Wanderurlaub in Norditalien: So bereiten sich Wanderfreunde vor

Italien hat so viel zu bieten. Wunderbare Städte, Strände und Seen, Berge – und natürlich eine traumhafte Natur, die ganz besonders rund um Piemont zum Wandern einlädt. Aber wie planen Wanderer den Trip dorthin richtig und was sollten sie beachten? Dieser Artikel schaut sich diese Thematik einmal genauer an und erklärt, wie die Reise von München aus aussehen könnte.

Die Anreise

Mit dem Flugzeug aus München anzureisen, ist von der umgebenden Region aus die schnellste Möglichkeit. Mit dem Auto ist man zügig dort, der Wagen lässt sich für die Dauer des Urlaubs einfach am Flughafen München parken. In der Nähe von Piemont bieten sich dann zwei Zielflughäfen an: Bergamo und Mailand. Welcher davon letztendlich gewählt wird, hängt freilich von den eigenen Vorlieben ab, dennoch sind beide Städte ausgezeichnet, um die Reise abzuschließen. Für diesen Artikel wird jedoch Mailand als Zielort gewählt. Von München aus geht es um folgende Fakten:

  • Flugdauer – der Flug dauert, sofern eine Nonstop-Verbindung gewählt wird, ungefähr eine Stunde und zehn Minuten. Flüge mit mehreren Stopps dauern mindestens vier Stunden, wobei Reisende, die diese Variante wählen, möglichst eine deutlich längere Flugdauer wählen sollten. Mit etwas Glück und der richtigen Fluggesellschaft führen diese Routen über interessante Städte. Warum nicht noch kurz den Eiffelturm besichtigen, bevor es richtig in den Urlaub geht?
  • Preise – sie variieren. Nonstop-Flüge kosten um die 80 – 120 Euro pro Person. Multistoppflüge sind teurer, wobei hier auch häufig Schnäppchen dabei sind.
  • Am Flughafen – es stellt sich natürlich die Frage, wie Reisende zum Flughafen München gelangen. Er liegt deutlich außerhalb der Stadt, besitzt aber ausgezeichnete Regional- und S-Bahnanbindungen inklusive einer eigenen Haltestelle. Bei Anfahrten von außerhalb Münchens gelegenen Gebieten lohnt sich die Nutzung des günstigen Bayerntickets. Wer mit dem Auto fährt, hat die Wahl zwischen mehreren Parkplätzen und Parkhäusern in der Nähe zum Flughafen, etwa vom Anbieter Parkos.

    Je nach Entfernung kann zusätzlich ein Transfer zum Flughafen genutzt werden. Dabei ist es sinnvoll, den Stellplatz vorab online zu buchen. Die frühe Buchung bietet meist Rabatte, zudem ist es so zuverlässig möglich, einen Stellplatz nach Wunsch zu buchen. Gerade während der Saison kann es sonst geschehen, dass nur noch Stellplätze vorhanden sind, die weiter vom Terminal entfernt liegen. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass das Parken am Flughafen München nicht allzu schwierig sein dürfte.

Während des Fluges können sich Reisende dann schlichtweg entspannen. Die Frage, wie es weitergeht, stellt sich erst wieder in Mailand. Immerhin ist Mailand nicht das gewünschte Reiseziel und eine Wanderung bis nach Piemont bietet sich nicht an:

  • Mietwagen – das ist die komfortable Lösung, die allerdings teurer ist. Oftmals ist es sinnvoller, den Mietwagen schon vor der Anreise zu buchen. So ist sichergestellt, dass die gewünschte Wagenklasse vorhanden ist. Bei großem Andrang kann es sonst schon vorkommen, dass beispielsweise keine Kleinwagen mehr frei sind.
  • Öffentliche Verkehrsmittel – auch mit dem Zug ist die Reisezeit übersichtlich. Je nach Zug dauert die Fahrt bis zu zweieinhalb Stunden, wobei alle Züge am Zentralbahnhof von Mailand abfahren und direkt in Piemont halten. Die Kosten sind durchaus erschwinglich, das reguläre Ticket kostet ungefähr 10,00 Euro pro Person.
  • Bus – zwischen Mailand und Turin fährt ein Bus, von Turin aus geht es mit einer anderen Verbindung weiter nach Piemont. Die Fahrt dauert zwischen zwei und vier Stunden, je nach benötigtem Umstieg.

Es stehen freilich noch weitere Reiseoptionen zur Verfügung. Auch in Italien gibt es Mitfahrgelegenheiten, doch sind sie nicht jedermanns Geschmack.

Wanderrouten in Piemont

Am Ort der Träume angekommen, sind freilich die Wanderrouten interessant. Hier gibt es mehrere Varianten, weshalb sich Reisende vorab schon einmal Gedanken machen und die passende Ausrüstung einpacken sollten. Eine kurze und eine lange Route im Überblick:

Mairatal-Weg

Dieser Wanderweg führt durch eine verlassene Berglandschaft, die einfach nur wunderschön ist. Der Mairatal-Weg zählt zu den Gebirgswanderungen und hat 12 Etappen, die aber perfekt aufgeteilt werden können. Ein Überblick:

Anforderungen - die Anstiege übersteigen nicht die 600 Höhenmeter, nur vier Etappen übersteigen diese Zahl. Um den gesamten Weg zu schaffen, sind täglich ungefähr fünf Stunden Gehzeit notwendig.

  • Transport - es gibt einen festen Gepäcktransport, der bei acht Euro pro Gepäckstück, jedoch 16 Euro Mindestgebühr liegt.
  • Unterkünfte - auf dem Weg liegen kleinere Hotels und typische Herbergen im Jugendherbergenstyle. Es ist ein eigener Schlafsack notwendig, dafür ist die Verpflegung hervorragend.
  • Reisezeit - um die ganze Strecke zu meistern, bietet sich Juli bis Oktober an. Dauer - die Dauer der Tour liegt bei sechs bis zehn Tage. Es ist einfacher, sie gleich im Rahmen einer organisierten Tour zu buchen, da so der Gepäcktransport und die Unterbringung vorab geregelt werden.

Grande Traversata delle Alpi

  • Vorweg: Diese Tour ist nicht für einen einzigen Urlaub bestimmt. Sie besteht aus 70 Etappen und führt durch die Westalpen, den Gran-Paradiso-Nationalpark, die Cottischen Alpen bis zum Mittelmeer.
  • Anforderungen - gute Kondition und Erfahrung. Einsteiger sollten nur einzelnen Etappen ausprobieren. Teils müssen bis zu 1.500 Höhenmeter am Tag geschafft werden. Unterkünfte - auch hier bieten sich kleine Hotels in Dörfern oder Jugendherbergen an. Dauer - kaum ein Wanderer wird diese Tour in einem Urlaub bewältigen.
  • Reisezeit - aufgrund der Höhe zwischen Juni und September. Teils ist Schnee auf Abschnitten bis Juli möglich.

Übernachtungen und weitere Sehenswürdigkeiten

Während der Wanderung stehen nur die Unterkünfte zur Verfügung, die sich nahe der Strecke befinden. In einem recht verlassenen Gebiet, welche frei von Touristenmassen ist, gibt es natürlich keine große Auswahl. Doch wer zwischen einzelnen Etappen oder auch zum Ende des Urlaubs noch etwas erleben möchte, der kann freilich ein wenig Sightseeing betreiben:

  • Turin – wie wäre es mit einem Kurzbesuch in Turin? Die Stadt liegt ohnehin auf dem Weg und bietet den Königlichen Palast, der Palazzo Madama und die Mole Antonelliana.
  • Mailand – für das hochklassige Shoppingerlebnis und Fashion bekannt, ist Mailand immer einen längeren Aufenthalt wert. Wie wäre es mit einem Besuch im Mailänder Dom? Achtung: Tickets zum Dom vorab online kaufen. Die Tickets, die vor Ort, gerade draußen, verkauft werden, sind massiv überteuert und beinhalten oft nicht den Dachaufstieg.

Fazit - Routen vorab aufteilen

Es gibt sicherlich Wanderer, die die Routen durch die Region Piemont während einer Reise schaffen, doch die meisten sollten sich überlegen, inwieweit sie die einzelnen Routen und Etappen für sich nutzen und aufteilen. Entlang des Weges gibt es stets einfache, doch sichere Unterkünfte und die Verpflegung ist oft ausgezeichnet.

Bildnachweis: Von Toomas Tartes (CC0-Lizenz) unsplash.com

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