Wandern im Hochtaunus

Der Hochtaunus erstreckt sich nördlich von Frankfurt bis hinauf zur Lahn zwischen Weilburg und Wetzlar. Im Süden des Hochtaunus erhebt sich der Taunushauptkamm aus der Rhein-Main-Ebene und führt am Großen Feldberg (881m) zum höchsten Punkt des Rheinischen Schiefergebirges. Rund um den Feldberg gibt es zahlreiche Wanderwege. Man hat quasi die freie Auswahl, was Länge und Schwierigkeit angeht.

Einer der beliebtesten Wanderwege in der Feldbergregion ist die Drei-Gipfel-Tour (14km), die die drei höchsten Berge des Taunus miteinander verbindet: Den Großen Feldberg mit dem bekannten Aussichtsturm und dem Brunhildisfelsen, den Kleinen Feldberg (826m), wo die Weil entspringt und ein ehemalige Römerkastell besichtigt werden kann, und den Altkönig (798m) mit einer keltischen Ringwallanlage und der Weißen Mauer, einem Frostschuttmeer aus Taunusquarzit.

Etwas kürzer – ideal für einen Tagesausflug – ist der Große Feldberg Rundwanderweg (8km), der über gut ausgebaute Wege u.a. zur Passhöhe Fuchstanz mit dem bekannten Waldgasthaus führt. Der Rundwanderweg selbst führt allerdings nicht hinauf auf den Gipfel des Großen Feldbergs, das muss man dann zusätzlich mit einplanen.

Noch kürzer, dafür aber durchaus anstrengend und sportlich, ist der Zacken-Beilstein-Steig (3km). Der Klettersteig startet am Wanderparkplatz Weilsberg bei Niederreifenberg und führt hinauf zum Zacken (576m), eine bizarre Felsformation, die heute als Trainingsgelände für Bergsteiger dient.

Eine lange Variante über den Taunushauptkamm ist die Große Rundwanderung durch die Hohe Mark (23km). Sie leitet vom Taunus-Informationszentrum in Oberursel über die Weiße Mauer zum Altkönig und hinauf zum Großen Feldberg und über die Passhöhe Sandplacken zurück nach Oberursel.

Wem das alles zu kurz ist, der sei auf den Limeserlebnispfad Hochtaunus (33km) hingewiesen. Die Streckenwanderung leitet vom Limes-Erlebsnipavillon in Glashütten über das Rote Kreuz zum Feldberg-Kastell und weiter über den Nordhang des Großen Feldbergs zum Römerkastell Saalburg, dem am vollständigsten rekonstruierten Kastell am UNESCO Weltkulturerbe Limes. Über den Freizeitpark Lochmühle und das Kastell Kapersburg geht es schließlich zum Schloss Ziegenhain in der Wetterau.

Wer die Saalburg auf einer kurzen Rundwanderung entdecken will, der kann den Rundwanderweg von der Saalburg zum Herzbergturm (6km) nutzen. Die kleine Tour lässt sich perfekt mit einem Besuch der Saalburg verbinden. Die Aussicht von Herzbergturm über Frankfurt und Bad Homburg lohnt allemals die Tour durch den Homburger Vortaunus.

Abseits der Feldbergregion weiter im Norden des Hochtaunus gibt es auch zahlreiche schöne Wanderwege. Auf einen sei exemplarisch hingewiesen: der Rundwanderweg von Usingen durch die Maibacher Schweiz (16km). Bekannt ist die Maibacher Schweiz vor allem durch die urige Natur und die beeindruckenden Felsformationen aus Basalt. Einen Abstecher zu den Eschbacher Klippen kann man gut verbinden.

Auch Fernwanderwege gibt es reichlich im Hochtaunus. Die beiden längsten treffen sich am Großen Feldberg, nämlich die beiden Europäischen Fernwanderwege E 1 und E 3. Der Europäische Fernwanderweg E 1 verbindet das Nordkap mit Sizilien. Der E 1 führt aus der Idsteiner Senke hinauf zum Großen Feldberg und verläuft dann weiter über den Altkönig durch die Hohe Mark nach Frankfurt.

Der E 3 – die Verbindung vom Schwarzen Meer zum Atlantik – wird im Taunus als Taunushöhenweg geführt. Der Taunushöhenweg folgt von Butzbach in der Wetterau aus dem Taunushauptkamm über den Großen Feldberg durch den Eppsteiner Horst in den Rheingau. Im Hochtaunus passiert der Taunushöhenweg u.a. das Römerkastell Saalburg.

Der Schinderhannespfad ist eine große Rundwanderung durch den kompletten Hochtaunus. Von der Goethestadt Wetzlar zum Hausbergturm und weiter auf dem Limes zum Römerkastell Saalburg. Kronberg, Bad Soden, Atzelbergturm, der Aussichtsturm auf dem Pferdskopf (663m), die Residenzstadt Weilburg, die Kubacher Kristallhöhle und Schloss Braunfels liegen am weiteren Weg durch den Hochtaunus.

Ganz im Westen des Hochtaunus verläuft der Weiltaltalweg. Er führt von der Quelle der Weil am Kleinen Feldberg hinab ins Lahntal. Es geht u.a. über den Aussichsturm auf dem Pferdskopf nach Altweilnau und Rod an der Weil und weiter über Weilmünster nach Weilburg – bekannt für sein Barockschloss und den Weilburger Schiffstunnel.

Ebenfalls eine Empfehlung, vor allem für Wanderer, die sich auch spirituell bereichern wollen, ist der Frankfurter Elisabethpfad. Er verbindet die Deutschordenskirche in Frankfurt-Sachsenhausen mit der Elisabethkirche in Marburg und führt dabei u.a. zum Kloster Altenberg, wo eine Tochter der heiligen Elisabeth als Ordensmeisterin fungierte und die heilige Elisabeth deshalb öfters im Kloster Altenberg weilte. Elisabeth soll selbst in etwa den Weg gegangen sein, der heute als Elisabethpfad ausgeschildert ist.

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