Wandern trotz Allergie und Heuschnupfen

Viele Menschen freuen sich, wenn der Frühling kommt. Doch für viele Allergiker, die unter Heuschnupfen leiden, beginnt damit wieder der Kampf gegen die unangenehmen Auswirkungen der Allergie. Besonders Menschen, die gerne in die Natur gehen und wandern, leiden extrem unter ihrem Heuschnupfen. Doch gut vorbereitet müssen auch Allergiker nicht auf die Entspannung in der Natur verzichten.

Beim erstmaligen Kontakt mit einem bestimmten Stoff (Pollen beispielsweise) gibt es für den Betroffenen keine spürbaren Reaktionen. Doch zu diesem Zeitpunkt bildet der Körper ein Antigen, das vom Blut ausgehend dann auch im Gewebe zu finden ist. Diese Antikörper docken an den Mastzellen an, die auch Histamin speichern. Gelangt nun dieser Stoff wieder in den Körper, und zwei Antikörper docken gleichzeitig an diesem Allergen an, schüttet die Mastzelle Histamin aus und es kommt zur allergischen Reaktion.

Wandern ohne allergische Reaktion ist für Betroffene besonders Im Frühling und Sommer fast unmöglich. Im Internet finden sich bei den Wetterdiensten aber auch Infos zu Pollenflügen sowie Pollenkalender z.B. bei der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, die über das Risiko in bestimmten Regionen und zu den unterschiedlichen Allergenen informieren. Damit ist dann besonders gut eine Wanderung planbar, wenn nur wenige Pollen für eine Allergie verantwortlich sind. Schließlich blühen im Verlauf des Jahres erst Bäume, dann Blumen und abschließend Kräuter.

Extra Tipp: Inzwischen gibt es auch mobile Varianten des Pollenradars wie z.B. die Pollenflug-Vorhersage App. Hier kann der User unter anderem auch einstellen, worauf er allergisch reagiert und wird dann per Push-Nachricht gewarnt, wenn sie die Konzentration in seiner Region erhöht.

Trotzdem aller Vorkehrungen sollte sich ein von Heuschnupfen geplagter Mensch entsprechend vorbereiten. Ein erster Mindestschutz ist die Sonnenbrille, die auch bei bedecktem Himmel getragen werden sollte. Medikamente, die Natriumcromoglicat (Natriumsalz der Cromoglicinsäure) enthalten, wirken vorbereitend und vorbeugend, sollten also schon vor dem Wandern entsprechend der Anbieterhinweise eingenommen werden.

Wer weitestgehend auf Medikamente verzichten möchte, hat noch eine andere Möglichkeit. Ab 1.000 Höhenmetern ist die Zahl der Pollen in der Luft deutlich geringer. Über 2.000 m haben selbst starke Allergiker kaum noch Probleme. Dazu gibt es Reiseführer beispielsweise für die bayrischen Alpen, die Wanderrouten mit niedriger Pollenkonzentration beschreiben. Zudem empfiehlt sich das Wandern gehen nach dem Regen, da durch die Schwere des Regens die Pollen auf den Boden gedrückt werden und die Luft rein und klar ist.

Nach dem Wandern sollte sofort eine möglichst kalte Dusche inklusive Haare waschen folgen. Bei kaltem Wasser öffnen sich die Hautporen nicht so weit und die Pollen können nicht eindringen. Außerdem verfangen sich die Pollen auch in den Haaren, weshalb das Waschen der Haare wichtig ist, um die Pollen nicht im Bett zu verteilen.

Darüber hinaus sollte auch die beim Wandern getragene Kleidung sofort gewaschen oder entsprechend eingepackt werden, dass anhaftende Pollen keine Probleme mehr bereiten können. Außerdem helfen Spülungen mit Salzwasser oder einem entsprechenden Mittel aus der Apotheke am Abend, Pollen aus der Nase zu entfernen und entzündungshemmend für die Schleimhäute zu wirken. Bei akuten Reizungen, die durch Heuschnupfen und Allergien ausgelöst werden, gibt es auch medikamentöse Hilfe. Vorzugsweise sollte auf rezeptfreie Mittel mit natürlichen Inhaltsstoffen zurückgegriffen werden. Als Globuli, in Tablettenform oder als Augentropfen werden Mittel mit Inhaltsstoffen wie dem "Indischen Lungenkraut (Adhatoda vasica) oder dem mexikanischen Kleinen Goldregen (Galphimia glauca) angeboten.

Tests von Ökotest habenzudem insbesondere Antiallergie-Produkte am besten beurteilt, die Cetirizin und Loratadin enthalten. Genauso gut schnitten Präparate mit den neuesten Inhaltsstoffen Azelastin und Levocabastin ab. Medikamente mit diesen Inhaltsstoffen sind ebenfalls frei verkäuflich und finden sich auch in Themenshop von Online-Apotheken.

Es sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass ausgewählte Präparate keinesfalls Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid enthalten. Einerseits kann auch dagegen eine Allergie entstehen, andererseits schädigen sie die Schleimhäute massiv und irreversibel.

Generell sollte ein Allergiker unbedingt die Möglichkeit der Hyposensibilisierung, die bis zu drei Jahre dauern kann, in Betracht ziehen. Dabei wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt. Hierzu sind in Regelmäßigen Abständen Besuche beim Arzt notwendig bei denen die allergieauslösenden Stoffe in geringen Dosen in den Körper gespritzt werden. Unternehmen Allergiker diesen Schritt langfristig nicht, kann sich eine Allergie deutlich ausweiten.