Wandern in der Wahner Heide

Innerhalb der zu großen Teilen als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Wahner Heide östlich von Köln gibt es gut 130km Wanderwege. Auf ihnen gelten für den Wanderer einige Regeln, um den Schutz der Natur zu gewährleisten: Die markierte Wegeführung ist unbedingt einzuhalten, Müll und Picknickreste wieder mitzunehmen. Für Hunde gilt Leinenpflicht. Offenes Feuer ist in der Wahner Heide strikt verboten, auch dürfen keine Pflanzen gepflückt oder wilde Tiere berührt werden. Spezielle Landschaftswächter wachen über die Einhaltung dieser Gebote. Das Wegegebot gilt übrigens nicht nur dem Naturschutz: Durch jahrhundertelange Schießübungen liegt im Gelände noch Einiges an alter Munition sowie Blindgänger, die nachträglich explodieren könnten.

Die Wanderwege in der Wahner Heide sind mit einem schwarzen Schild, das jeweils mit einem gelben Symbol ausgestattet ist, markiert. Einen stilisierten Vogel zeigt etwa die Geisterbusch-Tour, die auf knapp 5km spannende Vogelbeobachtungen in den offenen Weidekoppeln ermöglicht. Gefährdete Arten wie Heidelerche, Schwarzkehlchen, Neuntöter oder Orpheusspötter lassen sich hier mit Fernglas und Teleobjektiv gut studieren. Auch die Gedenkanlage für das ehemalige Gefangenenlager Hoffnungsthal am Kinder- und Jugenddorf Stephansheide liegt am Geisterbusch-Weg.

Zwischen Lohmar und Siegburg fließt die Agger in natürlichen Mäandern durch die Bergische Heideterrasse. Weiden-Auwälder, Mähwiesen und Weiden, Hartholzauwälder mit der seltenen Flatterulme und vor allem eine Ahnung davon, wie Flüsse eigentlich von Natur aus aussehen - all das kann man auf der Aggerauen-Tour erleben. Die Aggerauen-Tour beginnt in Troisdorf und endet bei Altenrath; Wegesymbol ist ein Fisch.

Am Fliegenberg (134m) gibt es große Calluna-Heiden zu bestaunen, die zur Blüte im Sommer auch das rote Meer der Wahner Heide genannt werden. Zahlreiche schöne Aussichten und Einsichten gibt es entlang der Fliegenberg-Tour, z.B. den 250 Jahre alten Hainsimsen-Buchenwald auf dem Güldenberg, der Leyenweiher oder den grandiosen Ausblick vom Fliegenberghang auf das Siegtal und die Abtei auf dem Michaelsberg.

Schöne Aussichten gibt es auch auf der 11km langen Telegraphenberg-Tour durch die Trockenbiotope bei Spich, wo die Symbolfigur des Wegs – die Zauneidechse – in den Binnendünen lebt und sich gerne von der Sonne aufheizen lässt.

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