Wandern im Kannenbäckerland

Das Kannenbäckerland ist – obwohl eigentlich eine klassische Industrieregion – landschaftlich sehr abwechslungsreich. Im Osten bei Wirges hat der Tonbergbau seine heute großteils renaturierten Spuren hinterlassen, im Norden schlängelt sich das Brexbachtal hinunter bis nach Sayn, wo im Schlosspark der Brexbach mit dem Saynbach zusammenfließt, im Süden liegt auf der Kannenbäcker Hochfläche das Limesdorf Hillscheid und weiter westlich die Kleinstadt Vallendar. Es gibt viel zu erleben – wandern wir es an!

Hunterttausende sind schon im Kannenbäckerland gewandert – vielleicht oft, ohne es genau zu wissen, führt doch der Rheinsteig entlang der Westflanke des Kannenbäckerlands. Auf Etappe 13 erreicht der Rheinsteig von der Festung Ehrenbreitstein kommend das Kannenbäckerland und führt dann auf Etappe 14 von Vallendar bis hinauf nach Sayn.

Einige schöne Rundwanderungen bieten sich für einen Tagesausflug ins Kannenbäckerland an. Ganz vorne rangiert sicherlich der Saynsteig, eine rundum gelungene Schleife, die vom Schloss Sayn durchs Brexbachtal hinauf auf die Nauorter Hochfläche führt und am Rückweg ein Stück lang den Limes begleitet. 15km, tolle Natur, gute gastronomische Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten wie den Schmetterlingsgarten oder die Ruine von Burg Sayn machen aus dem Saynsteig einen echten Traumpfad.

Ebenfalls ein solcher Traumpfad ist der Waldschluchtenweg bei Vallendar. Berg Schönstatt, das Feisternachtbachtal, und das Limesdorf Hillscheid liegen am Weg. Man streift auf dem Waldschluchtenweg auch Höhr-Grenzhausen und kann schön einen Abstecher zum Keramikmuseum Westerwald verbinden.

Burg Grenzau ist Startpunkt für den Brexbachschluchtweg, der ins Brexbachtal, über die Nauorter Hochfläche und ins kleine Massenbachtal nach Alsbach führt. Die 16km lange Runde fällt auf der zweiten Hälfte zwar etwas ab, ist aber dennoch eine klare Empfehlung für eine Wandertour im Kannenbäckerland.

Der Rundwanderweg bei Wirges startet in Dernbach – und das liegt in der Nähe des gleichnamigen Autobahnkreuzes. Deshalb muss man bei dieser Rundtour auch mehrmals die Autobahn passieren, sobald man die aber hinter sich gelassen hat, überrascht der Weg aber mit schönen Aussichten und interessanten Sehenswürdigkeiten.

Noch spektakulärer geht es auf dem Malberg-Rundweg im Übergang vom Kannenbäckerland in den Hohen Westerwald zu. Der Malberg (422m) ist ein erloschener Vulkankegel, dessen weithin sichtbare Kuppe ihn zu einem der beeindruckenden Berge des Westerwalds macht. Unterwegs auf der Malberg-Rundtour finden sich immer wieder schöne Fotomotive, seien es die kleinen Tümpel in der Grube, die Basaltformationen mit keltischem Hintergrund auf dem Gipfel, eine kleine Kapelle am Wegesrand oder eine spektakuläre Steilwand, die zum Klettern animiert.

Der Seerosenweg führt vom Stadtrand von Höhr-Grenzhausen zu einer romantisch gelegenen Seenlandschaft auf der Kannenbäcker Hochfläche. Dieser Weg ist ein gutes Beispiel für die Vielseitigkeit der Landschaft im Kannenbäckerland.

Speziell für die Erschließung des Töpferhandwerks starten ab dem Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen vier Rundwege, die gezielt zu handwerklichen Betrieben des Keramikgewerbes führen. Sie stehen unter dem Motto Keramik auf der Spur und sind ab dem Museum jeweils mit braunen Schildern ausgewiesen.