Wandern und Schmerzen im Kniebereich - was tun?

Bevor die nächste Wanderung beginnt, ist die entsprechende Vorbereitung das A und O. Inmitten der Routenplanung, dem Packen des Rucksackes und dem Kauf der richtigen Kleidung wird dabei eine wichtige Komponente oft vergessen: die eigene Gesundheit steht oft gar nicht oder sehr weit unten auf der Checkliste.

Sind keine größeren Beschwerden vorhanden, tut dies der Wanderung in der Regel keinen Abbruch. Im Falle von Knieschmerzen kann die Tour aber ein mühsames und unerfreuliches Ende nehmen.

Die richtige Vorsorge muss gegeben sein

Treten während der Wanderung plötzlich Knieprobleme auf, kann die vernachlässigte Vorbereitung schnell zum Problem werden. Werden die Berge und Landschaften öfter auf schwierigeren Strecken bewandert, lohnt sich die entsprechende Vorbereitung. Die medizinische Versorgung im Rucksack sollte neben dem Verbandszeug und Desinfektionsmitteln auch kühlende Salben und Cremen beinhalten. Beim schlagartigen Schmerz der Kniescheibe oder -kehle wird so zumindest eine Erstversorgung garantiert.

Damit auch eine Kniebandage helfen kann, sollte jedoch beim Kauf das richtige Modell ausgewählt werden. “Eine Kniebandage mit Patellaöffnung eignet sich ideal zum Druckabbau im Knie und zur Förderung der Durchblutung im Knie. Diese Kniebandage bietet eine flexible Anpassung. Besonders hervorzuheben ist auch die Bewegungsfreiheit”, versichert Ralph Eisenberg, orthopädischer Spezialist der Website Medmeister.

Die richtige Routenplanung

Sicherheit geht somit vor. Dieses Prinzip gilt auch bei der Auswahl der Route. Fühlt sich die Knieregion nicht mehr richtig an, ist eine professionelle Erstversorgung aufgrund schlechten Empfangs oft schwierig. Die Vorbeugung gegen dieses Problem bietet der Rückweg. Ist ein rascher Arztbesuch notwendig, können steile Abhänge zum Hindernis werden. Durch eine möglichst gerade oder nur leicht gesenkte Strecke wird die zusätzliche Belastung für den Kniebereich auf ein Minimum beschränkt. Idealerweise sollte auch nach Gondeln oder Seilbahnen Ausschau gehalten werden.

Anpassungen zur Fortbewegung

Eine gute Sofortmaßnahme bei Knieschmerzen ist möglicherweise auch das Barfuß gehen. Jedoch wird es Streckenabschnitte geben, die diese Option nicht zulassen. Die getragenen Schuhe sollten daher fördernd wirken und keinen Druck ausüben.

Als Ergänzung zum passenden Schuhwerk sind auch eingepackte Trekkingstöcke empfehlenswert. Sie beugen bei Problemen mit der Trittsicherheit vor und entlasten in entscheidenden Momenten die Beinmuskulatur. Verstellbare Stöcke sind hier besonders zu empfehlen, da sie die Arme nicht unnötig belasten und das Gleichgewicht fördern.

Bei der Fortbewegung sind zusätzlich auf kurze Schritte wichtig. Das eigene Körpergewicht kann so über die Oberschenkel ausbalanciert werden. Größere Abstände sorgen ebenfalls für zusätzlichen Druck in der Knieregion.

Ruhe nach dem Sturm

Sobald die Rückkehr gelungen ist, muss entsprechend gehandelt werden. Selbst wenn die Schmerzen verflogen sind, können sie ohne klärenden Arztbesuch jederzeit wieder auftreten. Bei zu starker Vernachlässigung können sogar Bänderrisse die Folge sein. Um jene Folgeerscheinungen zu vermeiden, sollte in Kombination mit der ärztlichen Therapie eine entsprechende Wanderpause eingelegt werden.

Das richtige Training

Um in Zukunft besser auf die Wanderwege eingestellt zu sein, ist ein Krafttraining nach der Erholung zielführend. Wiederholungen folgender Übungen sind zu empfehlen:

  • Beinpresse: Ball in der Sitzposition zwischen die Beine klemmen und für 20 Sekunden zusammendrücken.
  • Squats für den Quadrizeps: In stehender Position das Gesäß nach unten beugen und wieder anheben.
  • Rumpfbrücke: In liegender Position und mit angezogenen Beinen Rumpf und Gesäß nach oben ziehen.

Damit auch hier keine unnötige Belastung entsteht, sollte vorher ausführlich gedehnt werden.

Bildnachweis: Von Jan Padilla [Lizenz] via unsplash

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