Warsteiner Hügelland

Im Norden des Sauerlands trennt das Möhnetal den Arnsberger Wald vom Haarstrang und genau hier, am nördlichsten Rand des Sauerlands, liegt die 1072 erstmals erwähnte Stadt Warstein. Wobei diese Erwähnung erwiesenermaßen eine Fälschung ist, die um 1200 vorgenommen wurde. Aber im Vergleich zur Siedlungsgeschichte der Region insgesamt ist dieser Unterschied minimal, denn schon in der mittleren Steinzeit lebten auf Warsteiner Grund Menschen. Das zeigen Funde aus den Kulturhöhlen bei Warstein und Kallenhardt, der Bilsteinhöhle und dem Hohlen Stein.

Das Warsteiner Hügelland entspricht nicht ganz dem Warsteiner Stadtgebiet. Ganz im Norden schneidet das Möhnetal ein wenig vom Stadtgebiet ab. Nördlich der Möhne, wo die fruchtbaren Lössböden bestens für die Landwirtschaft geeignet sind, liegt geographisch betrachtet schon die Region Haarstrang. Im Osten rechnen wir Kallenhardt zum Warsteiner Hügelland, obwohl es doch politisch zu Rüthen gehört - geologisch und vom Charakter her ist Kallenhardt jedoch ein einwandfreier Teil des Sauerlands. Im Süden schlagen wir einen schmalen Streifen des Warsteiner Stadtgebiets dem Plackwald zu, und zwar genau den Bergkamm, der das Rückgrat des Plackwaldes bildet.

Damit sind auch schon fast alle Nachbarn des Warsteiner Hügellands genannt: Plackwald im Süden, der Haarstrang auf den Hellwegbörden im Norden. Bleiben noch im Osten die Briloner Hochfläche, im Westen die Arnsberger Ruhrschleifen und das untere Möhnetal.

Warstein liegt wie auch Brilon oder Hemer auf einem devonischen Massenkalkzug. Das Kalkgestein, das sich vom Wasser zu wunderschönen Tropfsteinhöhlen auswaschen lässt, ist einst ein gewaltiges Korallenriff gewesen, als das Sauerland vor Millionen von Jahren am Meeresboden lag. Manche der Steinbrüche sind nach wie vor in Gebrauch und liefern einen qualitativ sehr hochwertigen Kalkstein. Vor allem südöstlich der Warsteiner Kernstadt reiht sich ein Steinbruch an den anderen, und die entsprechenden Betriebe tragen maßgeblich zur Wirtschaftskraft der Stadt bei. Andere, wie der Steinbruch Weiken, werden heute wegen ihrer grandiosen Kulisse als Veranstaltungsorte genutzt.

Ansonsten spielt die Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle. Kein Wunder, gehört doch der Arnsberger Wald zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Deutschlands. Vor allem im Süden, wo sich der Warsteiner Wald erstreckt und die Berge höher werden. Hagensberg (435m), Oestergehren (490m), Brandenberg (509m), Blumenkopf (486m), Höhe (548m), Wehberg (525m) und Großer Storchschnabel (517m) reihen sich wie Perlen an einer Schnur nördlich der Plackweghöhe auf, voneinander getrennt durch die zahllosen kleinen Bäche, die nach Norden hin der Möhne zustreben.