Wandern im Sieg-Westerwald

Nachdem die Sieg Siegen durchflossen hat, erstreckt sich im weiteren Verlauf das Hellerbergland, Leuscheid und Lindscheid, bevor hinter St. Augustin das naturbelassene Mündungsgebiet der Sieg zwischen Mondorf und Geislar erreicht wird. Von hier rheinaufwärts erheben sich erst der Ennert und dann das Siebengebirge, zwei klassische Wandergebiete für den Großraum Köln-Bonn. Kein Wunder, dass in dieser Region gleich mehrere Fernwanderwege die Wanderer anlocken.

Der wichtigste Wanderweg im Sieg-Westerwald ist der Rheinsteig, der auf Etappe 20 von Unkel kommend Bad Honnef erreicht und auf Etappe 21 durch das Siebengebirge hinauf zum Drachenfels (321m) führt. Rheinsteig-Etappe 22 steuert über den Petersberg (331m) nach Niederdollendorf. Von hier startet die Schlussetappe des Rheinsteigs, die durch den Ennert und die Rheinauen nach Bonn leitet.

Das Siebengebirge als Zielregion visiert der Kölner Weg an, der von der Domstadt durchs Bergische Land führt und auf seiner vierten Etappe den Westerwald erreicht, durch die Leuscheid in die Kroppacher Schweiz und zur Westerwälder Seenplatte führt und schließlich über das Wiedtal auf der Schlussetappe das Siebengebirge zwischen Aegidienberg und Königswinter erschließt.

Ein dritter großer Weg im Sieg-Westerwald ist der Westerwaldsteig. Die elfte Etappe auf diesem Aushängeschild des Wandertourismus im Westerwald beginnt am Kloster Marienthal und bringt den Wandersmann über den Beulskopf (388m) mit dem Raiffeisenturm am Rand des Altenkirchener Westerwalds nach Weyerbusch, bevor es auf Etappe 12 weitergeht nach Flammersfeld im Raiffeisenland.

Auch der Wiedweg passiert den Sieg-Westerwald und zwar auf Etappe 2, die von Höchstenbach kommt und nach Altenkirchen leitet. Die Folgeetappe bringt einen südwärts durch den Sieg-Westerwald zur Lahrer Herrlichkeit im Raiffeisenland.

Neben den Streckenwanderwegen gibt es im Sieg-Westerwald jede Menge schöner Rundwanderungen. Empfehlenswert ist z.B. der Druidenstein-Wanderweg (16km), der als IVV-Permanentwanderweg ausgeschildert ist und von Kirchen über den Ottoturm hinauf zum Windhahn (517m) und weiter zum Druidenstein (431m), einem der nationalen Geotope, führt.

Wer sich für die Bergbaugeschichte im Siegtal interessiert, der sollte eine Tour auf dem Grubenwanderweg Brachbach (12km) machen, der u.a. ins Werrnsbergtal führt und zahlreiche Relikte der tausendjährigen Bergbauhistorie im Siegerländer Eisenland ansteuert.

Wer wirklich einmal für einen Tag der Zivilisation entfliehen will und 100% Ruhe sucht, der ist richtig in den Wäldern der Leuscheid. Die Rundwanderung durch die Wälder der Leuscheid (18km) führt durch die dichten Wälder, die sich rund um den Hohen Schaden (388m) erstrecken. Auf der Strecke ist man ganz für sich und ganz in der Natur – allerdings sollte man hier im Westerwälder Outback die Verpflegung nicht vergessen.

Um Wegzehrung braucht man sich dagegen bei der Rundwanderung durchs Nachtigallental (10km) nicht zu sorgen. Die Tour startet in Königswinter, dem Zentrum des Siebengebirges und führt u.a. hinauf zum Petersberg, wo man vom Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland einen herrlichen Blick auf das Rheintal genießt.

Etwas anspruchsvoller ist dagegen die Rundtour Sieben auf einen Streich (26km), die von Bad Honnef aus die sieben wichtigsten Gipfel im Siebengebirge ansteuert, u.a. den Drachenfels (321m), den Großen Ölberg (460m) und die Löwenburg (455m). Durch die Länge und ein anspruchsvolles Höhenprofil muss man hier etwas Fitness mitbringen, wird dafür aber mit tollen Aussichten und jeder Menge Kulturgeschichte – wie z.B. an der Klosterlandschaft Heisterbach – belohnt.

Eine letzte Empfehlung im Sieg-Westerwald führt uns noch einmal weg vom Rhein ins Zentrum des Altenkirchener Westerwalds. Die Basaltkrater-Wanderung (15km) bei Weyerbusch führt zum Blauen Stein, einem Basaltkrater mit imposanten, teils meterhohen Basaltsäulen. Eine Schutzhütte direkt am Rand des Vulkankraters lädt zum Verweilen, und eine ausgedehnte Rast mit Besichtigung des Kraters ist Pflicht.