Wandern trotz Heuschnupfen: Diese Wirkstoffe können helfen

Heuschnupfen ist lästig, keine Frage. Wer die Natur liebt und trotz Allergie wandern gehen will, steht zudem vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen braucht es allgemein eine gute Vorbereitung für die Tour, zum anderen muss man spezielle Vorkehrungen treffen, um die Beschwerden zu lindern. Welche Mittel können dabei helfen?

Vor der Wandertour: Vorhersagen checken und sinnvoll vorbeugen

Der Blick in eine aktuelle Pollenflugvorhersage sollte für Allergiker zur Routine gehören. Entsprechende Auskünfte gibt es mittlerweile auch per App, sodass man auch unterwegs bestens informiert ist und sich entsprechend vorbereiten kann.

Wer bereits frühzeitig vorsorgen möchte, sollte spätestens zwei Wochen vor Beginn der Wandertour zu rezeptfreien Medikamenten greifen, die Cromoglicinsäure enthalten. Sie tragen dazu bei, die Mastzellen zu stabilisieren, die bei einer allergischen Reaktion Histamin ausschütten und so den Heuschnupfen verursachen. Arzneien mit Cromoglicinsäure gibt es in Form von Nasenspray, Augentropfen oder Inhalationslösungen. Zu beachten ist, dass solche Mastzellstabilisatoren nur vorbeugend helfen.

Während der Tour: Die richtigen Wirkstoffe im Rucksack

Auf der Wandertour selbst sollte man dann Mittel mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin im Gepäck haben. Diese Antihistaminika sind ebenfalls ohne Rezept erhältlich und verschaffen Linderung bei akuten Beschwerden. Man nimmt sie üblicherweise einmal am Tag ein. Medikamente wie z.B.Tabletten, die schnell gegen Allergien und Heuschnupfen helfen, kann man wie andere Mittel auch online beziehen. Sie gehören für Allergiker zur Standardausrüstung bei jeder Wanderung.

Andere bekannte Wirkstoffe, die helfen, akuten Heuschnupfen zu lindern, sind Azelastin und Levocabastin. Beide werden in Form von Augentropfen und Nasenspray verkauft, einige Präparate enthalten jedoch Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid. Wer diese vermeiden möchte, sollte also genau hinschauen und sich im Zweifelsfall bei seinem Arzt oder Apotheker erkundigen.

Laut aktuellen Tests sind ältere Wirkstoffe wie Dimetinden nicht mehr zu empfehlen, ebenso wenig Kombinationspräparate mit Pseudoephedrin – bei beiden ist laut Ökotest aufgrund der Nebenwirkungen zu Vorsicht angeraten. Auch von dem nicht ganz so bekannten Antihistaminikum Ketotifen rät das Testportal eher ab – unter anderem, weil es wie Dimetinden sehr viel müder mache als Wirkstoffe der zweiten Generation.

Andere Möglichkeiten: Hyposensibilisierung und Bergwandern

Eines haben alle genannten Mittel gemeinsam: Sie wirken in der Regel bei leichteren allergischen Beschwerden und typischem Heuschnupfen. Wenn die Leiden jedoch schwerwiegender sind, sollte man auf jeden Fall einen Arzt konsultieren und gegebenenfalls über eine Hyposensibilisierung nachdenken. Diese Immunisierung dauert zwar mehrere Jahre, ist aber die bei weitem nachhaltigste Lösung.

Zwei Möglichkeiten gibt es, die keine Medikamente und auch keine Spritzen erfordern. Die weniger berechenbare ist die, nach dem Regen zu wandern. Dann haben die Pollen Pause und die Luft ist erfrischend rein. Alpinisten wissen zudem: Oberhalb von 1.500 Metern ist die Pollenkonzentration meist so gering, dass Allergien kaum noch Probleme machen. Die beste Empfehlung für Pollenallergiker ist also ein Wanderurlaub in den Bergen.

Bildnachweis: Von Franck Michel [CC BY 2.0] via Wikimedia Commons

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