Wandern im Neuwieder Becken

Auch wenn das Neuwieder Becken dicht besiedelt ist, finden sich viele Möglichkeiten für Wanderer, sei es auf einer schönen Tageswanderung oder auf einem der Fernwanderwege, die das Mündungsgebiet der Mosel linksrheinisch passieren.

Der Keltenweg am Goloring (10km) lädt ein, den Spuren der Vergangenheit zu folgen, bietet Einblicke in erloschene Vulkane, führt an keltischen Hügelgräbern vorüber und lässt Wanderer im Schatten der Jahrhunderte alten Baumallee zum Karmelenberg (372m) mit der hübschen barocken Marienkapelle wandeln. Der Goloring ist eine frühchristliche Kultstätte und besteht aus einem kreisrunden Graben mit Außenwall. Start und Ziel ist die Pfarrkirche St. Martin mit dem bekannten Relief des Bassenheimer Reiters.

Sehr viel jünger ist der Wasserlehrpfad Rheindörfer (10km) in Weißenthurm, der mit Tafeln rund ums Thema Wasser informiert. Es gibt zwei alternative Routen, die eine misst fünf, die andere zehn Kilometer. Der Wasserlehrpfad führt durch die Rheindörfer Urmitz, Kaltenengers und Sankt Sebastian.

Nördlich von Weißenthurm geht es auch um Wasser. Hier lädt der Netterundweg (8km) als Gemeinschaftsprojekt von Weißenthurm und Andernach Wandergäste ein, Natur zu erleben.

Das Wanderhighlight in Mülheim-Kärlich ist der Streuobstwiesenweg (9km). Man folgt einem grünen Baum mit einer roten Frucht. Oberhalb von Kärlich beim Sportplatz Dalfter ist Startpunkt. Nach einer wunderbaren Aussicht ins Rheintal geht es durch Obstbaumwiesen, die insbesondere im Frühling ein Duft- und Blütenmeer sind. An der Grillhütte Kettig bietet sich ein nächster Panoramablick. Die Wanderung führt durch Feld, Wald und Flur. Sie wartet auch mit einem Obstlehrpfad auf sowie Erlebnisstationen.

Von den großen Fernwanderwegen sei zunächst auf den Rheinburgenweg hingewiesen. Die sechste Tageswanderung auf dem Rheinburgenweg, der linksrheinisch von Remagen nach Bingen führt, startet im Winzerdorf Winningen an der Mosel und leitet über Güls nach Moselweiß und weiter zum Aussichtspunkt Rittersturz.

Größtenteils teilt sich der Rheinburgenweg im Neuwieder Becken mit dem Moselsteig die Trasse. Die Schlussetappe des Moselsteigs beginnt ebenfalls in Winningen und bringt einen dann über Güls zum Deutschen Eck nach Koblenz, wo man – wenn Bedarf besteht – mit der Rheinseilbahn hinauf zur Festung Ehrenbreitstein fahren und von dort weiter auf dem Rheinsteig wandern kann.

Typisch Koblenz ist der Schoppenstecher-Rundwanderweg. Ein Schoppenstecher ist jemand, der möglichst keine Gelegenheit auslässt, sich auf seinen Spaziergängen und Wanderungen einen oder mehrere Schoppen Wein zu genehmigen. Starten kann man seine weinselige Tour in Güls. Von hier geht es durch einige hübsche Weindörfer und entlang von Reben, über Lehmen, Löf, Burg Eltz, Treis-Karden und dann zurück über Lütz im Hunsrück, Burgen und Niederfell nach Moselweiß. Das sind rund 100km.

Alle genannten Fernwanderwege sind allerdings „Kindergarten“ im Vergleich zum Europäischen Fernwanderweg E 8. Der verläuft von Irland bis Bulgarien und misst rund 4.000km. Der E 8 passiert das Neuwieder Becken von Andernach bis Koblenz. Der Weg bietet zahlreiche hübsche Ausblicke in die Rheinebene und quert Obstbaumwiesen.