungsbeschaffung. Um Tiere jagen zu dürfen, benötigst Du eine entsprechende Erlaubnis. Diese erhältst Du erst nach Kursen und Prüfungen und musst einiges beachten. Das gilt auch für Fische. Beeren, Pilze, Obst und Gemüse darfst Du jedoch ohne Bedenken sammeln.

Pass auch auf, wenn Du ein Lagerfeuer machen möchtest. Dieses kann hohe Strafen nach sich ziehen. Offenes Feuer wird nicht selten mit einer Geldstrafe bis zu mehreren 10.000 € bestraft. Bei einem Waldbrand droht sogar die Freiheitsstrafe.

Bushcrafting betreiben: Die Lösung

Die wohl am nächsten liegende Lösung für Bushcraft ohne Einschränkungen ist, es in einem anderen Land als Deutschland zu betreiben. Viele Länder sind wesentlich lockerer, was Wildcampen und Fische fangen ohne Genehmigung betrifft. Daher solltest Du Dich nach geeigneten Reisezielen erkundigen.

Wenn Du Bushcraft trotzdem zunächst in Deutschland versuchen möchtest und nicht in einem Schlafsack im Freien schlafen willst, kannst Du Dich auf sogenannte Trekking-Plätze begeben. Hier darfst Du Dein Zelt aufschlagen, hast aber nicht den üblichen Luxus von einem Campingplatz. Toiletten und Duschen sind hier Fehlanzeige. Also eignen sich diese Plätze für Bushcraft optimal.

Bildnachweis: Von 2 Bro’s Media [Lizenz] via Unsplash


Dieser Artikel ist im Ressort Wanderratgeber erschienen.
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