Wanderurlaub mit dem E-Bike

Ein ausgiebiger Wanderurlaub kann vielgestaltig sein. Eine immer beliebtere Form ist das Radwandern. Seit einigen Jahren schon treten mehr und mehr Wanderer bei ihren Touren zeitweise in die Pedale. Viele nutzen inzwischen leistungsstarke E-Bikes, mit denen sich selbst steile Anstiege problemlos bewältigen lassen. Wir erklären, für welche Wanderer sich ein Urlaub mit dem E-Bike anbietet – und welche Routen sich lohnen.

Wer von einem Wanderurlaub auf dem E-Bike besonders profitiert

Grundsätzlich haben sich E-Bikes auf Wandertouren seit geraumer Zeit etabliert. Wie das Bundesumweltamt angibt, sind derzeit in Deutschland mehr als 1,6 Millionen E-Bikes im Einsatz. Ein Grund dafür sind damit einhergehende Vorteile. Mit einem E-Rad können längere Strecken als mit einem herkömmlichen Fahrrad zurückgelegt werden. Mitunter sind E-Bikes sogar in der Lage, teilweise ein Auto zu ersetzen. Für passionierte Wanderer wiederum ist vor allem der Fakt, Höhenunterschiede oder Gegenwind mit elektronischer Unterstützung auszugleichen, interessant. Insgesamt sind Pedelecs durchaus geeignet, die oftmals nachteiligen Radeigenschaften bei Steigungsstrecken auszugleichen.  

Ferner motivieren leistungsstarke E-Bikes, wie das Ärzteblatt beschreibt, ebenso wie das Wandern zu einem aktiven Lebensstil. Wer wandert und zusätzlich Rad fährt, verbessert die eigene Fitness und stärkt nachhaltig sein Herz-Kreislauf-System. Auch Menschen, die körperlich nicht so fit sind, profitieren von solch gelenkschonenden E-Bikes. Gerade Ältere finden mit einem neuartigen Produkt schneller und besser einen Einstieg. Wer kurzerhand das neue E-Bike mit in den Wanderurlaub nimmt, sollte dennoch nicht zu schnell in die Pedale treten. Schließlich vergrößern hohe Geschwindigkeiten tendenziell das Risiko, sich im Wanderurlaub ernsthaft zu verletzen. In Höhenlagen gilt es, besonders vorsichtig und lieber etwas langsamer zu fahren.

Passendes Zubehör steigert dem Komfort im E-Bike-Urlaub

Wer ebenso viel Zeit auf dem Sattel wie zu Fuß verbringt, sollte sich vor dem Urlaub um entsprechendes Zubehör bemühen. „Sollten Sattel, Reifen oder Lenker nicht passen, ist ein Upgrade ratsam“, so ein Experte vom Yello Team für E-Mobility. Spezielle E-Bike-Reifen etwa vergrößern den Komfort im Urlaub beträchtlich.

Wer die Reichweite eines älteren Produktes optimieren möchte, sollte vor dem geplanten Wanderurlaub den Akku austauschen. Um sicher und bequem zu sitzen, bieten sich schmale und harte Sattel an. Diese verteilen bei der vorgebeugten Sitzhaltung die Last optimal zwischen Arme und Schultern auf. Gleichzeitig entlastet diese Art Sattel die Wirbelsäule und Gesäßmuskulatur. Bei längeren Strecken eignen sich zudem gerade ausgerichtete und robuste Lenker.

Tipps und Empfehlungen: Geeignete Routen finden

Wer erstmals mit dem E-Bike „im Gepäck“ in den Urlaub fährt, sollte klein anfangen. Tagesetappen gilt es auf möglichst 50 Kilometer zu begrenzen. Schließlich dient eine Fahrt mit dem Pedelec auch dazu, sich die Landschaft in aller Ruhe anzuschauen. Einige der empfehlenswerten Routen stellen wir nachfolgend genauer vor.

E-Bike fahren im oberbayerischen Alpenvorland

Es sind idyllische Häuser, Biergärten und malerische Landschaften, die das idyllische Oberbayern zu einem unvergesslichen Urlaubsort machen. Südlich von München gibt es im Urlaubsparadies Oberbayerisches Alpenvorland viel zu entdecken. Der Pfaffenwinkel verspricht neben einer herausfordernden Radtour erinnerungswürdige Erlebnisse voller Überraschungen. Wer entlang der Gasthäuser die Alpen bewundert, kommt womöglich Königen und Künstlern auf die Spur. Kinder lauschen im Märchenwald inmitten einer beeindruckenden Landschaft spannenden Geschichten.

Die Herzen der Kulturliebhaber schlagen beim Anblick der „Via Claudia Augusta“ oder dank prächtiger Barock- und Rokokokirchen höher. Wer nach einem aktiven Tag lieber ein uriges Beisammensein bevorzugt, fühlt sich in einem der gemütlichen Biergärten gut aufgehoben.

Insgesamt sticht die Region mit ihren facettenreichen Möglichkeiten hervor. Aufgrund der geografischen Lage im Voralpenland fallen die Steigungen eher gemäßigt aus. Insgesamt sind die Radwanderwege für alle Altersgruppen gut zu bewältigen. Dank Spielplätzen und Badeseen kommen zudem Familien mit Kindern auf ihre Kosten.

Im Westerwald natürlich und abwechslungsreich erholen

Zwischen Frankfurt und Köln befinden sich die erfrischenden Täler und tiefgrünen Wälder. Die gesamte Vielfalt des Westerwaldes können Wanderer mit dem E-Bike erleben. Für Sportler finden sich ebenso wie für Erholungssuchende passende (Rad-)Wanderwege. Einmal rund um den Westerwald führt die Westerwaldschleife entlang. Wer die Nister von der Quelle aus begleiten möchte, folgt dem Nister-Radweg. Das beschauliche Gelbachtal sowie das Kannenbäckerland lassen sich im südlichen Westerwald erkunden.

Weinberge mit Panoramablick in der Region Europapark – Kaiserstuhl

Wer eine der schönsten Wander- und Weinregionen mit eigenen Augen betrachten möchte, sollte Genussradeln im Europapark - Kaiserstuhl erwägen. Die Gemeinden rund um die Weinregion bieten viele Attraktionen. Mit ihrem mediterranen Flair laden sie Wanderlustige zudem zum Entspannen ein. Landschaftlich ist die Gegend mit ihren erhabenen vulkanischen Hügeln nicht minder eindrucksvoll. Auf dem rund 300 Meter hohen Tuniberg bietet sich eine malerische Aussicht auf die umliegende Natur.

Selbstverständlich sind auch die ruhigen Winzerdörfer einen Besuch wert. Es verwundert nicht, dass in der Heimat des Spätburgunders etliche Kellerei- und Weinbergsführungen angeboten werden.  Wer neben dem Weingenuss sportlich aktiv sein möchte, entscheidet sich für eine Radtour im 190 Kilometer langen Wegenetz.

Alpine Perle Berchtesgadener Land

Einst bezeichnete Humboldt das Berchtesgadener Land als eines der „schönsten Fleckerln auf der Erde“. Tatsächlich laden die wilden Täler und urwüchsigen Wälder zu entspannten Touren ein. Im südlichen Teil des Berchtesgadener Landes können Wanderer weltberühmte Sehenswürdigkeiten wie das Salzbergwerk oder den Königssee betrachten. Insgesamt hebt sich das Berchtesgadener Land auch mit seiner umweltfreundlichen Mobilität von anderen Regionen ab.

Hügelige und abwechslungsreiche Touren in Inn-Salzach

Mäßige Steigungen machen die Region östlich von München zu einem idealen Ziel für genüssliche E-Bike-Touren. Wanderliebhaber folgen den verkehrsarmen Straßen durch ursprünglich bäuerliche Landschaften. Besonders empfehlenswert ist der mehrtägige Fernradweg über 245 Kilometer. Dieser führt durch drei unterschiedliche Ferienregionen.

Wer einer Wallradrundfahrt offen gegenübersteht, sollte das Pilgerzentrum Altötting zum Ausgangspunkt der Tour erklären. Entlang der alten Pilgerwege lassen sich unterschiedliche Heilquellen und Wallfahrtskirchen besichtigen.

Die deutsche Toskana in Bad Bellingen kennenlernen

Im sonnigen Markgräflerland steht einer abwechslungsreichen Radtour nichts im Wege. Vielmehr strahlen die Rebhänge inmitten der wunderschönen Landschaft einen besonderen Charme aus. E-Bike-Freunde können inmitten des milden Markgräflerlandes neue Kraft tanken. Etwa im gesunden Thermalwasser in der Balinea Therme in Bad Bellingen. Nach der Auszeit spricht alles dafür, auf dem Pedelec das vielfältige Dreiländereck zu erkunden. Zudem wartet die Region mit zahlreichen Akkuladestationen auf, sodass E-Bikern nie die Energie ausgeht.

Bildnachweis: Von Tower Electric Bikes [Lizenz] via unsplash.com

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